Plaudern, forschen, staunen

Einen ungewohnten Blick auf die Schöpfung erschloss Bernd Donhausers Tremmersdorfer Wurzelmuseum den Naturschutzjugend-Mitgliedern aus Tribsees und Trabitz. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
13.08.2015
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Umweltschutz kann Spaß machen und Freundschaften stiften. Den Nachwuchs der Trabitzer Naturschutzgruppe brachte eine solche Freundschaft nun Besuch aus dem hohen Norden.

Dieses Lob freute Bürgermeisterin Carmen Pepiuk besonders: "Eine Besucherin aus der Tribseeser Naturschutzgruppe hat mir gestanden, sie hätte eigentlich nie nach Bayern fahren wollen. Aber nach drei Tagen wäre sie am liebsten noch länger geblieben." Kann es ein schöneres Kompliment für die Trabitzer geben, die für ihre Gäste aus Vorpommern drei Tage lang alle Register der Gastfreundschaft zogen?

Freilich war dies nicht die erste "Tuchfühlung" zwischen der LBV-Naturschutzgruppe Trabitz und dem Naturschutzbund-Ortsverein im 2500-Einwohner-Städtchen Tribsees bei Stralsund. Angebahnt hatte sich die "Nord-Süd-Allianz" vor vier Jahren, als der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) das bundesweite Netzwerk "Nature's 12" ins Leben rief. Ihm gehören zwölf als vorbildlich ausgezeichnete Naturjugendgruppen an, darunter "Aquila" aus Trabitz und die Naturschutzjugend Tribsees. 2013 lernten die "Nordlichter" die Oberpfalz kennen, 2014 folgte ein Gegenbesuch an der Ostseeküste.

Zur zweiten dreitägigen "Safari" in den "Bayerisch-Kongo" hatten LBV-Ortsverband und Gemeinde für ihre acht jugendlichen und sechs erwachsenen Besucher aus dem Nordosten das Burkhardsreuther Schulhaus gastlich hergerichtet. Dessen gemütlicher Schulhof bot das ideale Ambiente für lange Plauderabende: "Der harte Kern mochte nie vor zwei Uhr früh zu Bett gehen", verriet der Trabitzer LBV-Vorsitzende Günter Klein. Hierfür hätten die Trabitzer und Tribseeser Jugendlichen sogar einen Abstecher zum Schlammersdorfer Flex-Fest "sausen lassen". Reges Interesse fand auch das "kleine Schulmuseum", das der pensionierte Lehrer Josef Bauer in einem der Klassenzimmer eingerichtet hat.

Die Tage verbrachten die Naturfreunde bei Ausflügen durch die Oberpfalz und Franken. In der Fränkischen Schweiz besichtigten sie die Teufelshöhle, die auch vielen Fledermäusen Unterschlupf gewährt. Verständnislos nahmen sie zur Kenntnis, wie wenig sich einzelne Höhlenbesucher um das Blitzgeräteverbot scherten, das aus Rücksicht auf die lichtempfindlichen Tiere gilt: "Manche brauchen wohl das Blitzlicht, um zu verbergen, wie unterbelichtet sie selbst sind." Station machte man auch im Tremmersdorfer Wurzelmuseum, das Gründer Bernd Donhauser als "naturgegebenes Archiv lebender und ausgestorbener Tierarten aus der ganzen Welt" verstanden wissen will.Verblüfft war die Gruppe über die bis ins feinste Details reichende Ähnlichkeit der 900 Wurzeln mit realen Tieren. Außerdem besuchten die Hobby-Naturkundler Kloster Speinshart, Barbaraberg, Waldnaabtal und die Dokumentationsstelle "Kontinentale Tiefbohrung". Ein paar Stunden Badespaß im Heindlweiher durften nicht fehlen.

Beim Abschiedsabend am Schulhof hatte Ludwig Schramm aus Feilersdorf ein "Open-Air-Essen" spendiert. Margit Schneider, Vorsitzende der Tribseeser Naturschutzjugend, dankte für die kurzweilige Zeit. "Diese Tage haben uns viel Spaß gemacht", blickte auch Bürgermeisterin Pepiuk zurück und lobte den LBV für die Organisation. Ein von Hermann Bauer gefertigtes "Insektenhotel" und einen Korb voll Leckereien aus Trabitz und Umgebung nahmen die Freunde mit nach Hause.
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