IG Metall eröffnet Warnstreiks zu den Tarifverhandlungen bei Faurecia in Trabitz
Die ganze Schicht streikt mit

Lokales
Trabitz
30.01.2015
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(wüw) Am Donnerstag endete die Friedenspflicht in der bayerischen Metallindustrie - und die Beschäftigten bei Faurecia verloren keine Zeit. Punkt 0 Uhr verließ die gesamte Nachtschicht die Werkshalle. Eine Stunde dauerte der Warnstreik.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Horst Ott, gab das Signal zum Streik. Er war von den Verhandlungen in München nach Trabitz gekommen, um die Beschäftigten über das Ergebnis zu informieren. Zwar habe es ein Angebot gegeben, aber die vorgeschlagenen 2,2 Prozent Lohnerhöhung liegen "meilenweit entfernt" von den 5,5 Prozent, die die IG Metall fordert. Auch bei den anderen Streitpunkten Altersteilzeit und Bildungszeit liegen die Positionen auseinander. Bei der Bildungszeit wollen die Arbeitgeber keinen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer, und künftig sollen nur mehr zwei Prozent der Beschäftigten die Altersteilzeitregel nutzen können. Bislang sind es vier Prozent.

Vor der nächsten Runde wolle die IG Metall Druck machen, sagt Ott. Bayernweit waren sieben Betriebe von der Mitternachtsaktion betroffen. In Trabitz legten die Beschäftigten zudem am Donnerstag um 13.30 Uhr und um 21.30 Uhr nach.

Die Entscheidung für den Auftakt bei Faurecia sei bewusst gefallen. Die IG Metall habe auf die Beschäftigten gebaut, die für Organisation und Solidarität bekannt seien. Tatsächlich beteiligte sich bis auf die Leiharbeiter die gesamte Schicht von 65 Mitarbeitern, sagt Betriebsrat Karl Boemmel.

Für Ott gab es noch einen Grund, in Trabitz zu beginnen. "Wir wollten zeigen, dass Faurecia weiter ein normaler Betrieb ist, in dem es um Tarifverträge und Lohnentwicklung geht." Bei aller Sorgen um den Standort und Ärger über die Entlassungen sei dies zuletzt in Vergessenheit geraten.
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