Was wünschen sich die Rathaus-Chefs im neuen Jahr?
Internet, Integration und Optimismus

Vermischtes
Tirschenreuth
01.01.2016
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Neues Jahr, neues Glück: Mit einer großen Portion Zuversicht gehen die Bürgermeister die nächsten zwölf Monate an. Das ergab eine kleine Umfrage in den Rathäusern zum Jahreswechsel. An Aufgaben mangelt es nicht.

"Nennen Sie ein paar Projekte oder Anliegen, die im neuen Jahr angepackt werden, entscheidend vorankommen oder sogar zu einem guten Ende kommen sollten", hat "Der neue Tag" in den Chefzimmern gebeten. Die Antworten ergeben eine abwechslungsreiche Wunschliste - vom schnellen Internet bis zum gedeihlichen Miteinander, vom Radweg bis zum Feuerwehrhaus.

In erster Linie auf viel Nachwuchs in der Gemeinde Wiesau hofft Bürgermeister Toni Dutz. Dann wünscht er sich, dass die als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzte Dreifachhalle möglichst bald wieder für sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten genutzt werden kann. Weiter auf der Liste steht die rasche Ausweisung eines neuen Industriegebietes in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden. "Ferner wünsche ich mir eine baldige und nachhaltige Lösung für unseren Bahnhof, die Fortsetzung der städtebaulichen Sanierung der Hauptstraße sowie den Beginn der Dorferneuerung in Triebendorf."

In Waldsassen nennt Bürgermeister Bernd Sommer den guten Abschluss von Baumaßnahmen wie Kunsthaus, Glück-Villa und Gärtnerhaus, einen guten Start in die Sanierung des Mühlenareals durch das Kloster, den Abbruch der letzten Reste der Porzellanfabrik Bareuther und danach Ansiedlung neuer Firmen. Und natürlich die Sanierung des Rathauses. "Im gesellschaftlichen Bereich wünsche ich mir weiterhin aktive Vereine und Ehrenamtliche." Dem Ruf als heimliche Kulturhauptstadt des Landkreises wolle Waldsassen mit vielen Angeboten gerecht werden. "Ganz wesentlich ist mir der Wunsch für ein friedliches Miteinander mit Ur-Waldsassenern und Zugezogenen, ganz gleich woher sie kommen", betont Sommer.

"Für unsere Stadt Waldershof wünsche ich mir, dass wir den Weg im Bereich Familienfreundlichkeit konsequent weitergehen. Das bedeutet für mich eine Politik für alle Generationen. Wir wollen den Jugendstadtrat fest etablieren und unsere Angebote für Senioren weiter ausbauen", sagt Friederike Sonnemann. Außerdem wolle man weiter an gewerblichen Neuansiedlungen arbeiten. Einen Schwerpunkt sieht die Bürgermeisterin in der Modernisierung der Verwaltung und kündigt ein Internet-Portal an, das Behördengänge vereinfacht. "Waldershof soll als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch stärker werden."

Die Weiterentwicklung des erfolgreichen Stadtentwicklungskonzeptes steht für Tirschenreuth im Mittelpunkt. "In Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg wird ab September die Möglichkeit geboten, in Tirschenreuth einen Masterabschluss im Bereich der sozialen Arbeit zu erlangen", freut sich Bürgermeister Franz Stahl besonders auf diese Herausforderung. Dazu muss das alte Gebäude der Polizei umfunktioniert werden. Auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses steht an, der Spatenstich ist in den nächsten Monaten geplant.

Wichtig für die Region sei die Aufwertung des Krankenhauses: "Annähernd 20 Millionen Euro werden in die medizinische Neuausrichtung des OP-Bereiches und der Notaufnahme gesteckt." An örtlichen Schwerpunkten nennt Stahl unter anderem den Umbau des "Hösl-Areals" in der Koloman-Maurer-Straße in altersgerechte Wohnungen und das neue Baugebiet am Lindenweg.

Nur einen kleinen Auszug aus seiner Wunschliste listet Bürgermeister Lothar Müller für Plößberg auf. "Wichtig ist, dass wir unsere Infrastruktur und unser Erscheinungsbild weiterentwickeln. Mit dem kommunalen Entwicklungskonzept wollen wir dann auch konkrete Punkte umsetzen." Wenn es mit der Ortsumgehung weitergeht, freut sich Müller besonders. Für den Ausbau des schnellen Internets warte die Gemeinde auf den Förderbescheid.

"Ein Thema wird auch die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen sein. Es sollte uns gelingen, in Zusammenarbeit mit Behörden, Bevölkerung und Immobilieneigentümern gute, verträgliche Lösungen zu finden", ist der Bürgermeister überzeugt.

