Umzug nach Wiesau steht bevor

Ins leerstehende Möbelhaus in der Tonwerkstraße sollen noch diese Woche 14 Flüchtlinge einziehen, die nicht volljährig sind. Bild: wro
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Tirschenreuth
08.03.2016
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43 minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten nach Deutschland eingereist sind, haben derzeit eine Heimat im Landkreis Tirschenreuth gefunden. Für 19 von ihnen beginnt in den nächsten Tagen ein kleiner Umzug.

Relativ ruhig verliefen die vergangenen Monate für den Landkreis, was die Zuteilungen der allein Flüchtenden unter 18 Jahren betrifft. Hier hatte Bayern 2015 eine unverhältnismäßig große Zahl zu schultern, begründete Kreisjugendamtsleiter Albert Müller die Gesetzesänderung ab November mit dem Ziel einer gerechteren Verteilung nach dem "Königssteiner Schlüssel" auf die Bundesländer.

Allerdings habe sich gezeigt, dass Bayern vorher nicht wie angenommen die Hälfte aller unbegleiteten Flüchtlinge aufgenommen hatte, sondern etwa ein Viertel. "Wir werden wohl heuer wieder welche aufnehmen müssen", blickte Müller in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses voraus.

Fakt ist, so der Leiter des Kreisjugendamtes, dass die Zeit der Notunterkunft minderjähriger Flüchtlinge in der ehemaligen Kolping-Ferienstätte Immenreuth beendet wird. Die meisten kommen nach Wiesau.Von den derzeit 19 Jugendlichen der Wohngruppe ziehen 14 ins Gebäude des Möbelhauses Gebhard um. Die Katholische Jugendfürsorge, Trägerin des Jugendhilfehauses St. Elisabeth in Windischeschenbach, übernimmt diese Gruppe gewissermaßen als Außenstelle. Der Landkreis Tirschenreuth hat bekanntlich Interesse daran, die Ferienstätte Immenreuth dann als dezentrale Unterbringung für Asylbewerber anzumieten. Drei der momentan noch 19 dort lebenden Jugendlichen sollen im SOS-Kinderdorf Immenreuth einen Platz finden, wo schon etliche ihrer Schicksalsgenossen wohnen. Zwei Flüchtlinge sollen im Zuge der Verwandtenzusammenführung außerhalb des Landkreises unterkommen, informierte Müller. Der Jugendamtsleiter bedankte sich ausdrücklich bei den Besitzern des ehemaligen Kolping-Hauses Immenreuth und der Kolping-Berufshilfe, die vergangenes Jahr als Betreuer der Jugendlichen eingesprungen waren.

Nicht nur verwaltungstechnisch, auch sozialpädagogisch hat das Kreisjugendamt Tirschenreuth für die unbegleiteten Jugendlichen Verantwortung. Das machte Peter Gold klar, der Leiter des Sozialdienstes. Über 40 zusätzliche Vormundschaften seien ein weites Betätigungsfeld, in das man mangels eigener Ressourcen auch professionelle Vereine einschalte. Außerdem sei das Jugendamt für viele Minderjährige zuständig, die in der Notunterkunft Wiesau ankommen - zwar von Verwandten, aber nicht von den Eltern begleitet. "Wir müssen uns auch da um Vormundschaften kümmern", betonte Gold.
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