Vertrauen auf Barmherzigkeit

Gläubige trugen die Marienstatue in einer Prozession um den Tirschenreuther Marktplatz. Bild: kro
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Tirschenreuth
17.07.2016
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Mit sieben weiteren Seelsorgern feierte der Passauer Altbischof Wilhelm Schraml (Vierter von links) den Festgottesdienst zur 351. Wallfahrt "Zu unserer lieben Frau von Tirschenreuth". Bild: kro

Aufrüttelnde, aber auch aufmunternde Worte prägten die Monatswallfahrt "Zu unserer lieben Frauen von Tirschenreuth". Zu Gast war der Passauer Altbischof Wilhelm Schraml.

Mit dieser inzwischen 351. Wallfahrt wurde das vierte Wallfahrtsjahrzehnt eröffnet. Stadtpfarrer Georg Flierl freute sich, mit Altbischof Wilhelm Schraml, der seinen Ruhestand in Altötting verbringt, einen "alten Bekannten" zu "einen Heimspiel" begrüßen zu können. Denn Schraml ist gebürtiger Erbendorfer und führte schon mehrmals die Tirschenreuther Wallfahrt an. Flierl erinnerte auch daran, dass der Gründer der Monatswallfahrt, der ehemalige Stadtpfarrer Georg Maria Witt, am 13. Juli seinen 86. Geburtstag hätte feiern können. Nicht zuletzt deshalb gestaltete der Männergesangverein Tirschenreuth den Gottesdienst. Zudem lud die Pfarrei nach dem Gottesdienst und der Prozession zu einem kurzen gemütlichen Beisammensein ein.

Altbischof Wilhelm Schraml betonte, dass er gerne wieder einmal ins Stiftland nach Tirschenreuth zur Wallfahrt gekommen sei. "Denn die Gnadenmutter hilft uns, auf dem richtigen Weg zu bleiben." In seiner Predigt ging Schraml auf das von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Jahr der Barmherzigkeit ein, das den Gläubigen die Chance gebe, im Glauben zu wachsen und auf den Kern des Glaubens zurückzukommen. Je konsequenter die Kirche den Kern des Evangeliums lebe, desto stärker werde die Entwicklungskraft. "Christus offenbart uns darin Gott den Vater, der die Liebe und voller Erbarmen ist." Im Jahr der Barmherzigkeit sollte man den Blick darauf richten und so das Geheimnis Gottes nahe kommen lassen. "Gott ist unser Vater, der uns so liebt, wie nur Eltern ihre Kinder lieben." Obwohl alle Menschen Sünder seien, "gibt Gott nie auf, uns sein Erbarmen zu schenken".

Gott warte auf uns und gehe uns mit offenen Armen entgegen. "Er schließt uns in sein Herz ein und gibt den Sündern so die Ehre zurück." Die Barmherzigkeit Gottes sei die einzige Antwort auf alle Tragödien. Alleine die Barmherzigkeit Gottes könne der Sünde, der verräterischen Macht des Hasses ein Ende setzen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Gottesmutter Maria. Sie sei die Mutter der Barmherzigkeit. Sie habe das Erbarmen Gottes auf ganz außergewöhnliche Weise erfahren. "So wie es kein anderer Mensch erfahren hat." Unter dem Kreuz habe sie die Worte Jesu vernommen: "Vater vergib ihnen, den sie wissen nicht was sie tun." Unter dem Kreuz habe Maria gespürt, wie hoch der Preis für die Liebe Gottes sei.

Er selbst gehe jeden Tag in die Gnadenkapelle in Altötting, berichtete Altbischof Wilhelm Schraml. Er bete zur Muttergottes: "O Maria hilf. Lass mich nicht verderben, du Mutter der Barmherzigkeit." Er fuhr fort: "Mit dem Empfang des Bußsakraments empfangen wir die Barmherzigkeit Gottes pur." Denn Gott wasche uns damit von der Sünde rein, von aller Schuld. Schraml abschließend: "Wir bitten dich, führe uns zu Jesus, führe uns zu deinem Sohn, du süße Jungfrau Maria, Amen."

Prozession


Nach dieser eindrucksvollen Predigt blieb es in der Stadtpfarrkirche eine Zeitlang still. Die während des Gottesdienstes gesammelte Kollekte erhält Pater Paul, der damit in Indien wichtige Bauprojekte verwirklichen lassen will. Nach dem Gottesdienst fand eine Prozession mit der Marienstatue rund um den Tirschenreuther Marktplatz statt.
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