Vortrag von Notar Tobias Greiner
Beim Erbrecht wenig Kenntnisse

Notar Tobias Greiner. Bild: wg
Vermischtes
Tirschenreuth
31.03.2016
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Wer denkt, dass automatisch sein Ehegatte alles erbt, täuscht sich gewaltig. Und auch wer weiß, dass es einen Pflichtteil-Anspruch gibt, weiß noch lange nicht alles.

Redenbach. Dass das Thema "Vererben" gar nicht so leicht ist, zeigte der interessante Vortrag von Notar Tobias Greiner beim VdK Griesbach. "Die Kenntnisse zum Thema Erbrecht sind außerordentlich spärlich in der Bevölkerung", weiß Notar Tobias Kreiner. Oft seien die Leute nicht einmal mit den Grundrechten vertraut. Sein Vortrag sollte dazu beitragen, familienzerstörende Streitigkeiten zu vermeiden. Zur "Gesetzlichen Erbfolge" verwies Greiner auf die vier Kategorien der Erben. An erster Stellen stehen natürlich Kinder und Enkel, etwa vor Eltern und Geschwister. "Solange ein Erbe der vorherigen Ordnung da ist, schließt er alle anderen Ansprüche aus." Ein Beispiel: Gibt es Kinder und stirbt der Vater, erbt die Mutter die Hälfte, die Geschwister teilen sich die andere Hälfte. Unterscheidungen gebe es auch wegen des Güterstands der Eheleute (gesetzliche Zugewinngemeinschaft ohne Ehevertrag oder Gütergemeinschaft mit Vertrag beim Notar). Bei der Zugewinngemeinschaft erbt der Ehegatte 50 Prozent, die anderen 50 Prozent teilen sich Kinder, Enkel und Urenkel. Beim gesetzlichen Güterstand sei es etwas anders, es gibt einen pauschalen Zugewinnanteil und die Ansprüche sind etwas höher: Bei einem Kind bekommen Gatte und Kind jeweils die Hälfte, bei zwei Kindern je ein Drittel. Notar Greiner informierte auch zum Thema "Testament". Es gibt das privatschriftliche Testament, sicherer und kostengünstiger sei das notarielle Testament. "Mit einem notariellen Testament kann man sicherstellen, dass vererbt wird, wie man es möchte und nicht, wie das Erblassgericht das tut." Es kann jederzeit widerrufen werden. Für einen Erbvertrag sei zwingend eine Beurkundung nötig, es ist kein Widerruf möglich. Beim notariellem Testament und beim Erbvertrag benötigen die Erben keinen Erbschein (der Kosten verursacht, je nach Vermögen bei Tod).

Kritisch beurteilte Greiner das "Berliner Testament". "Wenn einer stirbt, ist der andere an das Testament gebunden bis er stirbt - es kann nicht mehr geändert werden!" Was viele auch nicht wissen: Der Pflichtteil für Kinder besteht, auch wenn man sich gegenseitig als alleinige Erben einsetzt. Eingegangen wurde vom Notar unter anderem noch auf den Inhalt der letzten Verfügung, wobei es Unterschiede bei Erbe und Vermächtnis gibt. "Man kann keine Gegenstände direkt zuteilen - das Erbe geht sonst als Ganzes auf die Erben über." Man könne nur festlegen, dass etwa drei Erben nach Festlegung einer Teilungsanordnung erben.
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