Hoffnung beim Milchpreis

Neuwahlen standen bei der Generalversammlung der Erzeugergemeinschaft Milchhof auf der Tagesordnung. Dabei wurden Günther Männer wieder in den Vorstand, Ludwig Eckert und Konrad Heindl in den Aufsichtsrat gewählt (von links): Norbert Schuller, Peter Hartmann, Ludwig Eckert, Dr. Thomas Obersojer, Konrad Heindl, Karl Becker, Günther Männer, Bernhard Schuller, Günter Edelmann und Wolfgang Wenisch. Bild. kro
Wirtschaft
Tirschenreuth
07.07.2016
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"So kann kein Betrieb existieren, Milcherzeuger werden an die Wand gedrückt". Mit dieser Kritik trifft Bernhard Schuller den Nerv der Besucher bei der Generalversammlung der Erzeugergemeinschaft Milchhof.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Erzeugergemeinschaft, Bernhard Schuller aus Pirk, ist klar, "das derzeitige Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage drückt uns an die Wand". Lob gab es aber dennoch für die Bayerische Milchindustrie (BMI), denn gerade in der jetzigen Krisenzeit zeige es sich, wie wichtig der konsequent eingeschlagene Weg mit dem Milchkaufverträgen sei.

Gleichgewicht herstellen


Im vergangenen Jahr bezahlte die BMI mit allen Zuschlägen ein Milchgeld von 30,06 Cent pro Kilogramm, dazu kam noch ein Zuschlag von 0,20 Cent pro Kilogramm vom Jahresabschluss der Genossenschaft, den die Mitglieder einstimmig bestimmten. Insgesamt ist dies eine Leistung der Genossenschaft von 154 000 Euro. Doch das Ende der Quotenregelung 2015 bewertet Schuller schlicht als Katastrophe für die Milchbauern. Das hätte niemand erwartet habe. Schuller forderte eindringlich alle Verantwortlichen auf, wieder ein Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage herzustellen. Nur dann sei eine wirtschaftliche Milchviehhaltung wieder möglich. In seinen weiteren Ausführungen streifte Schuller auch das Thema Gentechnik bei der Milcherzeugung. Sie sei eine Herausforderung für die Zukunft. Die Genossenschaft, so Schuller, habe aktuell 478 Mitglieder mit 22 144 Geschäftsanteilen. 288 Erzeuger haben im vergangenen Jahr 2 607 178 Kilogramm Milch (+3,5 Prozent) angeliefert. Die Tagesmilchlieferung betrug 211 000 Kilogramm, der durchschnittliche Fettgehalt 4,3 Prozent, der Eiweißgehalt 3,53 Prozent. Großes Lob zollte Schuller abschließend den Milchlieferanten für ihre hervorragende Qualitätsarbeit, die strengen Anforderungen werden vorbildlich erfüllt. Peter Hartmann, Vorstandsprecher der BMI, verwies auf ein schwieriges Marktumfeld. Dennoch hätten nahezu alle Produkte der BMI ihren Umsatz steigern können, Frankenlandprodukte um 14 und Joghurterzeugnisse um 5,3 Prozent. Zulegen konnten auch die Käse- und die ethnischen Produkte.

Zwei Cent mehr


Enorm sei der Zuwachs von Bio-Produkten, auch bei der Babynahrung seinen Steigerungen feststellbar. Hartmann zeigte sich überzeugt, dass die BMI ihre Marktführerposition ausbauen und neue Kunden gewinnen könne. 47 Prozent der Produkte wurden im Export verkauft. Der Vorstandsprecher verhehlte aber auch nicht, dass die BMI sehr viel investiert habe: 24,8 Millionen Euro wurden 2015 für eine weitere Modernisierung der Standorte ausgegeben. Zu den Milchpreisen sagte er abschließend, dass Hoffnung bestehe, dass sich die Preise wieder normalisieren, eine Markterholung sei im zweiten Halbjahr 2016 möglich. Die BMI habe schon reagiert, und den Milchpreis um zwei Cent angehoben. Im weiteren Verlauf wurde der Jahresabschluss einstimmig genehmigt.

Bei den Neuwahlen wurde die turnusgemäß ausgeschiedenen Mitglieder Günther Männer aus Zirkenreuth erneut in den Vorstand, sowie Ludwig Eckert (Laub bei Mähring) und Konrad Heindl (Pleußen) in den Aufsichtsrat gewählt.
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