Sternehotel für Krabbeltiere

Bild: bjp
Lokales
Trabitz
27.11.2015
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Im Ruhestand wurde Hermann Bauer zum Hotelier. In diesem Jahr eröffnete der Trabitzer besonders feine Häuser.

Insektenhotels? Was soll das denn? Wer sich in der Natur auskennt, wird diese Frage nicht stellen. Denn Naturfreunde wissen: Was da summt und krabbelt, hat seinen Platz in der ökologischen Ordnung. Hummeln und Wildbienen, Schlupf- und Grabwespen, Florfliegen und Ohrwürmer vertilgen Schädlinge oder bestäuben Blüten - oft auch dann, wenn Honigbienen wegen niedriger Temperaturen nicht fliegen.

Umso wichtiger ist es, den kleinen Kerbtieren für ihre Brutaufzucht oder zum Überwintern Plätze zu bieten, die sie in unseren oft allzu "zweckmäßigen" Gärten, Fluren und Nutzwäldern nur noch schwer finden. Als Baumeister für Wohn- und Kinderstuben von Mauerbiene, Schwebfliege & Co. betätigt sich seit vier Jahren Hermann Bauer aus Trabitz. Auch in diesem Jahr blieb der 81-Jährige seinem Hobby treu, in dem er nicht nur einen Beitrag zum Naturschutz sieht, sondern auch einen nützlichen Zeitvertreib: "Für mich sind solche Arbeiten Lebensverlängerung - solange ich arbeite, lebe ich."

Höhepunkt von Hermann Bauers diesjähriger "Hotelsaison" war ein "Nützlingsquartier" besonderer Art: Für die Familie seiner Enkelin Katharina, vor allem für Urenkel Paul, schuf er ein XXL-Insektenhotel. "Davon habe ich nur zwei Stück gebaut", erzählt der stolze Urgroßvater: "Das zweite steht bei der Lumpererhalle in Kurbersdorf." Wie er zu dem Steckenpferd kam? Einer Nachbarin verdanke er die Anregung, erinnert sich der beliebte frühere Werkstattleiter des Trabitzer Lagerhauses: "Sie hatte mich gebeten, für sie so etwas zu bauen, und anscheinend gefiel es ihr so gut, dass bald auch andere auf mich zukamen."

Etwa ein bis zwei Nisthäuser entstünden pro Woche, verrät Bauer: "Es steckt viel darin, und jedes Insektenhotel ist anders - uniforme Massenware will ich nicht bauen." Die Auftraggeber - außer zahlreichen Privatleuten auch die Naturschutzgruppen in Trabitz und Bayreuth - kämen längst nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern aus ganz Bayern. Abgesehen vom Gerüst, das aus Fichtenholzbrettern zusammengefügt werde, dürfe für die "Hotels zur wilden Biene" nur unimprägniertes harzfreies Holz verarbeitet werden, damit die Flügel der Insekten in den Nisthöhlen nicht am Harz festklebten: "Naturbelassenes Nussbaum- und Birkenholz eignen sich gut."
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