Fernwärmeleitung für den Fischhof Tirschenreuth
Fernwärme für den Fischhof

Ziemlich parallel zur Fischhofbrücke hätte die Fernwärmeleitung die kürzeste Entfernung zu überwinden. Der Anschluss verliefe zwischen dem Ämtergebäude III des Landratsamtes (links im Bild, mit Uhrtürmchen) und dem historischen Fischhof (rechts von der Brücke, nicht im Bild). Bild: Grüner (Archiv)
Wirtschaft
Tirschenreuth
11.09.2015
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Hackschnitzel statt Öl und Gas bringen das Landratsamt schon seit 2006 auf Betriebstemperatur. Nun sucht auch das Amtsgericht Anschluss. Eine Fernwärmeleitung soll den Fischhof mit dem Ämtergebäude verbinden - unter dem neuen Stadtteich durch.

Der Kreisausschuss hat dem Anliegen bereits zugestimmt. Die Stadt Tirschenreuth hält sich mit einer Zusage noch zurück: "Wir sind nicht erfreut, dass sie durch unseren Teich bohren wollen. Was ist, wenn er in fünf Jahren undicht ist?", gab Bürgermeister Franz Stahl vor seinem Urlaub zu bedenken und wollte weitere Details abwarten.

1,5 Meter unter Teich

Doch das Risiko, dass der 2010 neu angelegte Stadtteich Schaden leidet, ist nach Einschätzung des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach sehr gering. "Die Nahwärmeleitungen sollen im sogenannten Bohrspülverfahren vorgetrieben werden. Diese Verlegungsart entspricht dem Stand der Technik." Der Teichsdamm müsste gar nicht durchstoßen werden, erläutert Baurat Hans Zierer: "Die Verlegung würde komplett etwa 1,5 Meter unter dem Teichgrund erfolgen."

190 Meter lang

Bei diesem Verfahren sind nur am Anfang und Ende der Leitung Gräben notwendig. Dann wird horizontal ein unterirdischer Kanal erbohrt und aufgeweitet, so dass im Rückzug die Leitung eingebracht werden kann. Der Untergrund unter dem Tirschenreuther Stadtteich sei geeignet für dieses Verfahren, versichern die Fachleute vom Staatlichen Bauamt.

190 Meter lang wäre die Fernwärmeleitung, die vom Amtsgericht aus parallel zur Fischhofbrücke unter dem Teichgrund verlaufen würde, Auch die Mähringer Straße müsste nicht angetastet werden, da die Verlegung bis auf einige Baugruben daneben komplett unterirdisch vorgenommen würde.

Wärme vom Maschinenring

Zwei Kernbohrungen im Fundament des Fischhofs wären nötig, ebenso für den Anschluss im Keller des Ämtergebäudes III, wo die Heizzentrale untergebracht ist. Betreiber der Hackschnitzelanlage ist übrigens nicht das Landratsamt selbst, sondern die "Stiftland Energie Service" des Maschinenrings. Mit dieser GmbH würde das Staatliche Bauamt auch für das Amtsgericht einen entsprechenden Wärmeliefervertrag schließen. Angenehmer Nebeneffekt für den Landkreis: Die Heizkosten für die eigenen Gebäude sinken durch die Zusatzlieferung von Hackschnitzeln.

Den Winter noch durchhalten

Der Leitungsbau von Haus zu Haus ist für 2016 vorgesehen. Diesen Winter muss die bisherige Ölheizung im Amtsgerichts noch durchhalten: "Die Heizkessel sind überaltert und nicht mehr wirtschaftlich", betont Baurat Zierer. Die Demontage und der Anschluss an die Heizzentrale des Landratsamtes würde innerhalb des Programms zur energetischen Sanierung staatlicher Gebäude verwirklicht, das der Freistaat aufgelegt hat. "Somit würde ein Beitrag zur Reduktion von klimaschädlichem CO2 geleistet und der Einsatz von heimischen Ressourcen gefördert."

Anschluss nächstes Jahr

Einfacher wäre die Verlegung einer Fernwärmeleitung freilich schon 2010 gewesen, als der Stadtteich noch trocken lag. Damals wurden auch Wasserleitungen im Untergrund neu verlegt. "Die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen lagen damals nicht vor", heißt es dazu aus dem Staatlichen Bauamt. Nun soll es, sobald der Freistaat die Mittel freigibt, zumindest im nächsten Jahr losgehen.
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