Musikantentreffen Trabitz
Richtigen Ton getroffen

Mit "Rosamunde", "Gogola" und dem "Anton aus Tirol" heizten "Di zwoa Pressather" Sandro und Sophia Weber die Stimmung in der "Alten Säge" ordentlich an. Auch bei ihren Auftritten auf dem Posten: Bruno Primann, der die flotten Lieder des Geschwisterduos mit seiner Teufelsgeige taktvoll begleitete. Bild: bjp
Kultur
Trabitz
06.10.2016
46
0

Etwa 150 Volksmusikfreunde füllten beim zweiten Musikantentreffen des Trabitzer Volks- und Gebirgs-trachtenvereins die "Alte Säge" am Dorfplatz. "Wir spielen 'Natur pur', so wie es sein soll", lautete das von Vereinsvize Erich Riedl vorgegebene Motto.

Wie es sich für ein zünftiges Musikantentreffen gehört, gab es kein starres Programm. Was zählte, waren Können, Improvisationstalent und die gemeinsame Liebe zur handgemachten Musik, die Harmonie und spontane "Allianzen" unter den Musikern stiftete. Die waren aus dem ganzen "Land rund um den Kulm" zwischen Pegnitz, Waldsassen und Grafenwöhr nach Trabitz angereist: "jeder ein Unikat und alle gemeinsam ein harmonisch-buntes Mosaik", wie Riedel zufrieden resümierte.

Dabei ergaben sich reizvolle Kontraste, wenn etwa auf den Vorbacher Werner Meier, der mit witzigen Gschichtln und Ohrwürmern die Stimmung anfeuerte, die sanften Schlager-Evergreens à la "Der kleine Prinz" und "Lieder, die die Liebe schreibt" des Schwarzenbacher Saxophon-Solisten Martin Weber folgten. Höhepunkt war auch das Pressather Geschwisterduo Sophia und Sandro Weber: ein musikalischer Wirbelwind im Doppelpack, authentisch und mitreißend.

Mit Wirtshausmusik-Klassikern wie der "Hochzeitsnacht" ("O schöne Stadt Venedig,/ach, wär' ich wieder ledig") brachte Hans Kowatsch aus Waldsassen die Zuhörer zum Schmunzeln. Gut vertreten war auch die Gastgebergemeinde Trabitz mit dem Akkordeonisten Herbert Kiefer und natürlich mit den Jugend- und Erwachsenen-Tanzgruppen der "Haidnaabtaler", die mit ihren schwungvollen Polkas, Landlern und Plattlern beeindruckten. Die Abordnung der Pressather Nachbarn verstärkte Gerald Kliebhan von den "Original Oberkrainer Freunden".

Gegen Ende erfreuten die "Kemnather Sängerinnen" Monika Fink und Sieglinde Wick, die von Rudolf Fink am Akkordeon begleitet wurden, das Publikum. Für die gebürtige Trabitzerin Monika Fink war dieser Auftritt zugleich eine Reverenz an ihre Heimat. Bei einem so abwechslungsreichen Programm fiel es allen schwer, zu gehen, und erst nach Mitternacht legten die Musiker ihre Instrumente aus der Hand.

"Liebe Musikanten, ich verneige mich vor euch und euren Leistungen", brachte Erich Riedel das allgemeine Urteil über die insgesamt etwa 50 Musik- und Tanzdarbietungen auf den Punkt. Und vielleicht bedauerte er insgeheim, dass es keinen Preis für besondere Ausdauer zu verleihen gab. Den hätte zweifellos Bruno Primann aus Eschenbach verdient: Den ganzen fünfstündigen Abend hindurch begleitete er mit seiner Teufelsgeige "taktvoll" die meisten Musikstücke.

HannertenneTraditionelle Musikkultur wird auch am Samstag, 15. Oktober, groß geschrieben, wenn Volksmusiker Herbert Kiefer als Höhepunkt der "Kirwa am Hannerhof" zum Musikantentreffen in die Hannertenne nach Hub bei Trabitz einlädt. Das Musikfest beginnt um 18 Uhr, ein reichhaltiges Kirchweih-Speisenangebot mit Krenfleisch, Karpfenfilet, Sauerbraten, Forellen und Bratwürsten erwartet die Gäste. (bjp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.