Großes Dach für kleine Teile

Einer der Testhügel muss für den Hallenneubau weichen. Zwar reicht das Bauvorhaben nicht bis an das Testgelände heran, doch brauchen die im Freien gelagerten Teile vorübergehend einen neuen Platz. Damit sorgt das Projekt auch für eine Umgestaltung des Testbereichs, der neben einer zweiten Strecke auch ein Übungsgelände für die Walzenfahrer erhalten wird. Bilder: Schirmer (3)
Wirtschaft
Tirschenreuth
20.05.2016
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Zwischen der Produktionshalle (links) und dem Bandagenwerk (rechts) wird die Lücke mit einer 80 mal 120 großen Halle geschlossen. In dem Gebäude sollen die Lagerbereiche konzentriert und somit optimal gestaltet werden. Vorstand Dr. Stefan Klumpp, Marketingchef Gottfried Berr und Bauleiter Michael Wegener (von links) stellten die Planung vor.

Baumaschinen auf dem Hamm-Gelände sind keine Überraschung. Schließlich produziert das Unternehmen rund 8500 Stück im Jahr. Doch rücken demnächst Bagger und Lader an. Auch keine Überraschung! Denn wieder einmal werden Millionen in den nächsten Neubau investiert.

Mit dem neuesten Projekt wird das Unternehmen bei den Werksflächen eine markante Veränderung vornehmen. Zwischen Produktionshalle und Bandagenfertigung lagern bislang zahlreiche Großkomponenten - im Freien. Damit ist bald Schluss. Die Lücke zwischen diesen Gebäuden wird mit einer 80 mal 120 Meter großen Halle geschlossen. Dort werden neu strukturierte Lagerflächen konzentriert, die den Produktionsablauf weiter optimieren. Gut 20 Millionen Euro werden für den nächsten Entwicklungsschritt aufgewandt. Mit der Investition will die Wirtgen Group, zu der die Hamm AG seit 1999 gehört, die Position der Marktführerschaft weiter ausbauen. Nach 8500 produzierten Maschinen im vergangenen Jahr werden die Rahmenbedingungen härter. "Der Weltmarkt schrumpft, das wirtschaftliche Umfeld wird schwieriger", beschreibt Vorstand Dr. Stefan Klumpp die Situation. Der Neubau soll unter anderem auch mithelfen, noch besser auf die individuellen Wünsche der Kunden eingehen zu können.

Hoher logistischer Aufwand


Denn die gut 200 unterschiedlichen Maschinentypen fordern bei der Montage gerade die Zuarbeit aus den Lagerbeständen. Neben den großen Teilen, die derzeit im Freien lagern, kommen zahlreiche kleinere Komponenten aus dem "Teile-Supermarkt" in den Hallen. Für jede Maschine werden Regalwagen entsprechend bestückt. Die Kapazitäten sind enorm. Rund eine Million Euro Materialwert werden täglich umgeschlagen und die gelagerten Materialien reichen ohne Neuzugang für einen knappen Monat.

Das aktuelle Projekt schafft hier bessere Voraussetzungen und sorgt zudem für eine weitere Umgestaltungen auf dem Hamm-Gelände. In der neuen Zwischenhalle findet sich einmal die zentrale Stelle für die zahlreichen Komponenten, gut 15 000 Teile sind im Sortiment. Die Lösung "unter Dach" verbessert auch den schnelleren Zugriff auf die Komponenten, die etwa im Winter Schnee und Kälte ausgesetzt waren. An den beiden Stirnseiten wird die neue Halle mit überstehenden Schleppdächern ausgestattet, die gerade die Anlieferung weiter verbessern. Insgesamt steigt damit die überdachte Fläche um rund 12 000 Quadratmeter. Erweitert wird auch ein Teil des Bandagenwerkes an der Stirnseite.

Erweiterter Testbereich


Durch das Bauvorhaben müssen die größeren Komponenten, wie Hauben oder Rahmen, die aktuell zwischen den Hallen lagern, nach hinten rücken. Und hier wiederum ist einer der Testhügel im Weg. Mit der Verlegung erfährt auch dieser Bereich eine Veränderung. Neben dem modernen Testbereich, in dem die Walzen ohne Fahrer unterwegs sind, werden eine komplette zweite Erprobungsstrecke, eine Trainingshalle sowie ein Übungsgelände errichtet.

Fünftes Band


Und schließlich wird auch der Lagerbereich in der Produktionshalle eine Veränderung erfahren. Dort ist eine fünfte Produktionslinie vorgesehen, die beitragen soll, die speziellen Anforderungen an die Walzen zu erfüllen. Die Hamm AG kann dabei weitaus mehr leisten, als Ausstattung oder Farben verändern. So etwa wurden für Kunden in Australien Walzen mit verstärktem Vorderbau produziert, damit die Maschinen auch Steine mit zerkleinern können.

Neben den eigenen Produkten legt die Hamm AG auch beim Bauvorhaben die Messlatte hoch. So sollen die Maßnahmen noch in diesem Jahr abgeschlossen, und natürlich neben dem laufenden Betrieb bewältigt werden. Der Startschuss erfolgt mit erteilter Baugenehmigung durch das Landratsamt, erläutert Dr. Klumpp den Fahrplan.

Technische Unterlagen bis 1911Der Kunde steht nicht nur bei der Produktion seiner Hamm-Walze im Mittelpunkt. Service bietet das Unternehmen auch bei der Ersatzteillieferung. 15 Jahre garantiert Hamm die Teile, doch wird man im Lager auch für ältere Maschinen durchaus noch fündig. Und selbst für Oldtimer hat man Rat, denn im Archiv finden sich technische Unterlagen von Hamm-Walzen bis ins Jahr 1911 zurück. Somit kann zumindest eine Zeichnung der Teile zugeschickt werden. (ws)
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