Vorschlag der WU zu Hüthäusl
Moderner Plan für altes Haus

Vermischtes
Tirschenreuth
01.04.2016
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Karl Berr ist der Erhalt der Historie ein großes Anliegen. Doch beim Hüthäusl in Hohenwald hat der WU-Sprecher einen radikalen Plan.

Die anstehende Sanierung des Hohenwalder Hüthäusls (Hirtheisl) beschäftigt die Wählergemeinschaft Umwelt. Beim Treffen der WU im Atelier Franz-Josef berichtete Karl Berr vom Stand der Planungen und brachte eigene Vorschläge ein. Berr erinnerte an eine Zusammenkunft des Stadtrats mit der Dorfgemeinschaft Hohenwald im Juli 2014. Dort wurde bekanntgegeben, dass die überarbeitete Kostenschätzung allein für das Gebäude 260 000 Euro beträgt. Die Hohenwalder möchten das Gebäude für Zusammenkünfte und Festlichkeiten nützen, nachdem der Dorfstadel nicht feuersicher ist.

Berr brachte in Erinnerung, dass vor Jahren der Dachstuhl des Hüthäusls zum Teil erneuert, repariert und mit neuen Ziegeln eingedeckt wurde. Kosten: 70 000 DM. Schon damals wurde im Stadtrat befürchtet, dass das Geld wegen des schlechten Mauerwerks in den Sand werde, so Berr. Das kleine Gebäude stehe so tief, dass Regenwasser über die Haustüre ins Innere gelangt. Belastend komme hinzu, dass einen Meter höher und nur 13 Meter entfernt der Dorfteich liegt. Dieser trägt auch dazu bei, dass die Mauern des seit Jahrzehnten unbewohnten Hauses nass und stark von Salpeter befallen sind. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Berr auf Nachfrage von Stadtbaumeister Andreas Ockl die Auskunft erhalten, dass die Fundamente des Hütehauses nicht erneuert, sondern nur an einigen Stellen ausgebessert werden. Eine derartige Sanierung bezeichnete Berr damals als Verschwendung von Steuergeldern, und er ist der Meinung, dass eine Nutzung nach wenigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gestattet wird.

Der Sprecher der Wählergemeinschaft wiederholte seinen Vorschlag vom Juli 2014: "Die Dorfgemeinschaft deckt die Dachziegel ab und lagert sie im Dorfstadel. Danach hebt ein Kran den Dachstuhl ab. Dieser wird ebenfalls gelagert. Das Mauerwerk wird abgebrochen. Fundament und Mauerwerk werden neu erstellt und entsprechend gegen Feuchtigkeit abgedichtet."

Aus dem Boden heraus


Das Fundament sollte um rund 20 cm höher gelegt werden, damit das Gebäude aus dem Boden kommt. "Der vorhandene Dachstuhl wird wieder aufgesetzt." Berr ist sich sicher, dass man damit weit unter den geschätzten Kosten von 260 000 Euro liegen würde. Als Beispiel führt Berr den Abbruch des historischen Zollhauses in Uffenheim an, das später wenige Meter entfernt mit neuem Fundament samt neuem Erdgeschoss wieder aufgebaut wurde. Nachdem auch ganze Bauernhöfe nach Perschen versetzt werden, müsste es möglich sein, ein Hütehäuschen mit nässesicherem Mauerwerk neu zu errichten. Mauerstärken, Fenstergrößen usw. müssten natürlich beibehalten werden. "Ich wäre der Letzte, der sich für einen Abbruch der Mauern einsetzen würde, wenn das Gebäude nicht so tief im feuchten Gelände stünde", führte Berr beim Treffen der WU an.

Rund 260 000 Euro soll laut Karl Berr die Sanierung des Hüthäusls kosten. Der Sprecher der Wählergemeinschaft Umwelt fürchtet aber, dass die Maßnahme kaum lange halten will. Deshalb empfiehlt er, das Dach abzuheben und dann mit höherem Fundament und neuen Mauern eine langfristige Lösung zu schaffen. Beim denkmalgeschützten Zollhaus (rechts) in Uffenheim hat sogar eine Verlegung und der Aufbau nebst neuem Erdgeschoss gut geklappt.

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