Stark für Werte in Jugendarbeit

Sehr gut besucht war die Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings im "Seenario". Bilder: kro (2)
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Tirschenreuth
22.11.2016
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"Der Film kommt bei den Jugendlichen über Facebook sehr gut an." Zitat: Cirta Rosbach

Die Preisverleihung in Berlin war ein großer Moment für die Initiatoren der Suchtprävention "Need no speed". Mit dabei war Jürgen Preisinger als Vertreter des Kreisjugendrings. Nicht nur darauf ist die Organisation stolz, die sich auch gegen Populismus stark macht.

Außerordentlich gut besucht war die Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings. Im Blickpunkt stand neben dem umfangreichen Rechenschaftsbericht von KJR-Vorsitzendem Jürgen Preisinger das Jahresprogramm 2017, das einstimmig genehmigt wurde. Ebenso die Mittelanforderung an den Landkreis: 97 000 Euro werden für das Jahresprogramm, die Zuschüsse an die einzelnen Jugendgruppen und für das grenzüberschreitende Jugendmedienzentrum Oberpfalz-Nord benötigt.

Personelle Veränderungen


Preisinger verwies nicht ohne Stolz auf das gut angenommene Ferienprogramm des Kreisjugendrings. "Es gab keine problematischen Zwischenfälle", gab er den dank an alle Helfer und Organisatoren weiter. Die Aufwandsentschädigung für die Betreuer sei erhöht worden sei, zudem erhielten die Inhaber der Vergünstigungskarte "Juleica" einen Zuschlag: "Wir wollen diejenigen belohnen, die als qualifizierte Jugendleiter ausgebildet sind." Die Karte stelle ein Qualitätsmerkmal der Jugendarbeit dar. Im Jugendmedienzentrum gibt es demnächst personelle Veränderungen, kündigte der Sprecher an. Nachdem Gabi Paetzolt in Elternteilzeit sei und Cirta Rosbach nach dem Auslaufen ihres Vertrages zehn Stunden für das Jugendzentrum arbeite, seien noch 9,5 Stunden für eine Verwaltungsangestellte frei. Diese Kraft soll die KJR-Geschäftsstelle entlasten.

Als erfreulich wertete Jürgen Preisinger die vielen Zuschussanträge, die aktuell geprüft würden. Detailliert ging er auf die Aktion "Need no speed" ein. Dafür sei eine regionale Präventionsstelle geschaffen worden. "Der Kreisjugendring Tirschenreuth war von Beginn an dabei und hat sich dafür stark gemacht." In eineinhalb Jahren solle "Need no speed", dessen Träger der Bayerische Jugendring ist, durch einen Verein weiter betrieben werden.

Gegen Populismus


Alle drei Jugendringe in der nördlichen Oberpfalz wollten sich da einbringen. Mit ihrer Kompetenz, ihrer Qualität und ihrem Netzwerk seien sie geradezu für diese Initiative prädestiniert. Zielgruppe seien die Kinder und Jugendlichen. Nicht unerwähnt ließ Preisinger die Erfolgsmeldung, dass "Need no speed" beim bundesweiten Wettbewerb "Innovative Suchtprävention vor Ort" den zweiten Platz belegt hat. Preisinger freute sich auch über die mehr als 500 "Likes" für den Kreisjugendring bei Facebook.

"Jugendarbeit muss sich für unsere Werte stark machen", forderte der Vorsitzende dazu auf, sich entschieden gegen Populismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einzusetzen. "Parteien wie die AfD, die nur durch Populismus auffallen und damit Ängste in der Bevölkerung schüren, dürfen nicht an die politische Macht in unserem Land gelangen", sagte Preisinger. Anschließend stellte er das umfangreiche Jahresprogramm 2017 vor. Neben verschiedenen Freizeitaktivitäten stehen Stadtgespräche und Schulungen auf dem Programm. Ein Schwerpunkt wird die ganzjährige Aktion zur Verkehrssicherheit "Smartphone und Auto" in Kooperation mit den Polizeiinspektionen in Tirschenreuth, Waldsassen und Kemnath sein.

Cirta Rosbach präsentierte den neuen Imagefilm des Medienzentrums: "Er kommt bei den Jugendlichen über Facebook sehr gut an." Sie stellte das Jahresprogramm vor. Unter dem Motto "Dou is schöi" gibt es einen Bilderwettbewerb. Die drei besten Motive sollen auf Postkarten, jeweils mit einer Auflage von 1000 Stück, gedruckt werden.

Der Film kommt bei den Jugendlichen über Facebook sehr gut an.Cirta Rosbach


Engagiert gegen virtuelle GefahrenFranz Stahl, Bürgermeister der Kreisstadt Tirschenreuth, richtete einen flammenden Appell an die Politiker in Berlin und in München: "Die finanzielle Ausstattung für die Jugendarbeit muss Pflichtaufgabe sein." Dies fordere er schon seit Jahren, doch sei dies immer noch nicht umgesetzt worden. Ausdrückliches Lob zollte er dem Kreisjugendring, der mit seinen Aktivitäten für Furore sorge. Die Aktion "Need no speed" habe bundesweit Aufsehen erregt. Stahl zollte auch dem Tirschenreuther Jugendrat Anerkennung. Ein "Platz der Generationen" werde im kommenden Jahr im Fischhofpark auf dessen Initiative hin realisiert. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler betonte ebenfalls die Bedeutung der Jugendarbeit, zumal in einer Zeit, wo kaum mehr miteinander persönlich kommuniziert werde. Vieles laufe über Handys und Internet. In seiner Jugendzeit habe es dies nicht gegeben, "wir hatten aber auch nur drei Fernsehprogramme". Viele junge Leute lebten nicht mehr in der realen, sondern in der virtuellen Welt, die viele Gefahren berge. Mit einer engagierten Jugendarbeit könne man dagegen wirken. Scheidlers Dank galt den vielen Vereinen. (kro)


Der Kreisjugendring Tirschenreuth war von Beginn an dabei und hat sich dafür stark gemacht.Vorsitzender Jürgen Preisinger
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