Landkreis will elektrische Mobilität trotz Ausscheiden aus Wettbewerb stärken
An Ladestationen hängt alles

Stephan Korb. Bild: as
Wirtschaft
Tirschenreuth
27.07.2015
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Es ging um viel Geld, doch der Landkreis Tirschenreuth hatte das Nachsehen. Beim Projekt "Landaufschwung" stellte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 13 strukturschwachen Regionen jeweils 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. In der Vorrunde mit 39 Teilnehmern war für Tirschenreuth Endstation, Kronach heißt der Bayern-Sieger.

Doch das Thema E-Mobilität, mit dem sich der Landkreis beworben hat, soll deswegen nicht auf Eis landen. "Wir wollen weitere Fördermittel ausloten", sagte Landrat Wolfgang Lippert und begrüßte im Kreisausschuss Stephan Korb vom Weidener Ingenieurbüro IP 3, das sich mit Energieprojekten befasst. Der Diplom-Ingenieur stellte ein Grundkonzept zur Förderung der Elektromobilität im Landkreis vor.

Am wichtigsten sei der Ausbau einer Infrastruktur für elektrisch betriebene Autos und Fahrräder. "Nicht ob, sondern wann und wie, ist die Frage." Ladestationen zu Hause stießen schnell an ihre Grenzen: "Wir müssen das öffentlich und professionell machen, sonst macht das Fahren keinen Spaß", unterstrich Korb. Die Stromladesäule vor dem Landratsamt sei schon ein Anfang. Am Ende seien etwa 14 Stationen im Landkreis ausreichend, rechnete er vor und schlug als Standorte Marktplätze, Einkaufszentren oder auch belebte Einrichtungen wie das Sibyllenbad vor, wo sich die Nutzer auch länger aufhalten.

An Kosten für eine professionelle Säule stellte er 7500 Euro in den Raum. Die gleichzeitige Nutzung als Werbefläche könne die Kosten senken. Stephan Korb prophezeite einen weiteren Boom speziell für E-Bikes. Aber auch E-Autos würden durch mehr Komfort, geringere Kosten und nicht zuletzt größere Reichweiten immer attraktiver.

"Eine ganz normale Tankstelle kostet auch richtig Geld", warb er um Unterstützung. Sogar Car-Sharing-Modelle auf elektrischer Basis konnte er sich in der nördlichen Oberpfalz vorstellen, ebenso E-Firmenflotten etwa für Pflegedienste oder für den öffentlichen Personennahverkehr.

"Wir sind alle gefordert", fasste der Landrat zusammen. Auch die Bürgermeister sollten in ihren Kommunen entsprechende Überlegungen anstellen. Auf den Parkplätzen des Stiftland-Gymnasiums und der Wiesauer Berufsschule seien die Voraussetzungen für eine elektrische Ladestation schon vorhanden, erinnerte Lippert.
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