Unser Dorf hat Zukunft:
Herzogöd macht das Rennen

Wie ein Wettbewerb einen Ort weiterbringen kann, wird am Beispiel Herzogöd deutlich. Das kleine Dorf mit 30 Einwohnern ist seit etwa 20 Jahren dabei, wenn es heißt, "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden. Nach zwei zweiten Plätzen in den Vorjahren, einmal auf Bezirks-, einmal auf Kreisebene, hat es jetzt geklappt. Die Jury kürte den Ort gestern mit dem ersten Platz auf Kreisebene. Bilder: Grüner (4)
Vermischtes
Tirschenreuth
21.07.2016
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Das ehemalige Forsthaus hat die Familie Stöckert saniert ohne den ursprünglichen Charakter zu zerstören.

Herzogöd ist 2016 das schönste Dorf im Landkreis Tirschenreuth. Zu dem Schluss kam am Donnerstagvormittag die Bewertungskommission nach gut zweistündiger Beratung. Den zweiten Platz belegt Maiersreuth, Dritter wurde Hohenthan.

Im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden ging Herzogöd mit 84 Punkten als Sieger hervor. Maiersreuth konnte 79 Punkte auf seinem Konto verbuchen. Außerdem vergab die Jury diverse Sonderpreise.

Platz Eins ist mit 1000 Euro, Platz zwei und die Sonderpreise jeweils mit 800 Euro dotiert. Der Kreisfachberater für Gartenbau im Landkreis, Harald Schlöger wies darauf hin, dass die Preisgelder zweckgebunden sind und ausschließlich dafür eingesetzt werden dürfen, wenn es darum geht im Rahmen des Wettbewerbs weitere Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen.

Nicht einfach gewesen


Für die Jury, bestehend aus Else Köstler (Amt für Landwirtschaft und Forsten), Lothar Müller (Bürgermeister Plößberg), Claudia Fuchs (Untere Naturschutzbehörde), Irmgard Zintl (stellvertretende Kreisbäuerin), Florian Preisinger (Initiaktivkreis), Klaus Weig (Kreisbaumeister), Manuela Pappenberger (Kreisfachberatung für Gartenbau), Kreisheimatpfleger Robert Schön und Maria-Magdalena Stöckert (Kreisheimatpflegerin), sei die Bewertung alles andere als einfach gewesen, so Schlöger.

Bis auf den Viertplatzierten seien die Teilnehmer qualitativ sehr nah beieinander gelegen. Schlöger dankte allen Teilnehmern, die sich dem Wettbewerb gestellt haben. Jeder von ihnen profitiere von der Teilnahme, ob Gewinner oder nicht. So ein Wettbewerb liefere stets auch Impulse für die Zukunft. Angetan war Schlöger von den Präsentationen der Teilnehmer. Auf fünf Kriterien achteten die Juroren diesmal ganz besonders. 1. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen : Dabei ging es darum, was bereits verwirklicht worden ist und was sich daraus machen lässt. 2. Soziales und kulturelles Leben: Dazu zählten das Vereinsleben, das Miteinander bei der Verwirklichung von Ideen und die Mitwirkung der Bürger bei der Dorfentwicklung,

3. Baugestaltung und Entwicklung: Wie wird mit alter Bausubstanz umgegangen, wie gut sind Neubauten ins Bild integriert, waren die Dinge, die dabei zählten. 4. Grüngestaltung und Entwicklung und 5. Dorf in der Landschaft: Zwei Aspekte, deren Grenzen fließend seien, so Schlöger. Sie wären quasi die Wurzeln des Wettbewerbs und zielten auf Ökonomie, Ökologie und Soziales ab. Das Augenmerk dabei lag auf privaten wie öffentlichen Anwesen. Punkten konnte dabei wer Landschaftselemente wie Hohlwege und freifließende Bachläufe und auch noch Biotope in der Landschaft vorweisen konnte.

Seit 20 Jahren dabei


"Seit 20 Jahren ist der diesjährige Kreissieger Herzogöd beim Wettbewerb dabei und hat sich stetig verbessert", sagte Schlöger. Überzeugt habe die Jury unter anderem eine vorbildlich intakte Dorfgemeinschaft, die alles nach eigenem Leitbild selber anpacke.

Dazu gehörte, dass Altbauten erhalten und Neubauten ins Gesamtbild integriert werden. Viele Altbäume und Streuobstflächen, ein Spielplatz, wirtschaftliche Perspektiven, umgesetzt durch ein Café und einen Kfz-Betrieb bei einer Einwohnerzahl von 30 Menschen, seien beispielgebend. Punkten konnte Herzogöd auch durch eine Kooperation mit dem Naturpark Steinwald. Am Ortseingang wurden eine Informationstafel aufgestellt und ein Wanderparkplatz, angelegt.

In Maiersreuth gefiel besonders das rege Vereinsleben eine sehr gute Eingrünung und perfekte Verzahnung mit der Landschaft. Für ein geplantes Kinderhaus-Projekt im Bereich Dorfanger erhält Maiersreuth zusätzlich zum zweiten Platz noch einen Sonderpreis. Hier kümmerten sich die Kinder selbst um ihr Belange, "und die Erwachsenen nehmen deren Anliegen durchaus ernst.

Hohes Potenzial


Hohes Potenzial bescheinigte die Jury der Ortschaft Hohenthan am Grenzkamm. Auch hier konnte der Ort mit einem regen Vereinsleben (fast 20 Vereine) punkten. Begeistern konnte Hohenthan auch mit seinem Alter. Das Dorf sei eine gewachsene Ortschaft in der sowohl Leben als auch Arbeiten möglich sei. Eine Bank, eine Tankstelle und zwei größere Betriebe zeichneten dafür mitverantwortlich. Für den Erhalt der vielen alte Bäume bei der Kirche und am Friedhof gab es ebenfalls einen Sonderpreis.

Bezirksentscheid im Herbst


Der Siedlung Friedenfels bescheinigten die Bewerter eine harmonische Bebauung. Was hingegen fehle wäre das Selbstbewusstsein innerhalb der Siedlergemeinschaft.

Mit seinem ersten Platz geht Herzogöd jetzt in den Bezirksentscheid, der im Herbst über die Bühne geht. Die Preisverleihung auf Kreisebene soll ebenfalls im Herbst im Siegerdorf stattfinden.
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