Entschluss ohne Reue

Vor einem Jahr trat Carmen Pepiuk als Trabitzer Bürgermeisterin die Nachfolge des beliebten Dieter Klein an. "Die Bürger haben mir von Anfang an vertraut und mich bestmöglich unterstützt", freut sich die selbstbewusste Unternehmerin. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
06.05.2015
6
0

Bürgermeister als schönstes Ehrenamt der Welt? Wenn man Carmen Pepiuks Einjahresbilanz hört, muss man es fast glauben. In ihrem Loblied aufs Amt geht die Arbeitsbelastung beinahe unter.

"Meine Entscheidung habe ich nie bereut. Ich würde sie immer wieder so treffen." Dankbarkeit und Freude sind die vorherrschenden Gefühle, die Carmen Pepiuk ein Jahr nach ihrer Wahl zur Trabitzer Bürgermeisterin empfindet: "Es tut gut, zu sehen, dass man für seine Gemeinde viel zum Guten bewegen kann, und Enttäuschungen habe ich in diesem Amt noch nicht erleben müssen."

Im Grunde hätten sich "nur" ihre Erwartungen erfüllt, meint die selbstbewusste Geschäfts- und Familienfrau: "Ich hatte ja schon in meiner sechsjährigen Zeit als Gemeinderätin gesehen, dass dieses Amt ein nicht geringes Arbeitspensum und viele Pflichten, aber auch viele schöne Erfahrungen mit sich bringen würde." Und als nach eingehenden Gesprächen klar gewesen sei, "dass meine Familie mich bei einem 'zweigleisigen' Leben als Bürgermeisterin und Unternehmerin unterstützen wird, fiel mir die Entscheidung für die Kandidatur nicht mehr schwer."

Für einen bestmöglichen Einstand habe außer den Fachleuten der Verwaltungsgemeinschaft, auf deren Rückhalt sie von Anfang an habe zählen können, insbesondere ihr Vorgänger Dieter Klein gesorgt: "Er hat ein bestens bestelltes Arbeitsfeld hinterlassen und gleich nach der Nominierungsversammlung damit begonnen, mich in die künftigen Aufgaben einzuführen und bei Vereinen, Behörden und Gremien als Nachfolgerin vorzustellen. So waren meine künftigen Ansprechpartner und ich einander nicht fremd, als ich das Amt antrat." Dass sie dies mit einem Vertrauensvorschuss von 84 Prozent der Wählerstimmen tun durfte, sei ein zusätzlicher Ansporn gewesen.

Ansporn wozu? An Herausforderungen fehle es nicht, räumt Carmen Pepiuk ein: "Nur in einer attraktiven und leistungsstarken Gemeinde werden sich die Menschen wohl fühlen, Wurzeln schlagen und Familien gründen." Dementsprechend stünden der Kampf um die Faurecia-Arbeitsplätze, die Breitbanderschließung, aber auch der Auf- und Ausbau von Dienstleistungsangeboten, Begegnungsstätten und Anziehungspunkten für Bürger und Besucher ganz oben auf der Aufgabenliste. Doch Trabitz besitze ein großes Potenzial an Kreativität und Gemeinschaftsgeist, und das sei das beste Rüstzeug für die Zukunft: "Das Wir-Gefühl ist in unseren Ortschaften stark, Verantwortungsbewusstsein und Engagement werden in den Vereinen und Dorfgemeinschaften großgeschrieben, und im Gemeinderat herrscht bei allen notwendigen Diskussionen doch stets ein vertrauensvolles und harmonisches Klima."

Pepiuks Fazit: "Wo sonst sollte es Spaß machen, Bürgermeisterin zu sein, wenn nicht hier?" Da sei es auch kein Problem, dass im Grunde immer "1300 kleine Bürgermeister mitregieren": "Wenn dabei konstruktive Kritik und gute Ideen herüberkommen, ist das das Beste, was in einer Demokratie passieren kann."

Dies gelte umso mehr, da ihr die Bürger von vornherein mit Vertrauen und Respekt begegnet seien: "Nach der fraglos verdienstvollen 18-jährigen 'Ära Klein' war das eine wohltuende Erfahrung." Und spielt es nach ihrer Erfahrung noch eine Rolle, dass sie als Frau ein solches Amt bekleidet? Carmen Pepiuks augenzwinkernd-lakonische Antwort: "Mir macht es nichts aus - und den Menschen, mit denen ich zu tun habe, auch nicht."
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.