Für Neualbenreuth erhofft sich Klaus Meyer eine Weiterentwicklung der Gesundheitsregion im Landkreis mit dem Sibyllenbad - und den damit verbundenen Heilbäderstatus Bad Neualbenreuth. An Projekten nennt der Bürgermeister den Ausbau der Turmstraße und der Straße zwischen Neualbenreuth und Platzermühle mit einem Fuß- und Radweg. Und er baut auf die Integration der im Frühjahr ankommenden Asylbewerber in die vorhandenen Strukturen der Marktgemeinde "mit hoffentlich breiter Unterstützung der Bürger sowie der Vereine und Institutionen".

Eine gute Zeit verspürt Roland Grillmeier in Mitterteich : "Die Förderstellen sind offen, etwas für unsere Region voranzubringen." Der jahrelange Einsatz, auch interkommunal, zeige Wirkung. Die Stadt habe sich viel vorgenommen, etwa den barrierefreien Umbau des Marktplatzes, den Beginn der Schulsanierung und die Beseitigung von Leerständen. Das bedeute viel Arbeit und einen gewissen finanziellen Eigenanteil, "aber wenn nicht jetzt, wann dann?" Der Bürgermeister hofft, dass die Bevölkerung all diese Projekte mitträgt, die immer auch eine gewisse Belastung mit sich brächten. Schließlich sei 2016 auch ein großes Feierjahr: "500 Jahre Markt- und Braurecht wird uns viel Arbeit und Freude bringen."

Das wichtigste Projekt des Marktes Mähring ist der Ausbau des Breitbandnetzes im gesamten Gemeindebereich, antwortet Bürgermeister Josef Schmidkonz auf die NT-Anfrage. "Jedes Anwesen unserer Kommune soll an das Netz angeschlossen werden." Außerdem wolle man gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung die Zukunftsperspektiven für die Bürger verbessern. "Der Radweg Tirschenreuth-Mähring ist ein Großprojekt, das 2016 weiter verfolgt werden soll und uns noch einige Jahre beschäftigen wird."

Die Versorgung mit schnellem Internet steht auch bei Bürgermeister Max Bindl in Konnersreuth ganz oben auf der Wunschliste. Er rechnet damit, dass die Grobanalyse zum Ortsentwicklungskonzept bei der Regierung der Oberpfalz entsprechenden Zuspruch findet und die Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern in den nächsten Jahren die Umsetzung angehen kann. Weitere Schwerpunkte sind der Wegeausbau im Friedhof, die energetische Sanierung im Rathaus und ehemaligem Hauptschulgebäude, eine Lösung für das Schafferhof-Areal und die Ertüchtigung des gemeindlichen Zentrums für Bildung und Soziales.

"Mein Wunsch für das Jahr 2016 ist, dass wir die Maßnahmen und Entwicklungen in unserer Marktgemeinde richtig einschätzen und aktiv handeln", sagt Wolfgang Braun in Fuchsmühl . Für die Bürger wolle er weiterhin ein zuverlässiger Ansprechpartner sein und die Pessimisten mit Optimismus beflügeln. Wichtige Projekte sind für Braun das städtebauliche Teilkonzept "Ortseingang Süd" und die Machbarkeitsstudie Anwesen Gasthof Fürstenhof, die Sanierung der Carl-Ulrich-Straße und die Breitbandversorgung im Außenbereich.

In Friedenfels freut sich Bürgermeister Gottfried Härtl bis zum Ende des neuen Jahres auf schnelles Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Die Feuerwehr Friedenfels erhalte im Oktober ein neues Löschgruppenfahrzeug. Damit dürften nach dem Neubau des Feuerwehrhauses 2011 keine größeren Investitionen in diesem Bereich mehr anfallen. "Mein größter Wunsch ist, dass nach Erstellen des Kanalkatasters mit Schadensklassifizierung endlich eine langfristige Lösung der Abwassersituation für Friedenfels und seine Bürger gefunden werden kann", betont Härtl.

"Wir wünschen uns, dass das Unternehmen Burg läuft", nennt Herbert Bauer das wohl dringlichste Anliegen für Falkenberg . Weitere Wünsche sind der Ausbau des Breitbandnetzes, die Fertigstellung des Radwegs von Falkenberg nach Tannenlohe und der Brückenbau über die Waldnaab, damit die Dorferneuerung Gumpen abgeschlossen werden kann. Der Bürgermeister hofft, dass die Gemeinde die Wasserrohrbrüche durch den Neubau im Bodenreuther Weg in den Griff bekommt - "und dass es uns gelingt, Bauplätze anzubieten."
Weitere Beiträge zu den Themen: Umfrage (38)Jahresausblick 2016 (1)
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