Schulden schrumpfen

Lokales
Trabitz
28.03.2015
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In zehn Jahren baute die Gemeinde Trabitz zwei Drittel der Pro-Kopf-Verschuldung ab. Kein Wunder, dass die Haushaltssitzung im Gemeinderat eher entspannt verlief.

Mit der Gemeinde geht es bergab - zum Glück nur beim Schuldenstand. Trotz weiterhin reger Investitionstätigkeit will die Gemeinde ihre Kreditlasten bis Jahresende auf 398 116,53 Euro vermindern. Um dies zu erreichen, kommt zur gesetzlichen Mindesttilgung von 69 100 Euro eine Sondertilgung von 50 000 Euro. Schon im letzten Jahr hatte man den Schuldenberg um 109 100 Euro abgebaut - dank einer Stabilisierungshilfe des Freistaats, von der 40 000 Euro als Sonderrate in die Schuldentilgung geflossen sind.

In der Haushaltssitzung des Gemeinderats erinnerte Kämmerer Josef Stock an die Verhältnisse anno 2004, als Trabitz mit 2,28 Millionen Euro in der Kreide stand. Dies entsprach knapp 1 604 Euro pro Einwohner. Zum Jahresende 2015 sollen demgegenüber noch 305,54 Euro Darlehensverbindlichkeiten auf jeden Bürger entfallen: rund 91 Euro weniger als Ende 2014. "Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 690 Euro", vermerkt der Vorbericht zum Haushaltsplan. Dass die Gemeinde im Vorjahr ihre Rücklage um fast 274 000 Euro auffüllen konnte und heuer 279 000 Euro - fast 210 000 Euro mehr als gesetzlich vorgeschrieben - aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt sowie 58 400 Euro von dort in die Rücklage überführen will, rundet das erfreuliche Bild ab. Alles in allem, so Stock, werde das Haushaltsvolumen mit 3 557 400 Euro erneut über dem Vorjahresetat liegen, der 3 304 600 Euro umfasst habe. 2 308 300 Euro (2014: 2 048 100) entfallen dabei auf den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten abdeckt, und 1 249 100 Euro (2014: 1 256 500) auf den Vermögenshaushalt, aus dem Investitionen und Rücklagen finanziert werden.

Wichtigste Investitionen im laufenden Jahr werden laut Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und Kämmerer Josef Stock die Breitbanderschließung des Gemeindegebiets mit 560 000 Euro, der Zessauer Dorfplatz mit 205 000 Euro, Arbeiten an den Abwasserentsorgungsanlagen mit 60 300 Euro sowie die Machbarkeitsstudie für das "Memory" mit 30 900 Euro sein. 25 000 Euro sind für den dringend gebotenen Ersatz des alten Streusalzsilos beim Bauhof vorgesehen.

Einig waren sich Ratsmitglieder, Bürgermeisterin und Kämmerer, dass auch künftig Vorsicht oberstes Gebot bei der Etatplanung bleiben müsse, zumal verschiedene Einnahmen schwer abzuschätzen seien. Kämmerer Stock verwies auf die stark schwankenden Gewerbesteuereinkünfte, die beispielsweise vor fünf Jahren gut eine Million, im letzten Jahr gerade einmal 64 631 Euro betragen hätten. Immerhin hoffe man auf höhere Zuflüsse aus der Schlüsselzuweisung und dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer. Alles in allem habe jedoch die "konsequente Konsolidierungspolitik" seit 2004 "nachhaltige Wirkung" gezeitigt, und mindestens bis 2018 seien "keine Kreditaufnahmen erforderlich".
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