Kliniken Nordoberpfalz AG investiert 26 Millionen Euro in Krankenhaus Tirschenreuth
"Eine gewaltige Hausnummer"

Claudia Kost und Christian Stadler sprechen von großen Herausforderungen.
Wirtschaft
Tirschenreuth
12.03.2016
754
0
 
Im Bereich des Hubschrauberlandeplatzes mussten Bäume und Sträucher weichen. Vor allem bei Wind war das Starten und Landen unsicher geworden, worauf Piloten aufmerksam gemacht hatten.

"Das wird eine echt große Herausforderung." Damit meinen Claudia Kost und Christian Stadler von der Kliniken Nordoberpfalz AG, die Erweiterung der Notaufnahme und Erneuerung der OP-Säle. 26 Millionen Euro kostet die Maßnahme. Baubeginn ist im Herbst, 2020 soll alles erledigt sein.

Dass im Krankenhaus was passiert, konnten sich aufmerksame Passanten schon vergangene Woche denken. Der Maschinenring war mit Mann und Gerät im Außengelände unterwegs, fällte Bäume und entfernte Gestrüpp. Im Bereich zwischen Notaufnahme und Elisabethstraße war unschwer zu erkennen, dass es sich dabei um mehr, als reine Pflegearbeiten handelte.

Fast 500 Quadratmeter


Hier entsteht in einer Größenordnung von 29 mal 16 Metern eine moderne Erweiterung der Notaufnahme. Die alte Einrichtung wird baulich wie technisch grundlegend saniert und an das neue Gebäude angeschlossen. Die Krankenhaus- und Pflegedienstleiterin der Krankenhäuser Tirschenreuth und Waldsassen, Claudia Kost und Regionalleiter Christian Stadler erklärten, dass der Hauptgrund für den Maschinenring-Einsatz Sicherungsmaßnahmen im Bereich des Hubschrauberlandeplatzes war. "Und wenn die Leute schon mal da sind, lassen sich mit der Rodungsmaßnahme im Bereich Elisabethstraße doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen." Hubschrauberpiloten hatten zu bedenken gegeben, dass der Baum- und Strauchbestand im Bereich des Landeplatzes zu dicht geworden war, um sicheres Starten und Landen zu gewährleisten, so dass gehandelt werden musste.

Vier Bauphasen


Das ehrgeizige Erweiterungs- und Sanierungs-Bauprojekt in der Größenordnung von 26 Millionen Euro sei schon eine gewaltige Hausnummer, so die beiden Sprecher. Vier Bauphasen werden dabei nötig, bis 2020 alles so aussieht, wie geplant. Baulich wie technisch wird dabei die bestehende Notaufnahme vom Unter- über das Erd- bis hinauf zum Obergeschoss auf Vordermann gebracht und den Bedürfnissen moderner Zeiten angepasst. Nach dem erwähnten Anbau ist die Notaufnahme dann etwa doppelt so groß wie heute.

Zu den bestehenden drei, entstehen fünf zusätzliche Behandlungsräume. Natürlich werden die existierenden baulich und technisch auf den aktuellen Standard gehoben. Mit weiteren fünf Abklärungs-Einheiten entstünde ein großer und zeitgemäßer Pflegestützpunkt.

Was die Finanzierung betreffe wäre alles in trockenen Tüchern. Der Förderbescheid der Regierung belaufe sich auf etwa 20 Millionen Euro. Alles was darüber hinausgeht ist Sache der Kliniken AG. Da stehen momentan sechs Millionen Euro im Raum. Der Bau beginnt mit dem Anbau an die bestehende Notaufnahme und im Stock darüber, dem Bau eines zusätzlichen Operationssaals. Bis zur Inbetriebnahme dieses Abschnitts werden etwa eineinhalb Jahre vergehen. Stadler und Kost betonen ausdrücklich: "Während der Bauphasen läuft der Betrieb ganz normal weiter. Alle Arbeiten werden so sensibel ausgeführt, dass der Patient nicht viel von der Baustelle mitbekommt." Während der zweiten Phase wird der Notaufnahme-Anbau in Betrieb genommen und die alte Notaufnahme saniert, ebenfalls baulich, wie technisch. Die darüberliegenden OP-Säle erfahren dabei die gleiche Aufwertung. Zeitgleich werden auch in der internistischen Funktionsdiagnostik, (Endoskopie, EKG und Ultraschall), die vorhandenen Räume modernisiert und technisch auf den aktuellen Standard gehoben. Dabei entstehen auch neue Räume, wie ein EKG-Raum-Wartebereich, ein Abstellplatz für Betten und ein Lagerraum. Ist das alles in Betrieb genommen, wird die im Erdgeschoss vorhandene Notaufnahme umgebaut und modernisiert und danach an den Anbau angebunden. Das werde in etwa drei Jahren erledigt sein.

In der letzten Phase werden zwei der alten OP-Säle im ersten Stock komplett entkernt und neu gebaut. Zwischen OP 3 und OP 4 entsteht eine separate Schleuse. Sie ermöglicht es, Patienten bei Bedarf von septisch zu aseptisch umzuschleusen. Der Aufwachraum im ersten Stock wird von vier auf acht Plätze erweitert. Der bestehende Sectio-OP, der direkt an den Kreißsaalbereich angebunden ist bleibt wie er ist und ist während der gesamten Bauphase in Betrieb.

Lob an eigene Techniker


Großes Lob zollen die beiden Sprecher der hauseigenen Technikabteilung mit Georg Schmaus und Georg Gollwitzer, die schon oft "ein gutes Händchen" bewiesen hätten. Aktuell hat das Krankenhaus Tirschenreuth 159 Betten. "Wir sind hervorragend belegt", freuen sich Kost und Stadler. "Trotzdem werden wir immer versuchen, dass kein Patient am Gang liegen muss", versprechen sie.
Während der Bauphasen läuft der Betrieb ganz normal weiter.Claudia Kost/Christian Stadler
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.