Vortrag von Pater Thomas Mühlberger beim 4. Bäuerinnen-Frühstück des Maschinenrings - ...
Der Glaube bietet eine Schulter zum Anlehnen

Vermischtes
Tirschenreuth
25.11.2016
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Kann der Glaube Berge versetzen? Diese Frage stellte Pater Thomas Mühlberger 165 Landfrauen beim vierten Bäuerinnen-Frühstück des Maschinenrings.

Leberkäse und heiße Würstchen, Vollkornbrot, Semmeln und Marmelade, Käse und Müsli, Orangensaft und Eier, Kaffee und Tee: Alles da, was ein richtig gutes Frühstück ausmacht. 165 Bäuerinnen langten dann auch kräftig zu, ganz im Sinne des Veranstalters Maschinenring, der zum vierten Bäuerinnen-Frühstück eingeladen hatte. "Wir treffen beruflich bedingt immer nur die Landwirte. Über das Frühstück lernen wir nun auch die Frauen kennen", erklärte Marion Höcht den Grund dieser Veranstaltung. Die Geschäftsführerin hatte anfangs nicht mit derart viel Zuspruch gerechnet, so dass das Frühstück nun an zwei Vormittagen stattfinden muss.

Am Donnerstag waren 89 von 90 gemeldete Frauen gekommen. "Eine gute Quote", meinte bei der Begrüßung Hans Enslein vom Maschinenring, der die Idee zum Bäuerinnen-Frühstück gerne unterstützt, damit die Frauen sich einmal verwöhnen lassen könnten. Immerhin müssen die Allrounderinnen täglich gleichzeitig die vielfältigen Berufsbilder Bäuerin, Haushälterin, Mutter, Familienmanagerin, Ehefrau, Tierpflegerin und oftmals auch Altenpflegerin für die Eltern stemmen und nicht selten den Bauern selbst auf dem Hof vertreten, sollte dieser als Nebenerwerbslandwirt tätig sein. Diese täglichen Herausforderungen mit steigender Tendenz waren dann auch Thema des Referats von Pater Thomas Mühlberger aus Fockenfeld nach dem Frühstück. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, den Bäuerinnen unter dem Titel "Die Bäuerin im Spannungsfeld Glaube, Familie und zunehmende Belastung im Betrieb" im Sinne des Glaubens Mut zuzusprechen. "Ich wollte aber nicht als Mann und Pater vor den Frauen stehen und ihnen sagen, was sie zu tun haben", so Pater Mühlberger. Um sich schlau zu machen, traf sich der Geistliche extra vorher mit Bäuerinnen, die ihm von sich erzählten.

Konfliktsituationen


Dass der Glaube helfen könne, ist auch Marion Höcht sicher, die den Referenten kurz vorstellte. "Ich bin als Kind auf dem Bauernhof aufgewachsen. Und auch in Fockenfeld wurde ich beruflich mit den Aufgaben der Landwirtschaft betraut," berichtete Mühlberger. Als klassisches Beispiel für Konfliktsituationen im Alltag nannte Mühlberger den Sonntagmorgen: "Kirche, Kochtopf, Kinder und Kühe sind selten unter einen Hut zu bringen." Dann schaute der Referent zurück, als die Menschen zufriedener erschienen. "Schwer zu sagen, was wir heute falsch machen, dass wir mit immer mehr immer unzufriedener sind." Manches Mal seien es die Männer, die ständig expandieren möchten - und die Frauen stünden dann vor der Tatsache, wie sie dieses "immer mehr" hinbekommen sollen. "Und dabei gibt es derart viel zu tun, dass man dabei nicht an Gott denkt, Gott vergisst", so Mühlberger, der mit diesem Satz zum Glauben als Hilfe im Alltag überleitete. An Gott zu denken, sei aber überall möglich, auch auf dem Mähdrescher, sagte er weiter. Der Glaube biete jedem zu jeder Tageszeit an jedem Ort "eine Schulter zum Anlehnen", und dies sogar ohne personelle Anwesenheit eines Seelsorgers oder Kirchenvertreter. "Gehen Sie öfter alleine in eine Kirche oder an einen schönen Ort, denken Sie dort an Gott und schöpfen Sie davon Kraft", riet der Pater den Frauen.

Kirche, Kochtopf, Kinder und Kühe sind selten unter einen Hut zu bringen.Pater Thomas Mühlberger
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