Blues, Jazz und Rock beim ersten "Rocken für Rumänien" im ehemaligen Sägewerk
Stimmung, dass die Späne fliegen

"Dr. Blues" (bürgerlich: Andreas Karl) und seine Kollegen von der Bourbon Blues Band aus dem Großraum Kemnath überzeugten zur Primetime die Besucher im Trabitzer Sägewerk. Wie sie spielten auch die anderen Bands ohne Gage. Der Erlös des Festivals kommt wie immer sozialen und kulturellen Einrichtungen in Rumänien zugute. Bild: edo
Lokales
Trabitz
29.10.2015
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Seit 2003 setzt sich eine Gruppe aus Freunden für soziale und kulturelle Projekte in Rumänien ein. Dazu veranstalten sie jedes Jahr das Benefiz-Festival "Rocken für Rumänien", wobei Teile des Erlöses mittlerweile nicht nur ins Karpartenland fließen.

Dorthin haben die Veranstalter bereits über 10 000 Euro überwiesen. Durch Gründungsmitglied Florian Etterer aus Kastl, der weltweit in mehreren Hilfsaktionen involviert ist, unterstützen sie mittlerweile aber auch ein Waisenhaus in Uganda.

Waren bei den ersten Veranstaltungen regelmäßig rumänische Bands zu Gast, beschränkte sich das Line-up diesmal auf musikalische Perlen aus Bayern. "Hut ab" lautete vielfach das Fazit zum "Mann mit Melone" aus Würzburg, der Rock, Country-Blues, Jazz und Soul zum Besten gab. Die Punkrocker von 404 Whizzkids aus Vohenstrauß sorgten mit eigenen Songs für Schwung. Straight Blue interpretierten psychedelischen Rock der 1970er auf markante Art und Weise. Zur besten Abendstunde stiegen in violettem Scheinwerferlicht getauchte Schwaden der Nebelmaschine von der Bühne herab. "Rude World Blues" nennt sich das, womit die sechs Musiker der Bourbon Blues Band Begeisterungsstürme auslösten. Das von Musikern wie Elmore James, Robert Johnson, The Allman Brothers, Jimi Hendrix und Rory Gallagher beeinflusste Sextett um die Gebrüder Nickl aus Kemnath tritt seit acht Jahren auf. Besonderen Eindruck bei den Zuschauern machte Christoph Kukla mit seinen Trommeln, die für die Mystik in den Songs sorgten.

Nach den ersten Festivals im Kastler Schützenhaus wechselten die Organisatoren ins Schützenhaus Zessau. Bei der 13. Auflage feierte die "alte Säge" in Trabitz ihre Premiere als Veranstaltungsort. Die Location entsprach offensichtlich dem Geschmack der Gäste. So gefiel einer Gruppe junger Oberbibracher das sehr gemütliche Ambiente. Auch sei es hier nicht zu steril. Dass "Rocken für Rumänien" ein sehr treues Publikum hat, konnte man daran sehen, dass viele der Stammgäste ihre Kinder dabei hatten.

Die Liebe zu Rumänien ist bei den Veranstaltern bei mehreren Aufenthalten entstanden. In den 13 Jahren unterstützten sie zum Beispiel ein zweiwöchiges Workcamp, bei dem Jugendliche aus Deutschland und Rumänien miteinander ihre Freizeit verbrachten, zahlten Reparaturen in Kindergärten oder halfen Wasserkopf-Kindern. "Ein Teil des Geldes kommt auch Kindern aus sozial-schwachen Familien zugute, damit sie an Schulausflügen teilnehmen können", erzählt Andy Sollfrank, der von Anfang an dabei ist.
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