Städtischer Kindergarten feiert Jubiläum
Vom reinen Bewahren zur Bildungseinrichtung

Kindergartenleiterin Silvia Markowski (links) und ihre Stellvertreterin Maria Üblacker informieren Bürgermeister Franz Stahl über die Feierlichkeiten und Aktionen im Jubiläumsjahr. Bild: Grüner
Vermischtes
Tirschenreuth
01.09.2016
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50 Jahre alt wird das Kinderhaus "Kunterbunt" in diesem Jahr. Der runde Geburtstag gibt Anlass zum Feiern und an die Geschichte des Städtischen Kindergartens zu erinnern.

Die Festivitäten und besonderen Veranstaltungen zum Jubiläum beginnen schon am Samstag, 24. September . Da lädt das Kinderhaus ab 15 Uhr die Bevölkerung zum ersten Oktoberfest ein. Um 15.30 Uhr sticht Bürgermeister Franz Stahl das erste Fass Bier an. Egal wie das Wetter an dem Tag ist, es wird garantiert keiner nass oder muss frieren, denn Platz für ein rauschendes Fest ist sowohl draußen als auch drinnen reichlich vorhanden.

Am Freitag, 30. September , zeigt um 10 Uhr die Puppenbühne Regenbogen "Die Wunderblume" mit Adolf Richter. Ebenfalls noch in diesem Jahr entsteht ein Jubiläumskalender mit Kunstwerken, die die Kinder im Kindergarten produziert haben.

Große Party erst 2017


Die offizielle Geburtstagsparty mit Festakt folgt im kommenden Jahr im Juli mit einem Festwochenende von Freitag bis Sonntag. Für den 14. Juli 2017 hat sich Staatsministerin Emilia Müller angesagt und am 16. Juli 2017 feiert der Kindergarten sein Jubiläum offiziell. Der Tag beginnt mit einem Feldgottesdienst um 10 Uhr. Ein riesiges Festzelt schützt vor schlechtem Wetter. Dabei treten ab 14.30 Uhr auch "Rodscha aus Kambodscha" und Tom Palme auf und haben jede Menge Mitmachlieder im Gepäck.

Für das Jubiläumsjahr haben Silvia Markowski und ihre Stellvertreterin Maria Üblacker unter dem Titel "Von der Bewahranstalt zur Bildungseinrichtung" eine umfangreiche Chronik erstellt. Das Werk zeigt den Wandel der Kinderbetreuung in Tirschenreuth von 1945 bis 2016 auf und informiert über die bauliche Entwicklung des Hauses in den vergangenen 50 Jahren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kindertageseinrichtungen, Kinderbewahranstalten, Kleinkinderschulen und Kinderheime zunächst als Einrichtung für Familien in sozialen Notlagen gesehen. Damals gab es auch kaum finanzielle Unterstützung dafür, weshalb der Ausbau nur schleppend voran ging.

Ziel war es damals, vor allem die Kinder berufstätiger Eltern vor der Verwahrlosung zu schützen. Es wurden Kinder ab zwei Jahren aufgenommen, die stundenweise betreut wurden. Der Betreuungsauftrag stand eindeutig im Vordergrund, der Bildungsauftrag etablierte sich nur langsam.

Heute ist aus der ehemaligen Kinderbewahranstalt ein "Haus für Kinder" geworden. Im Bereich der Krippe werden Kinder ab dem ersten Lebensjahr aufgenommen. Mit dem dritten Lebensjahr beginnt die Kindergartenzeit. "Das Kinderhaus Kunterbunt bietet mit seinem Raum- und pädagogischen Konzept optimale Voraussetzungen für eine ganzheitliche Betreuung", sagt Silvia Markowski. "Heute gestalten Kinder ihre Entwicklung bereits ab dem Säuglingsalter selber aktiv mit. Genau diesen Ansatz verfolgen wir in unserem Kinderhaus. Die Kinder sind die Baumeister ihres Lebens."

Weg zur Selbstständigkeit


Das pädagogische Personal steckt die Rahmenbedingungen ab und unterstützt die kleinen Leute auf ihrem Weg. "So finden sie schnell zur Selbstständigkeit, Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung." Sommerfeste zum Beispiel entstünden heutzutage auf die Art und Weise, dass die Kinder ihre Talente präsentieren, indem sie selbst ausgedachte Aktionen zum Besten geben. Heute seien die Kinder stolz, den Eltern zu zeigen, was sie aus ihren eigenen Ideen und Kräften geschaffen haben.

Die Erziehung habe sich im Gegensatz zu früher stark verändert. Damals wurde viel Wert auf Gemeinschaft und Disziplin gelegt. Die Kinder wuchsen in Großfamilien auf. Sie haben in ihrer Freizeit die Natur und das Leben selbst erforschen können und konnten diese selbstbestimmte Kindheit im freien Spiel ausleben. Heute spreche man von Insel-Kindheit, lebten Kinder auf verschiedenen Inseln wie Familie, Kindergarten, Vereine oder Freunde.

Ein straffer Alltag ließe kaum Zeit für eine selbstbestimmte Kindheit. Dazu kämen Umweltgefahren, die Kindern nicht mehr in dem Ausmaß wie früher gestatteten, alleine im Wald oder in der Natur zu spielen. Deshalb müssten Bedingungen geschaffen werden, unter denen Kinder die Selbstbestimmtheit von früher in einem geschützten Rahmen ausleben könnten.

Anne Eckert war eine der ersten Erzieherinnen (1973 bis 2016) im Kinderhaus. Für sie sind die Schützlinge heute nicht anders wie früher. "Nur die Ansprüche der Eltern und der Gesellschaft liegen wesentlich höher." Der Start des Kinderhauses war vor 50 Jahren im ehemaligen Kinderheim an der Mühlbühlstraße. Als die Oberrealschule wegen Raumnot dort mit einzog, wurde 1966 der Neubau an der St-Peter-Straße am heutigen Standort fällig. Die Kosten für den Grunderwerb und den Neubau beliefen sich damals auf 1 050 000 D-Mark.

Generalsanierung


2010 beschloss der Stadtrat die Generalsanierung der veralteten Gebäude. 2,2 Millionen Euro wurden in die Erneuerung des Daches, der Fassade, den Umbau für Krippen- und Gruppenräume, in energetische Maßnahmen und die Außenanlagen investiert.

Aktuell werden im Städtischen Kindergarten 121 Kinder, davon 32 in drei Krippengruppen von sieben Erzieherinnen und 10 Kinderpflegerinnen betreut. Zwei Berufspraktikantinnen, eine Hauswirtschafterin und Haustechniker Andreas Üblacker komplettieren die Mannschaft.

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Weitere Informationen:

www..stadt-tirschenreuth.de

Das Kinderhaus Kunterbunt bietet mit seinem Raum- und pädagogischen Konzept optimale Voraussetzungen für eine ganzheitliche Betreuung.Silvia Markowski
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