Ferien bremsen Arbeitsmarkt

Wirtschaft
Tirschenreuth
31.08.2016
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Mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent waren im August 1635 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, rund 80 mehr als im Vormonat. Und vor allem junge Menschen. Trotzdem gilt die Lage als stabil.

"Traditionell erhöht sich die Arbeitslosenquote in den Sommermonaten", weiß Gerlinde Sollacher-Kraus. "Hauptsächlich Ausbildungsabsolventen meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Tirschenreuth arbeitslos und suchten eine neue Beschäftigungsmöglichkeit in der Region." 280 waren es im August, 64 mehr als im Vormonat. "Erfahrungsgemäß stehen die Chancen gut, dass viele nach der Urlaubs- und Ferienzeit einen Arbeitsplatz finden. Viele haben bereits verbindliche Zusagen."

Auffällig ist im August der deutliche Anstieg an Arbeitslosen ausländischer Herkunft. Ihr Anteil lag bei knapp 16 Prozent an allen Arbeitslosen. Rund 490 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, im gleichen Zeitraum beendeten ca. 390 ihre Arbeitslosigkeit.

Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren waren 280 Personen auf der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz. "Generell steigen die Einstellungsmöglichkeiten im Herbst. Davon werden auch Arbeitnehmer über 50 Jahre partizipieren." Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen konnten sie in den letzten Monaten bereits punkten. Mit knapp 580 Arbeitslosen sank der Anteil dieser Altersgruppe binnen eines Jahres um knapp vier Prozent. In der Statistik sind auch 162 arbeitslose Menschen mit Behinderungen erfasst sowie 558 Personen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos sind. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist gegenüber dem Vorjahr um 112 Prozent gestiegen. Hier machte sich insbesondere die Fluchtmigration bemerkbar.

Weiter gestiegen ist die Personalnachfrage. Rund 500 Stellen waren dem Arbeitgeber-Service in Tirschenreuth gemeldet, 43 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Vermittlungsfachkräfte akquirierten rund 120 neue Angebote. Gesucht waren vor allem Fachkräfte im Produktions- und Fertigungsbereich, für die Verkehrs- und Logistikbranche und im Bereich Gesundheit und Soziales. Zahlenmäßig waren besonders Stellen für Helfer in der Lagerwirtschaft, im Verkauf und in der Gastronomie gemeldet. Im August waren knapp 60 Jugendliche auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Ihnen standen rund 150 vakante Angebote gegenüber, 30 mehr als im Vorjahr. "Nicht immer kann der Traumberuf realisiert werden, aber ein Blick auf viele interessante Berufsoptionen und das Gespräch mit den Berufsberatern kann neue Chancen eröffnen", informiert Sollacher-Kraus.
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