Störche kommen immer früher

Die Leistung der Naturschutzgruppe Trabitz lobte zweiter Bürgermeister Franz Groß (stehend). Auf mögliche Folgen des Klimawandels für die mitteleuropäische Fauna gingen Ortsvorsitzender Günter Klein (rechts) und LBV-Kreisvize Adolf Küblböck (links) ein. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
23.04.2015
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Der frühe Vogel ... Auch im Nordwesten der Oberpfalz sei der Klimawandel nicht mehr zu übersehen. Das dokumentierte die LBV-Hauptversammlung, bei der es um das Verhalten der Zugvögel ging.

Auch auf die Tierwelt in Mitteleuropa wirke sich der Klimawandel aus, mutmaßte der zweite Kreisvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) Adolf Küblböck bei der Hauptversammlung der LBV-Naturschutzgruppe Trabitz (wir berichteten): "Stare und Störche neigen mehr und mehr dazu, bei uns zu überwintern, der bisher im Mittelmeerraum anzutreffende Bienenfresser brütet nun auch in Franken."

Auch der Silberreiher, der eigentlich in südlicheren Gefilden beheimatet sei, sei immer öfter in Deutschland zu sehen wiederholt auch in Trabitz, fügte Ortsvorsitzender Günter Klein hinzu. Nicht zuletzt falle auf, dass die Trabitzer Weißstörche immer eher aus Afrika zurückkehrten: "Der erste Vogel war heuer am 22. Februar da, sein Partner am 8. März." Seit 2012 hätten sich diese Zeitpunkte zurückverschoben: "Vor drei Jahren haben wir die Störche am 10. und 29. März begrüßt."

Alles in allem sei es um die Störche gut bestellt, freute sich Klein: "2014 zählte der LBV in Bayern 340 Storchenpaare, so viele wie nie seit 1900." Von anderen Tierarten könne man Ähnliches nicht sagen, sagte Küblböck. So seien als Folge von Umweltveränderungen die Bestände an Rebhühnern, Wacholderdrosseln, Bluthänflingen oder Kiebitzen besorgniserregend geschrumpft. Mit neu angelegten Biotopen für gefährdete Arten versuche der Verband gegenzusteuern: "2014 haben wir zum Beispiel bei Weiherhammer ein Altwasser für ein Bekassinenbiotop und 1,6 Hektar Land für ein Feuersalamanderschutzgebiet übernommen."

Günter Klein wies auf das seit 23. März laufende "Bürgerforscher-Projekt" von LBV und Bayerischem Rundfunk unter dem Titel "Igel in Bayern" hin. Mit Hilfe der gleichnamigen App oder über die Website www.igel-in-bayern.de könne bis November jeder beobachtete Igel, ob lebendig oder als "Straßenopfer", gemeldet werden. Die Daten sollen Rückschlüsse erlauben, welche Faktoren den Igelbestand gefährden und welche Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen werden können.

"Respekt vor eurer Arbeit" und vor der großen Zahl jugendlicher Mitstreiter bekundete zweiter Bürgermeister Franz Groß den Naturfreunden: "Nur wer selbst mitmacht, kann einschätzen, was ihr leistet." Insbesondere die Jugendgruppen hätten allen Grund, Selbstbewusstsein zu zeigen. Doch gelte das auch für die anderen Trabitzer Nachwuchsgruppen: "Bei einer so verantwortungsbewussten und tatkräftigen Jugend braucht man sich um unsere Gemeinde nicht zu sorgen." Groß' spezieller Dank, dem sich Adolf Küblböck anschloss, galt Günter und Gisela Klein als "kreative Motoren" der Naturschutzgruppe.

Eine Überraschung in Gestalt eines USB-Mikroskops hatte Kassier Lothar Söllner für die Nachwuchs-Naturforscher mitgebracht. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Martin Pepiuk und Helmut Schusser, für zehn Jahre die Familien Johann Ackermann, Anzer und Majer sowie Michael Wolf geehrt. Ein Dankeschön gab es außerdem für die langjährigen Jugendbetreuerinnen Anna Laugensteiner und Anna Majer.
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