Start der TIR-Energie eG in Tirschenreuth
Keine Kapitalsammelstelle

Die Verantwortlichen der neuen Bürger-Energiegenossenschaft mit (von links) Markus Sporrer, Klaus Schuster, Robert Ernstberger, Katrin Roider, Christian Fritsch und Konrad Schedl zusammen mit Wolfdieter von Trotha, Dr. Susanne Stangl und Landrat Wolfgang Lippert. Bild: bz
Wirtschaft
Tirschenreuth
24.04.2015
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Natürlich geht es auch um Wertschöpfung, aber die Bürger-Energiegenossenschaft versteht sich nicht als Anlagestrategie. "Wir wollen die Energiewende vor Ort mitgestalten", heißt es. Ein erstes Projekt gibt es schon.

Knisternde Spannung vorab und die bange Frage: Kommen genügend Interessenten für eine "TIR-Energie eG"? Sie kamen. 40 Besucher zeichneten am Donnerstag bei der Gründungsversammlung im "Seenario" gleich 108 Anteile zu je 250 Euro. Und damit ist auch die Finanzierung des Anschub-Projekts in trockenen Tüchern. Zuvor hatte Landrat Wolfgang Lippert an die vorbereitenden Arbeiten erinnert, eng begleitet von Regionalmanager Florian Rüth und Dr. Susanne Stangl vom Bundesforschungsprojekt "W3 - Regionale Energieflächenpolitik". Und unter den drei "W's" seien "Wachstum, Widerstand und Wohlstand" zu verstehen. Nicht nur die Optimierung regenerativer Energien machte der Landrat als Geschäftsfeld aus, er verwies auch auf Effizienz und Einsparung.

Risiken von "TIR-Energie" verschwindend gering

Das sah auch der später zum Vorstandsvorsitzenden gewählte Markus Sporrer so. Und auch wenn die "TIR-Energie" sich von anderen Genossenschaften abheben will, die sich oft auf Photovoltaik spezialisiert haben, gehört auch das Gründungsprojekt in diese Kategorie. "Weil überschaubar und die Risiken verschwindend gering sind." Auf dem Dach des Kreisbauhofs soll so eine Anlage installiert werden. Bei Kosten von rund 40 000 Euro errechnete Sporrer eine Rendite von 3,7 Prozent. Elektro-Mobilität, Energie-Beratung von Privatleuten, Kommunen und Unternehmen, energetische Nutzung von Reststoffen, Biogas und Windkraft, Kraft-Wärme-Kopplung, Strom-Vermarktung und intelligente Vernetzung machte Sporrer als weitere Geschäftsfelder aus. Und vor allem den großen Bereich der Energie-Einsparung in Industrie und Gewerbe. "Da ist meist die Beleuchtung ein großer Brocken."

Es geht um "Wertschöpfung in der Region"

Dass Genossenschaften heute genauso aktuell sind wie zu Zeiten Raiffeisens, machte Wolfdieter von Trotha deutlich, der als Vertreter des Bayerischen Genossenschaftsverbandes die Gründungsversammlung begleitete und moderierte. "Auch zu Zeiten Raiffeisens ging es um die Wertschöpfung in der Region." Allein seit 2006 sind laut von Trotha 218 Energie-Genossenschaften gegründet worden. "Sie betreiben keine Anlagestrategie und sind mehr als nur eine reine Kapitalsammelstelle. Sie leisten einen Beitrag zur Energiewende." Und den Mitgliedern bescheinigte er eine Sonderstellung: "Genossen sind Eigentümer, Kapitalgeber und Kunden zugleich."
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