IHK-Gremium Weiden will Region „ein Gesicht geben“:
Auf der Suche nach dem Profil der Nordoberpfalz

"Der Wettbewerb um die Jugend hat längst begonnen": Beim Wirtschaftsempfang gab es deutliche Sorge, dass die akademische Bildung der beruflichen weiter den Rang abläuft. Bild: cf
Wirtschaft
Tirschenreuth
27.10.2016
262
0

"Die vollen Auftragsbücher lassen die Schrecken des Strukturwandels vergessen", meinte Bernd Fürbringer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Weiden, beim Empfang der regionalen Wirtschaft in Tirschenreuth. Derzeit erwirtschaften 79 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Nordoberpfalz pro Kopf ein Bruttosozialprodukt von mehr als 60 000 Euro im Jahr: so viel wie noch nie. Fürbringer: "Wir nähern uns hier der Sieben-Milliarden-Euro-Schwelle."

Auf das Bild der kraftstrotzenden Wirtschaft fallen jedoch ein paar Schatten. So zieht sich der empfindliche Mangel an Fachkräften inzwischen durch alle Branchen, und beim Profil der Außendarstellung der Nordoberpfalz "fehlt ein klares Image." Fürbringer forderte neben dem "Schulterschluss der Region" endlich ein "Gesicht".

Zu Gast war das IHK-Gremium mit etwa 100 Besuchern beim Weltmarktführer für Straßenwalzen, der Hamm AG. Das Unternehmen investierte seit 15 Jahren 100 Millionen Euro in den Standort. Seit der Übernahme durch die Wirtgen-Group stieg der Umsatz von 100 Millionen D-Mark auf heute 350 Millionen Euro: Mit einem Exportanteil von 90 Prozent in 120 Länder, informierte Hamm-Vorstand Reinhold Baisch. 100 der 800 Beschäftigten arbeiten in Forschung und Entwicklung. Sein Vorstandskollege Dr. Stefan Klumpp betonte den Bedarf an schnellen Internet-Leitungen. Die zur Verfügung stehenden 10 MB nannte er einen "kritischen Faktor". "Ein weiterer Ausbau ist zwingend notwendig." Eindringlich warb Klumpp für ein geeintes Europa, das man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfe. Gerade die Exportindustrie profitiere von der gescholtenen Regulierung aus Brüssel. Angesichts der Demografie stelle die jährliche Migration von 200 000 Menschen nicht eine "Obergrenze" dar, sondern vielmehr den "Mindestzuzug".

Was haben die Regisseure Steven Spielberg und Roland Emmerich gemeinsam: Sie arbeiten mit "Hawk"-Kameraobjektiven aus Weiden. Der Senior Director der Firma Vantage, Alexander Schwarz, nannte sie "einmalig in der Welt". "Es ist sehr schwer, etwas Gleichwertiges zu finden." Von der "zentralen Lage" Weiden aus bedient Vantage die internationale Filmwelt - mit relativ kurzen Wegen zu den Flughäfen Prag, München, Nürnberg und Leipzig über die Autobahnen A 6 und A 93. Schwarz empfahl den Zuhörern, im Kino den Abspann abzuwarten: wegen der Nennung der Hawk-Objektive.

Die Oberpfälzer Bescheidenheit ist keine Zier. Zu oft stellen wir das Licht unter den Scheffel.Bernd Fürbringer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Weiden und IHK-Vizepräsident
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.