Mittelstand informiert sich bei Fraunhofer über Industrie 4.0
Ausflug in die digitale Welt

Fraunhofer leistet für den Fußball das digitale Zuspiel: Überschreitet der Ball die Torlinie - und damit ein elektromagnetisches Feld - werden die Daten auf die Armbanduhr des Schiedsrichters übertragen. Dies erklärte Fraunhofer-Ingenieur Ulli Münch (Bild) den Nordoberpfälzern.
Wirtschaft
Tirschenreuth
23.11.2016
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Die Bohrmaschine wirkt wie aus dem Baumarkt. Doch das Gerät ist "ferngesteuert" - und Teil eines komplexen Systems. Einen faszinierenden Blick in die digitale Zukunft werfen Mittelständler aus dem Landkreis Tirschenreuth. Für Fraunhofer in Nürnberg ist die vierte industrielle Revolution längst Realität.

Nürnberg/Tirschenreuth. Weil "Industrie 4.0 die Wirtschaft verändert", besuchen Mittelständler aus der Nordoberpfalz das Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) von Fraunhofer in Nürnberg. Für den Landkreis Tirschenreuth als Bildungsregion ergriffen dazu Gründerzentrum und Wirtschaftsförderung die Initiative. Nach der zweieinhalbstündigen (wissenschaftlichen) Demonstration bekennt der mitgereiste Landrat Wolfgang Lippert: "Man kann nicht alles verstehen. Aber ich habe verstanden, was gehen kann. Die Zukunft ist digital." Wie Lippert wurden den Mittelständlern "die Augen geöffnet" ...

... beispielsweise mit Werkzeugen 4.0 inklusive automatisierten Anstell-Winkeln und Drehmomenten. Ihre digitalen Bausteine fließen sogar in elektrische Zahnbürsten ein. Oder digitalisierte Montageprozesse, bei denen nicht montierte Bauteile oder Schrauben melden "ich wurde vergessen": Produkte steuern ihre Montage quasi selber. IIS Fraunhofer in Nürnberg widmet sich der zentimetergenauen Lokalisierung in geschlossenen und unterirdischen Räumen ebenso wie dem automatisierten Fahren, der Steuerung von Land- und Baumaschinen oder bei "Smart Living" dem Bewegungsverhalten von Senioren: Um das Risiko für nachlassende kognitive Fähigkeiten zu senken. Auf der Agenda stehen superschnelle Ortungssysteme für Fußbälle und Eishockey-Pucks, Sicherheitssysteme zur Verhinderung von Manipulationen der Satelliten-Signale - oder "Smart City": Hunderttausende Senoren mit einer "Long Range" von bis zu 15 Kilometern erfassen Daten über Umwelt, Bodenqualität, Straßen-Beleuchtung. Selbst Waschräume lassen sich vernetzen und Sensoren messen die Befüllung von Seifen- und Handtuchspendern.

Gebäude-Management


Ziel ist es, durch die Verknüpfung von realer und virtueller Welt die Durchlaufzeiten bei der Fertigung zu verringern, weniger Fehler zu machen und damit eine höhere Wertschöpfung zu erzielen. Ganz oben steht das intelligente Gebäude-Management, etwa die Heizung runter zu drehen, wenn die Fenster geöffnet sind, und dabei Wetterprognose und Strompreis zu berücksichtigen. Die Weitergabe ausschließlich verschlüsselter Daten von System zu System soll Sicherheit gewährleisten. "Wir haben einen Eindruck davon gewonnen, was auf uns zukommt", meint abschließend der Bildungsbeauftragte des Landkreises, Hilmar Fütterer, der die Fahrt organisierte.

Man kann nicht alles verstehen. Aber ich habe verstanden, was gehen kann. Die Zukunft ist digital.Landrat Wolfgang Lippert
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