Von Feuerwehr bis Ortsumgehung
Stahl hat wieder viel vor

An den Planungen für das alte Polizeigebäude hat Franz Stahl eine besondere Freude. Dort wird sich ab 2018 der OTH-Lernstandort finden. Die Studierenden, die heuer schon kommen, werden bis dahin in der Kolping-Berufshilfe unterrichtet. Bilder: Werner Schirmer (2)
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Tirschenreuth
13.02.2016
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In diesem Jahr wird auch die Sanierung des Hösl-Anwesens beginnen. Dort soll eine Soziale Servicestelle entstehen. Auf dem bisherigen Parkplatz ist ein Neubau für altersgerechtes Wohnen geplant.
 

Bei der Bilanz könnte man sich eigentlich ein Päuschen gönnen! Doch auch im 14. Amtsjahr läuft Franz Stahl weiter auf Hochtouren. Beim Katalog der Veränderungen stehen ganz oben der Neubau des Feuerwehrhauses oder der Hochschulstandort.

Von Werner Schirmer

Dabei ist dem rührigen Bürgermeister der Kreisstadt die Zuversicht über die Ortsentwicklung deutlich anzusehen. Bedeutende Maßnahmen werden wieder auf den Weg gebracht, etwa das Feuerwehrhaus oder der Umbau der alten Polizei zu einem Hochschul-Lernort. "Es macht großen Spaß, die Planungen voranzubringen", blickt Stahl auf das Kommende. Im Gespräch kann Stahl noch allerhand auflisten, das er mit der Unterstützung des Stadtrats auf den Weg bringen will.

Feuerwehrhaus

Bei der städtebaulichen Entwicklung ragt heuer der Neubau des Feuerwehrhauses heraus. Nach dem Spatenstich für die Vier-Millionen-Euro-Investition folgt bis 2018 die Bauausführung. Für das derzeitige Gebäude glaubt Stahl nicht an eine weitere Verwendung. Geplant ist ein Abbruch, der dann ein städtebaulich interessantes Areal entstehen lässt. Genaue Pläne gebe es noch nicht. Vorstellungen hat Franz Stahl freilich schon: Etwa eine weitere Parkfläche. Natürlich ist das Gelände auch eine Option für die Grundschule.

Bauhof

Konkreter wird der Bürgermeister da beim neuen Feuerwehr-Standort an der Mitterteicher Straße. Der moderne Bau soll mit Waschhalle oder Fahrzeugwerkstätte ausgestattet werden. Die könnten benachbarte Einrichtungen ebenso nutzen. Und vorteilhaft wäre eine gemeinsame Nutzung etwa auch für den Bauhof. Für den wären ortsauswärts noch Flächen vorhanden. "Wenn wir 2018 mit der Umsetzung der Feuerwehr beginnen, werden auch die Planungen für den Bauhof starten", blickt Stahl voran. "Wir wollen zeitnah den Bauhof dort hinbringen", ist die erklärte Absicht, auch weil der Schritt wohl einer notwendigen Sanierung vorzuziehen ist. Zudem kann sich Stahl für das herrliche Areal in der Altstadt besseres vorstellen. Etwa eine Stadthalle, zumal man sich sowieso über die Zukunft des Kettelerhauses mittelfristig Gedanken machen muss. Fortbestand hat auf alle Fälle die Stadtbücherei an ihrem Standort.

Alte Polizei

So richtig freut sich der Bürgermeister auf die Planungen für den Lernstandort der Ostbayerischen Technische Hochschule Regensburg (OTH). Für den Zweig Soziale Arbeit soll in der alten Polizei ein modernes Domizil geschaffen werden. Aktuell ist das Büro Brückner und Brückner mit einem Konzept beauftragt. Ideen hat auch Franz Stahl genug, etwa den aufgeschütteten Wall zum Parkplatz hin abzutragen, dann könnte sogar ein Zugang zum Keller des historischen Gebäudes genutzt werden. Ein Anbau wäre dann ebenfalls eine Option. Der Spatenstich soll in diesem Jahr stattfinden, fertig wird das Haus 2018. Die ersten 35 Studierenden, die schon heuer im September erwartet werden, sollen beim Standortpartner Kolping-Berufshilfe unterkommen. Bis in fünf Jahren soll nach den Planungen dann die Zahl auf 150 Studierende angestiegen sein. Für die würde die räumliche Situation im alten Polizeigebäude ausreichen. Doch hofft der Optimist Franz Stahl natürlich auch hier auf mehr.

