LBV-Naturschutzgruppe organisiert Vogelstimmenwanderung in Wald und Feld
Der frühe Wanderer hört den Vogel

Von der rund um Trabitz noch weitgehend intakten Natur zeugt die Vielzahl der hier lebenden Vogelarten. Viele davon hörten und sahen die Teilnehmer der von Günter Klein (Dritter von rechts) geleiteten Vogelstimmenwanderung. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
07.05.2015
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. (bjp) "Nur die Harten kommen in den Garten" - und nur die Ausgeschlafenen zur Vogelstimmenwanderung der LBV-Naturschutzgruppe. Wer am Sonntag frühzeitig das kuschelige Bett verließ, wurde trotz Nieselwetters reichlich belohnt. Mehr als 20 Vogelarten ließen sich auf dem Weg durch Wald und Feld zwischen Birkhof, Preißach und Burkhardsreuth hören und mit etwas Glück auch sehen.

Kein Wunder: Auch für die Vögel ist der Mai die Zeit der "Liebe und Triebe", während der die Männchen mit Inbrunst ihre Lock- und Revierrufe anstimmen. Der übermütig-jubelnde Gesang der Feldlerche, das Plaudern der Gartengrasmücke und das melancholisch-perlende Flöten des Rotkehlchens zogen die Aufmerksamkeit der zwölf Wanderer auf sich, zu denen auch Adolf Küblböck, Vizekreisvorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz, gehörte.

Dazwischen mischten sich Waldlaubsänger, Kuckuck, Wacholderdrossel, Zilpzalp, Wildtaube und das drei Gramm leichte Sommergoldhähnchen. Sie alle stach freilich der nicht einmal zehn Zentimeter kleine Zaunkönig aus, dessen lautstark trillernder Ruf weithin zu vernehmen war. Zu jedem der "gefiederten Freunde" wusste Naturschutzgruppenvorsitzender Günter Klein etwas zu erzählen. So ist der Zaunkönig nicht nur ein auffälliger Sänger, sondern baut auch ungewöhnlich kunstvolle Nester - manchmal acht oder zehn Stück, um seine "Auserwählte" zu beeindrucken.

Wie gut sich Vögel an veränderte Lebensumstände anpassen könnten, dafür gebe das Braunkehlchen ein Beispiel, erläuterte Klein: "Eigentlich ist es ein Bodenbrüter auf Brachlandflächen, aber weil es die immer seltener gibt, brütet es inzwischen sehr gern in Rapsfeldern." Einhellig lobte die Gruppe die im Zuge von Orts- und Flurgestaltungsmaßnahmen als Ausgleichsflächen angelegten Hecken, die mit ihrem vielfältigen Bewuchs vielen Vögeln und Insekten Unterschlupf und Nahrung bieten. Nicht blicken ließ sich leider der von einigen Naturbeobachtern gesichtete weiße Mäusebussard. Bei einem Frühstück mit Brezen, Weißwurst, Kaffee und Kuchen klang die morgendliche Erkundungstour aus.
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