Badvorleger im Becken

Auf dem neuesten Stand ist die Wasseraufbereitungsanlage bei Grub, deren Funktion Hans Hey (Dritter von links) seinen Gemeinderatskollegen erklärte. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
23.05.2015
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Dass es in der Gemeinde Trabitz flüssig läuft, ist keine Selbstverständlichkeit. Das erfuhren die Gemeinderäte bei einer exklusiven Führung durch die Versorgungseinrichtungen.

"Seid ihr wieder spazieren gefahren?" Über solch flapsigen Sprüche ärgert sich das fünfköpfige Bauhofteam der Gemeinde. Denn die Gemeindearbeiter tragen Verantwortung nicht nur für Maschinenpark, Streugutlager und Schilderwald, sondern für ein respektables Netzwerk an technischen Einrichtungen.

Welchen Aufwand an "Daseinsvorsorge" für die Bürger auch eine kleine Gemeinde betreiben muss, zeigten die Bauhofmitarbeiter und Gemeinderäte Bernhard Dötsch und Hans Hey ihren Ratskollegen bei einer zweieinhalbstündigen Besichtigungsfahrt. Vor allem die Wasseraufbereitungsanlage bei Grub nötigte Respekt ab. Hier wird das aus dem 92 Meter tiefen Brunnenschacht bei Bärnwinkel geförderte Grundwasser geprüft, von Eisen und Mangan gereinigt und zum 600-Kubikmeter-Hochbehälter zwischen Preißach und Barbaraberg gepumpt.

Dieser speist die ganze Gemeinde mit Trinkwasser und ist über eine Notfallleitung mit der Trinkwasserversorgung der "Seitenthaler Gruppe" verknüpft, so dass die Gemeinde bei technischen Problemen oder Wartungsarbeiten auf Speinsharter "Nass" zurückgreifen oder der Klostergemeinde mit Bärnwinkler Wasser aushelfen kann. Überwacht wird das Leitungsnetz in der Aufbereitungsanlage Grub. Mit Hilfe von acht Pumpwerken, von denen die Gemeinderäte die Anlage in Grub besichtigten, befördert die 22 Kilometer lange Kanalisation das Abwasser zur Kläranlage bei Zintlhammer. Nach der Reinigung wird es über den Brandlgraben in die Haidenaab geleitet. Für den Klärschlamm ist thermische Entsorgung üblich, etwa als Brennstoff für Zementwerke.

Für die Mitarbeiter gälten strenge Hygienevorschriften, verriet Klärwärter Bernhard Dötsch: "Es ist verboten, Kleidungsstücke mit nach Hause zu nehmen, die wir bei der Arbeit getragen haben und denen infektiöse Keime anhaften könnten." Vielmehr werde die Kleidung in der Kläranlage gewaschen, die zudem über eine Mitarbeiterdusche verfüge. Schließlich besichtigten die Räte das Regenüberlaufbecken Blankenmühle, das bei Starkregen einen Teil des in die Kanalisation strömenden Wassers abfängt, das sonst die Kläranlage überlasten würde. Kein Verständnis bringt Dötsch für Mitbürger auf, die unbelehrbar die Toiletten zur Abfallentsorgung missbrauchen, wodurch vor allem die Abwasserpumpwerke lahmgelegt werden: "Von der Strumpfhose bis zum Badvorleger haben wir schon alles aus Pumpwerken und Überlaufbecken gefischt."
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