Breitband

Ein Thema bleibt für Franz Stahl der Ausbau des Internetzugangs. Für den Bereich Wondreb/Matzersreuth wird in diesem Jahr die Telekom tätig werden. Bis Juli 2016 werden die Ortsteile in diesem Bereich auf die "Datenautobahn" einbiegen können. Für den westlichen Bereich (Hohenwald) läuft aktuell das Auswahlverfahren.

Ausbau Ringstraße

Bei all den großen Plänen werden die Ortsstraßen nicht vergessen. Heuer steht die Ringstraße mit Franz-Böhm-Gasse und Wenniggasse im Plan. Dabei wird auch die Mühlbachbrücke erneuert und eine Aufweitung der Ringstraße erfolgen, damit auch Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge durchkommen. An der Ausbausatzung will die Stadt nicht rütteln. "Wir halten uns an das geltende kommunale Abgabengesetz", merkt Stahl an, so lange der Landtag nichts Neues beschließt. Damit werden rund 60 bis 80 Prozent der Kosten auf die Anlieger umgelegt. Genaueres wird bei einer Anliegerbesprechung festgelegt. Allerdings erhalten die dann einen hochwertigen altstadtgerechten Ausbau. Und diese Mehrkosten werden komplett aus der Altstadtförderung bezahlt.

Mittelschule

In Sachen Mittelschule hat Franz Stahl schon mal die Weichen gestellt. Aktuell würden die Pläne vorbereitet und Finanzierungsgespräche geführt. "Wir wollen die Mittelschule in den nächsten Jahren sanieren", versichert Stahl. Auf jeden Fall braucht es dann eine neue Turnhalle, die vorhandene entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. In weiteren Bauabschnitten würden dann der Mittelteil der Schule und der Teil aus den 60er Jahren energetisch saniert.

Soziale Servicestelle

Beginnen wird in diesem Jahr auch die Sanierung des Hösl-Anwesens, das einmal Platz bieten wird für eine Servicestelle mit verschiedenen Angeboten. So könnten Senioren- oder Behindertenbeauftragte dort Beratungen anbieten. Zudem soll die Einrichtung "LebenPlus" ein Büro erhalten. Geplant sei auch ein Neubau für altersgerechtes Wohnen auf der vorhandenen Parkplatzfläche. "Das wird eine richtige Quartierbebauung".

SMCS-Abbruch

Etwas zurücknehmen muss sich der Bürgermeister aber bei den Ideen für die ehemalige SMCS-Fabrik an der Falkenberger Straße. Bei den Abbruch-Plänen nimmt Stahl Rücksicht auf die Diakonie, die lange einen neuen Platz für den Werkhof gesucht hat. Jetzt zeichnet sich eine Lösung im Gewerbegebiet Ost ab. Dort könnte die Diakonie in einem Neubau entsprechende Flächen mieten.

Nach dem Auszug steht der Gebäudeabbruch an. "Wir haben den Förderbescheid und auch das Bodengutachten ist in Ordnung", weiß Stahl und kündigt einen Abbruch des Fabrikgebäudes in diesem Jahr an. Mit einem Neubau wird es aber so schnell nichts werden, denn eine Nutzung durch Arbeitsamt, Jobcenter und Landratsamt hat sich zerschlagen. Allerdings gebe es neue Interessenten für das Areal.

Neues Baugebiet

Eine große Nachfrage kann der Bürgermeister an Bauplätzen in der Stadt verzeichnen. "Wir brauchen was Neues", kennt Stahl die Nöte - und kann schon etwas vorweisen. So soll oberhalb des Lindenweges Platz geschaffen werden. "Wir hoffen noch vor den Sommerferien Baurecht zu bekommen", so Stahl. Bei den Flächen würden Stadt und Kewog jeweils über die Hälfte verfügen. "Wir werden das zusammenschmeißen und ein schönes Gebiet schaffen". Und die Nachfrage nach den rund 25 Plätzen ist jetzt schon enorm.

