Arztrechnungen gefälscht - Angeklagter aus dem Landkreis Tirschenreuth verweist auf finanzielle Notlage
Lehrer kassiert Bewährungsstrafe

Wirtschaft
Tirschenreuth
10.04.2015
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Knapp 30 000 Euro hat sich ein Pädagoge aus dem Landkreis Tirschenreuth erschlichen. Er fälschte Arztrechnungen. Das Schöffengericht am Amtsgericht Bayreuth stellte nun die Quittung aus: Wegen Betrugs und Urkundenfälschung kassierte der Lehrer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung - verbunden mit einer Geldauflage.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Kerstin Kayser fällte den Schuldspruch am Mittwoch. "Die Verurteilung erfolgte wegen 19 Fällen des Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung - in Tatmehrheit mit einem Fall des versuchten Betrugs", informiert Jochen Götz, Richter am Landgericht Bayreuth auf Anfrage unserer Zeitung. Der Pressesprecher des Gerichts verweist auf vier fingierte Arztrechnungen, die der Pädagoge bei seiner privaten Krankenversicherung einreichte; 15 schickte er an die Beihilfestelle. Auf den Rechnungen habe laut Götz der Name "real existierender Praxen" gestanden.

Auf die Schliche gekommen war man dem Lehrer bei einer Stichprobe. Wie der "Nordbayerische Kurier" berichtet, hatte das Landesamt für Finanzen entdeckt, dass der Pädagoge sich nicht wie auf einer Rechnung angegeben in einem Krankenhaus in der Region behandeln ließ. Dann ermittelte die Polizei. Ausgestellt worden waren die fingierten Rechnungen, weshalb es nun eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten gab, in den Jahren 2010 bis 2013. Im Schlusswort entschuldigte sich der geständige Angeklagte laut "Nordbayerischem Kurier" vor allem bei seiner Familie, die nichts von seinen Taten gewusst habe.

Beamtenstatus in Gefahr

"Der Mann sah sich in einer finanziellen Notlage", so Jochen Götz vom Landgericht. Die Raten für das Haus des Lehrers seien wohl beträchtlich gewesen. Noch offen ist, welche Folgen der Schuldspruch - sofern das Urteil rechtskräftig wird -, auf den Beamtenstatus des Lehrers hat.
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