Zweite Teststrecke für Hamm-Walzen
Bis an die Belastungsgrenze

Wichtige Messergebnisse sammeln die Sensoren bei den Testfahrten der neuen Hamm-Walzen. Im Führerhaus sitzt dabei niemand. GPS-gesteuert bewegen sich die Maschinen über die Teststrecke. Jetzt soll eine zweite Linie neben der bestehenden Bahn gebaut werden. Bild: Hamm AG
Vermischtes
Tirschenreuth
18.03.2016
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Wie von Geisterhand bewegen sich die schweren Walzen auf der Teststrecke im Hamm-Gelände. Tatsächlich lenkt eine GPS-gesteuerte Automatik das Gerät über zahlreiche Senoren. Demnächst wird neben der Bahn eine zweite Strecke entstehen.

Mit ausgeklügelter Technik gehen die modernen Maschinen dem Untergrund zu Leibe. Oszillation und Vibration sorgen für eine feine Fahrbahndecke, selbst in sensiblen Bereichen. Bei dem Versprechen, dass die Hamm-Walzen hier vorbildliche Arbeit leisten, kann das Unternehmen nebst solider Erfahrung auch auf umfassende Messwerte verweisen. Die sammelt das Unternehmen seit gut einem Jahr auf einer außergewöhnlichen Teststrecke im Betriebsgelände im Nordwesten der Kreisstadt. Prototypen werden dort auf Herz und Nieren geprüft.

Zweite Linie


Um den Kunden noch schneller ausgereifte Modelle anbieten zu können, wird jetzt neben der bestehenden Bahn noch eine zweite Linie eingerichtet. Der Stadtrat stimmte in seiner Sitzung am Donnerstagabend dem Bauantrag zu. Auf der bereits vorhandenen Teststrecke sind die neuen Walzenmodelle von Montag bis Freitag rund um die Uhr im Einsatz, bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Gut 100 Meter geht es vor und zurück, über verschiedenartigen Untergrund, den Hügel hinauf oder über Buckel hinweg. Moderne Technik sitzt am Steuer, über GPS wird der Weg der Fahrzeuge kontrolliert. Zwar sitzt niemand im Führerhaus, doch was während der bis zu 1500 Betriebsstunden passiert, wird lückenlos erfasst. Sensoren entlang der Route oder im Boden zeichnen alles auf. Jede "Botschaft" wird an die Techniker übertragen, auch wenn das Fahrzeug beispielsweise "Durst" hat, also neuen Treibstoff braucht.

Kürzere Umrüstzeiten


Der Aufwand ist enorm, rechtfertigt aber den Einsatz. Schließlich würden gleichwertige Erfahrungen "im Feld" Monate an Zeit beanspruchen. Mit der doppelten Prüfkapaztiät kann das Unternehmen die Umrüstzeiten nochmals beschleunigen. Ganz obenan steht natürlich weiterhin die hohe Qualität der Produkte. Zudem hat die Anlage auch ihren praktischen Nutzen.

Mehr Erfahrung


So etwa konnten nach dem Auftritt auf der "Intermat", eine der weltweit größten Messen der Baubranche, im vergangenen Jahr schon 600 der neuen kleinen Walzenzüge (5 bis 7,5 Tonnen) an die Kunden ausgeliefert werden. Bislang ist die Auslieferung von neuen Maschinen in deutlich geringeren Stückzahlen erfolgt, auch weil man auf Rückmeldungen aus der alltäglichen Nutzung auf den Baustellen reagiert hat. Und einen weiteren Vorteil bringt die Testanlage: Hamm kann selbst weitere Erfahrungen mit selbstfahrenden Walzen sammeln.
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