Burkhardsreuther Katholisches Landvolk besucht den Greifvogelpark Katharinenberg bei Wunsiedel
Anmutige Ausreißer

Einer von 59 Greifvögeln in der Falknerei Katharinenberg bei Wunsiedel ist Blaubussard "Cato" (mit Falknerin Antje Tänzer). Die auch als Kordillerenadler bekannten anmutigen Südamerikaner können eine Flügelspannweite von 1,80 Metern erreichen. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
20.07.2015
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Als Räuber sind sie noch immer verrufen: Greifvögel. Umso mehr Wert legt die Falknerei Katharinenberg bei Wunsiedel darauf, seinen Besuchern Anmut und Gewitztheit von Habicht und Bussard, Falken, Geiern und Adlern vorzuführen. Auch die rund 40 Ausflügler des Katholischen Landvolks staunten über Schönheit und Geschicklichkeit der "Ritter der Lüfte".

Deren zielsichere Schnelligkeit habe man in Zentralasien schon vor 3000 Jahren geschätzt, erzählte Antje Tänzer: "Dort wurde die Beizjagd mit Greifvögeln erstmals praktiziert und später vor allem in China und Arabien verfeinert." In Mitteleuropa sei diese als besonders edel geltende Jagdweise im 13. Jahrhundert unter Stauferkaiser Friedrich II. heimisch geworden. Anschließend präsentierten die Falknerin und Kollege Claudio Agostino einige ihrer 59 Schützlinge wie den weißen Mäusebussard Benji. Der sei ein "Ausreißerkönig" und breche gern zu "ungenehmigten Urlauben" Richtung Luisenburg auf.

Seinem Ruf wurde Benji auch diesmal gerecht: Nachdem er Proben seiner Flugkunst gezeigt hatte, entschwand er in Richtung des drei Kilometer entfernten Felsenlabyrinths. Für Antje Tänzer kein Grund zur Sorge: Man kenne Benjis Vorlieben. Jeder Vogel sei beringt und mit einem Sender ausgestattet. "Da ist es auch kein Problem, wenn einer 600 Kilometer ins Stubaital ausbüxt." das macht ein anderer Bewohner schon mal. Truthahngeier Charlie Chaplin. Diese Art besitze einen hochempfindlichen Geruchssinn und werde in den USA sogar zum Aufspüren vermisster Menschen eingesetzt.

Ein Original sei Schopfkarakara Punky: "Er ist der erste in Deutschland gezüchtete Angehörige dieser hochintelligenten, in Südamerika beheimateten Art und obendrein unser Diogenes, sein Lieblingsversteck ist eine Tonne." Die Schwarzmilane Karo und Kessi verblüfften mit der Gewandtheit, Futter in der Luft aufzuschnappen. Außerdem lernten die Zuschauer den Blaubussard Cato, einen Angehörigen der weltweit größten Bussardart, und den Sakerfalken Nero kennen, der im Sturzflug über 150 Stundenkilometer erreicht.

Als geschmeidiger Jäger bewies sich der amerikanische Wüstenbussard Nicki. Zuletzt flogen alle Herzen dem amselgroßen Buntfalken Herkules zu, der nicht mehr als eine Tafel Schokolade wiegt. Einblicke gab Antje Tänzer ferner in die Aufzucht und Ausbildung des Nachwuchses.

Nächste Staion war der Wildpark in Mehlmeisel. Dort erfreuten sie sich vom Hochsteg aus am Anblick der in großen Freigehegen lebenden Wildschweine, Rothirsche, Luchse und Wildkatzen und sahen bei der Fütterung von Birk- und Auerhühnern, Dachs, Fuchs und Marder in den Kleintiergehegen zu. Ein Dankgebet in der Mehlmeisler Johanniskirche beschloss den Ausflugstag.
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