Treffen des Arbeitskreises Historisches Handwerk
Hoffnung auf Handwerkerstadl

"Schafflmacher" Wilhelm Staufer (Zweiter von links) zeigte dem Arbeitskreis Historisches Handwerk, wie Holz für die Herstellung von Bottichen gespaltet wird. Bild: kro
Vermischtes
Tirschenreuth
10.03.2016
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Ganz ohne Technik geht es auch beim Arbeitskreis "Historisches Handwerk" nicht. Doch letztlich war das Wissen des "Schafflmachers" die entscheidende Größe.

Mit einem aktiven Part hatte der Arbeitskreis Historisches Handwerk im Oberpfalzverein seine Jahresversammlung versehen. Nach dem Treffen durften die Mitglieder sowie Interessierte mit "Schafflmacher" Wilhelm Staufer aus Falkenberg ein Bottich bauen.

Unterstützung leistete Schreinermeister Otto Weiß aus Mitterteich. 18 Aktive, darunter zwei Frauen, spalteten die großen Fichtenstämme, manche nutzten dabei die Kraft eines modernen Geräts. Auf der Schnitzbank wurden die Holzstücke in einer Transportkiste aufgestapelt und zur Trocknung vorbereitet, damit die spätere Feinarbeit erfolgen kann.

Noch keine Unterkunft


Andere übten sich unter Anleitung von Roswitha Reisnecker beim Strickeschlagen. Das Interesse freute besonders die Vorstandschaft mit Alex Zintl, Herbert Konrad und Erika Rahm. Einziger Wermutstropfen ist eine immer noch fehlende Unterbringung der Materialien. Bei der zuvor stattgefundenen Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus in Matzersreuth schilderte Herbert Konrad die Aktivitäten des Arbeitskreises, der 1996 zur Rettung der Fassbinderei Mickisch gegründet worden war. Seine Aufgabe ist es, altes Handwerk zu sammeln, zu bewahren und zu vermitteln. Das konzentrierte sich auf die Fassbinderei aber auch andere betroffene Handwerkszweige. So wurden unter Anleitung von Josef Schmeller und Johann Häring Reisigbesen gemacht oder Stricke geschlagen.

Originelles Fleischfassl


Unter der Anleitung von Schafflmacher Wilhelm Staufer werde man nun versuchen, Bottiche oder Schaffeln aus Holz zu fertigen. Der "Kundlbinner" aus Falkenberg hatte einen wunderschönen Bottich mitgebracht und dem Arbeitskreis übereignet, ein originelles Fleischfassl hatte er den Verein schon früher gespendet. Weiter berichtete Konrad, dass erst kürzlich eine Sattlerei in Tirschenreuth aufgelöst wurde, die Werkzeuge und Teile vom Inventar wurden dem Arbeitskreis kostenlos zur Verfügung gestellt. Verschiedene Kleinwerkzeuge, wie Ziehmesser in gebogener Form, werden weiter gesucht. Dieses alte Handwerkszeug zeugt von bäuerlichen Handwerkskunst, die mit einfachen aber auch ganz speziell angefertigten Werkzeuge ein wahre Meisterleistung vollbrachten. Auch wenn diese einfachen aber praktikablen Produkte von den Massenerzeugnissen aus Plastik verdrängt werden, freuen sich die Mitwirkenden vom Arbeitskreis auf das Interesse der Besucher bei den Bauernmärkten oder beim Bürgerfest am 12. Juni in Tirschenreuth.

Der Arbeitskreis ist weiter auf der Suche nach einem passenden Quartier, einer geeigneten Halle. Wertvolle Maschinen sollten dort präsentiert werden können, in einem Art "Handwerkerhof oder -stadl". Im Blick habe man dabei einen Stadl inmitten der Altstadt von Tirschenreuth.

Interessenten willkommen


Der Arbeitskreis Historisches Handwerk möchte weiter altes Handwerksgut bewahren und vermitteln. Interessenten sind herzlich willkommen. Ansprechpartner sind Herbert Konrad, Tel. 09631/4435, und Alex Zintl, Tel. 09631/2265.
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