Spuren Gottes im eigenen Leben

Vermischtes
Tirschenreuth
19.05.2016
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Abt Hermann-Josef Kugler gab allen Pilgern einen Rat: Schauen wir in unsere eigene Lebensgeschichte und versuchen wir, die Spuren Gottes in unserem Leben zu deuten. Dies würde sich lohnen, gerade bei der Frage, woher wir kommen.

Zur 349. Wallfahrt für die Kirche begrüßte Stadtpfarrer Georg Flierl als Anführer Abt Hermann-Josef Kugler aus Windberg. Stadtpfarrer Georg Flierl erinnerte an die erste Marienerscheinung am 13. Mai 1917, also vor 99 Jahren.

"Woher komme ich? Was ist mein Ursprung? Was ist meine Identität?" Mit dieser Frage würden viele Menschen in die Pfarrbüros kommen, um Einblick in die alten Taufbücher der Pfarreien zu erhalten, wusste der Abt. In jahrelanger Kleinarbeit wollen die Menschen einen Stammbaum über ihre Familie erstellen. Doch bei der Ahnenforschung verliere sich die Spur meistens in der Zeit des 30-jährigen Krieges. Damals gingen viele Taufbücher verloren.

Die Frage woher wir kommen, könnte erst im Rückblick gedeutet werden. Die ganze heilige Schrift sei im Prinzip ein Rückblick auf die Geschichte der Menschen mit ihrem Gott. Die einzelnen Schriftsteller der Bibel hätten versucht, im Nachhinein die Ereignisse in der Geschichte, wo und wie Gott eingegriffen hat, zu deuten. "Gott hat mit Maria Geschichte geschrieben", predigte der Geistliche. Der Evangelist Matthäus würde in der Stammbaumgeschichte beschreiben, dass Jesus in diese Geschlechterfolge seit Abraham gehört, dass die Heilsgeschichte mit Jesus weitergeschrieben wurde bzw. zur Vollendung gekommen ist. Im Mittelpunkt dieser Stammbaumgeschichte stehe gar nicht Maria sondern Josef. Sein Stammbaum sei es, der Jesu Abstammung aus Davids Geschlecht belegen soll.

Junge Frau aus dem Volk


Und doch sei nicht Josef der Erwählte, sondern Maria, betonte Abt Kugler. Sie sei die Hauptperson im Geschehen vor Jesu Geburt, die keinen Stammbaum vorweisen kann. Sie sei aber nur eine junge Frau aus dem Volk, fast könne man sagen, Maria - ein Mensch wie du und ich. An Maria werde das Wirken des hl. Geistes sichtbar. "Wenn wir mal gedanklich die Lebensgeschichte von Maria nachgehen und darin versuchen Gottes Spuren zu entdecken, war ihr Leben sicherlich alles andere als langweilig." Der Prediger war sich sicher, dass Maria im Leben ihres Sohnes vieles nicht verstanden habe. Sie hätte es erst im Nachhinein, nach der Auferstehung ihres Sohnes im Licht der Ostersonne verstanden. "Welches Leben geht schon immer geradeaus, ohne Brüche, ohne Einschnitte, ohne Scherben, ohne Schmerzen?" Deshalb könnten sich ja bis heute viele Menschen in Maria wiederfinden. Vielleicht gerade Eltern, die ihre Kinder nicht verstehen. "Viele Eltern machen die schmerzhafte Erfahrung, dass ihre Kinder all die Werte und die Glaubensüberzeugungen, die sie ihnen vermittelt haben, einfach über Bord werfen. Sie meinen, sie hätten in der Glaubenserziehung ihrer Kinder versagt." Viele Eltern würden sich fragen, was kann man da tun? "Schauen wir auf Maria", empfahl der Abt. Sie hätte ihrem Sohn keine Vorhaltungen gemacht. Vielmehr hätte sie den Weg ihres Sohnes im Hintergrund still begleitet bis unter das Kreuz. "Sie ist den Weg ihres Sohnes mitgegangen, auch wenn ihr vieles fremd erschienen ist."

Woher wir kommen


Auch in unserem Leben könnten wir oft vieles nicht verstehen. Und doch löse sich vieles, was wir momentan nicht verstehen, im Rückblick auf. "Ob wir darin nicht etwas von unserem Gott entdecken können", fragte der Prediger. Sein Rat lautete deshalb: Schauen wir in unsere eigene Lebensgeschichte und versuchen wir, die Spuren Gottes in unserem Leben zu deuten. Dies würde sich lohnen und wir kommen der Frage, woher wir kommen, immer näher.
Gott hat mit Maria Geschichte geschrieben.Abt Hermann-Josef Kugler
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