Ostumgehung

Im Auge behält der Bürgermeister das Thema "Ostumgehung". Eine grobe Linie, etwa von der Abzweigung nach Wondreb in Richtung Lodermühle, zwischen Kleinkonreuth und Saurer Teich, könnte vorhandene Wege nutzen und wäre machbar. "Und auch bei der Flächenbeschaffung sieht es gut aus". Jetzt gelte es, die Finanzierung in eine andere Wertigkeit zu bringen, natürlich nach oben. Doch gibt sich Stahl hier zuversichtlich. "Wir sind ja schon weit vorgerückt, denn normalerweise hätte erst 2020 mit der Planung begonnen werden sollen. Und wir haben jetzt bereits die wichtigen Überlegungen zur Trassenführung."

Bei der Realisierung hält Stahl den Kostenrahmen für überschaubar. Auf rund fünf Millionen Euro kalkuliert er das Vorhaben. Wenig im Vergleich zu der enormen Verbesserung der innerstädtischen Verkehrssituation, etwa in der Mühlbühlstraße.

Viel Arbeit, die vor Stahl und seinem Stadtrat liegt. Doch der Bürgermeister geht's optimistisch an, aber mit Tempo. Und das ist weiterhin hoch, trotz der 14 Dienstjahre, die Franz Stahl schon absolviert hat. Das schönste für den Bürgermeister ist freilich, dass bei all den Investitionen der Haushalt der Stadt nicht überstrapaziert wird. Im Gegenteil: Die Schulden werden weiter zurückgeführt.

Feste und GartentageBei den vielen Planungen stehen auch eine Fülle von Festterminen im Kalender der Kreisstadt. Zu den großen Aktionen gehören heuer das Bürgerfest am 12. Juni, die Gartentage im Fischhofpark am 18. und 19. Juni oder der Amerikanische Abend des Lionsclubs am 2. Juli. (ws)


BürgerversammlungenWas war, was wird - die Einwohner der Kreisstadt und ihrer Ortsteile können sich in den nächsten Wochen aus erster Hand darüber informieren. Bei den Bürgerversammlungen wird Franz Stahl ausgiebig über alles berichten und auch die Fragen der Besucher beantworten.

Die Termine: 15. Februar für Tirschenreuth im Kettelerhaus; 16. Februar für Lengenfeld im Feuerwehrhaus; 18. Februar für Matzersreuth im Feuerwehrhaus; 22. Februar für Wondreb im Schützenheim; 23. Februar für Hohenwald, beim Hoanfbartl (Ziegelhütte). Die Versammlungen beginnen jeweils um 20 Uhr.

Schriftliche Anfragen sollten drei Tage vor der entsprechenden Versammlung bei der Stadt eingehen. Kontakt: Peter Geyer, Tel. 60911, E-Mail: peter.geyer@stadt-tirschenreuth.de. (ws)

Von Werner Schirmer

An Selbstbewusstsein mangelt es dem Tirschenreuther Bürgermeister sicherlich nicht. Franz Stahl geht seinen Weg, geradlinig und konsequent. Wer da im Weg steht, sollte zurücktreten. Das ist bislang gutgegangen. Da erstaunt es nicht, dass dem Stürmer meist freie Bahn gemacht wird. Der Erfolg gibt Franz Stahl recht.

Doch Vorsicht! Nicht dass der ungeheuere Elan auch manch gut gemeinten Rat aus dem Weg räumt. Wäre schade drum, denn Tirschenreuth hat als Team mit einem nimmermüden Kapitän eine tolle Saison hinter sich. Und der Lauf kann ruhig noch weiter andauern.

werner.schirmer@derneuetag.de
Es macht großen Spaß, die Planungen voranzubringen.Franz Stahl zum künftigen OTH-Standort Tirschenreuth
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