Winter kommt gerade recht

Im Modehaus Zeitler sind die beiden Geschäftsführer Katrin (rechts) und Holger Paschedag mit der Wintersaison sehr zufrieden. Groß ist die Auswahl an warmen Winterjacken, die oft schon reduziert sind.
Vermischtes
Tirschenreuth
05.01.2016
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Nicht viel mit dem Winter zu tun haben Kerstin Leimgruber und Heike Huster (von links) vom Reisebüro Stowasser, hier mit einem Kunden: "Skireisen werden bei uns nur wenig gebucht."

Lange mussten sich viele Geschäftsleute in Geduld üben. Aber jetzt, da die Temperaturen endlich dauerhaft in der Nähe des Gefrierpunkts gelandet sind, kommt auch der Verkauf von winterlichen Sachen langsam in Schwung.

Frühlingshafte Temperaturen, kein Schnee weit und breit - bis Silvester sah es so aus, als ob der Winter eine komplette Pause machen würde. Keine einfache Situation für viele Fachgeschäfte, die dennoch ganz zufrieden sind mit dem zu Ende gegangenen Jahr.

Leichte Daunenjacken


Im Modehaus Zeitler in Mitterteich etwa äußern sich Katrin und Holger Paschedag sehr positiv: "Unsere Hauptverkaufszeit ist das Weihnachtsgeschäft und dann zwischen den Feiertagen", sagte Katrin Paschedag. Bis auf Winterjacken gingen alle Artikel gut weg. "Wir verkaufen Mode", verweist die Inhaberin selbstbewusst auf hochwertige Markenkleidung und nicht zuletzt auf ihr Fachpersonal, das immer den richtigen Tipp für die Kunden parat habe.

Der Renner bislang waren die leichten Daunenjacken, was bei den bisherigen Temperaturen nicht verwundert. "Natürlich sind warme Jacken noch in großer Auswahl vorhanden", sagt Holger Paschedag. Die Kunden profitierten bereits von reduzierten Preisen, die Frühlingsmode wartet schon. Auch eine Vielzahl an Winteraccessoires wie Mützen, Handschuhen und Schals ist noch vorhanden im Modehaus, das bald 70. Geburtstag feiert.

Überhaupt nicht zufrieden ist Cäcilia Bartsch mit dem bisherigen Verkauf, was Wintersportartikel anbelangt. Die Chefin des Tirschenreuther Fachgeschäfts "Sport und Spiele Bartsch" nennt den Verkauf an Skiern "zögerlich", während der Skiverleih eigentlich ganz gut angenommen werde. "In den vergangenen Jahren war wenigstens auf der Silberhütte Langlauf möglich, aber diesmal ging ja bislang gar nichts", bedauert sie. Seit diesem Wochenende, das wenigstens etwas Schnee brachte, steigt die Hoffnung der Geschäftsfrau.

Mit dem Absatz von Ski- und Winterbekleidung ist Bartsch eigentlich ganz zufrieden. Freilich gibt es auch bei ihr schon jetzt den Großteil der Winterkollektion zu reduzierten Preisen. Für den Spielwarenbereich bedauert sie, dass die herkömmlichen Brett- und Gesellschaftsspiele immer weniger nachgefragt werden. "Die elektrischen Spiele laufen den alten Spielen den Rang ab", bedauert sie und erinnert sich gerne an lange gemeinsame Abende im Kreise der Familie. Zu schaffen mache den Fachgeschäften zunehmend, dass immer mehr Kunden ihre Geschenke übers Internet bestellen: "Die Leute merken erst, was sie an uns haben, wenn es uns mal nicht mehr gibt."

"Christmas-Shopping"


"Das Thema Skiurlaub ist bei uns nicht das große Thema", gehen Heike Huster und Kerstin Leimgruber vom Reisebüro Stowasser gelassen mit dem bisherigen schneearmen Winter um. Hoch im Kurs stehen Wellnessreisen, Kreuzfahrten und Trips zu den Metropolen der Welt. "Bei unseren Kunden spielt der fehlende Winter eigentlich keine Rolle. Die Leute buchen jetzt schon für den Sommer und nützen die Frühbucherangebote." In der Vorweihnachtszeit besonders gefragt waren die "Christmas-Shoppings" in aller Welt. "Über die Feiertage verreisen unsere Kunden kaum, die bleiben lieber bei ihren Familien Zuhause", erklären die beiden Fachleute.

Weihnachten hätten viele einen Reisegutschein erhalten, den sie jetzt einlösten. "Unsere Kunden interessieren weniger die Skireisen als die Urlaube zu Pfingsten und in den Sommerferien", sagen Huster und Leimgruber. "Dabei spielt das derzeitige Wetter bei uns kaum eine Rolle." Urlaubstipps für 2016 sind die üblichen Schlager wie Kreuzfahrten, Spanien, Türkei, Italien, Kroatien und die Kanaren, aber auch Ägypten werde nachgefragt.

"Winterschuhe waren bislang nicht der Renner", räumt Verkäuferin Roswitha Grillmeier vom Waldsassener Schuhfachgeschäft Geyer ein. Dagegen liefen Stiefeletten und Halbschuhe bis zum Jahresende ganz gut. Freilich hofft auch sie, dass die jetzt erreichten winterlichen Temperaturen länger bleiben: "Dann kommen auch die Kunden und decken sich ein."

Frühjahrstrends in Sicht


Auch in der Schuhbranche sind viele der angebotenen Saisonartikel bereits reduziert, hier lässt sich durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen. "Bei uns drängt bereits die Frühjahrskollektion mit den neuesten Trends auf den Markt", sagt Grillmeier. Die Fachverkäuferin weiß: "Wir machen nach Weihnachten bessere Geschäfte als zuvor. Da werden Gutscheine eingelöst und die Sonderangebote genützt."
Winterschuhe waren bislang nicht der Renner.Verkäuferin Roswitha Grillmeier
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