Wohnberatung stark gefragt

Anita Busch (rechts) führte den Gästen Hilfsmittel für das angenehmere Leben im Alter vor. Beeindruckt blickten (von links) Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Franz Stahl, MdB Reiner Meier, Kreisseniorenbeauftragter Ludwig Spreitzer und Bezirksrat Toni Dutz auf das hochmoderne Bett. Bild: axs
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Tirschenreuth
13.07.2016
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Im Alter können ganz alltägliche Dinge zu Herausforderungen werden. Doch für diese Probleme stehen innovative Hilfsmittel zur Verfügung, zu besichtigen in einer Musterwohnung im Rosenweg. Jetzt braucht dieses Vorzeigeprojekt weitere Unterstützung.

Deshalb waren einige Mandatsträger zu Gast bei Wohnberaterin Anita Busch in der ehemaligen Sparkassenfiliale, wo vor einigen Jahren eine Musterwohnung in Verbindung mit einer Beratungsstelle für "Wohnen im Alter durch Technik" eingerichtet wurde. Nach der Anschubfinanzierung durch Bundesmittel wird nun das Netzwerk "Mein Daheim" aufgebaut, gefördert zwei Jahre durch das Bayerische Sozialministerium im Rahmen des Projekts "Selbstbestimmt Leben im Alter" (Sela).

Einzigartige Kombination


Die Tirschenreuther Kombination aus Musterwohnung und Beratungsstelle ist die einzige ihrer Art in Bayern. Im Netzwerk sollen ehrenamtliche Wohnberater, die ebenfalls im Rosenweg geschult werden, als Ansprechpartner in den Kommunen fungieren. Auch eine engere Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer wurde in die Wege geleitet. Diese Beratungstermine bei Umbauten sind laut Anita Busch sehr gut besucht. Das Sela-Projekt wird mit 40 000 Euro vom Ministerium bezuschusst. Diese Mittel reichen aber nicht, um alle Personal- und Sachkosten zu decken. Hier ist die Politik gefragt, andere Fördermöglichkeiten zu finden. Bundestagsabgeordneter Reiner Meier nannte die Einrichtung ein "Leuchtturmprojekt". Er werde sich mit seinen Kollegen in der Bundesgesundheitspolitik aktiv mit der Möglichkeit einer Folgefinanzierung auseinandersetzen. "Ich sehe sehr gute Chancen", machte der CSU-Mann Hoffnung. Die Dringlichkeit des Themas zeigt sich an den Zahlen, die Anita Busch den Gästen aus der Politik beim Ortstermin vorlegte.

Clevere Alltagshelfer


Von Oktober 2014 bis Dezember 2015 wurde die Musterwohnung 485 Mal besucht, daraus entwickelten sich 133 Beratungen direkt in der Wohnung, per Telefon oder als Hausbesuche. In diesem Jahr hatte Busch bereits 280 Termine in der Musterwohnung, zahlreiche weitere Interessenten sind angemeldet. Nicht nur aus dem Landkreis kommen immer wieder Firmen, Verbände oder Schulen zu Besuch in den Rosenweg.

Zum Abschluss zeigte Anita Busch den Gästen viele kleine und große Alltagshelfer, die sich in der Wohnung verteilen: fahrbare Schranksysteme, ein bewegliches Bett, ein behindertengerechtes Badezimmer sowie eine Küche; außerdem clevere Hilfsmittel wie eine Verlängerung für Fenstergriffe, einen Ständer für die Gehhilfe oder ein Bügeleisen, das sich von alleine vom Brett hochhebt, um die Brandgefahr zu minimieren.
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