Trabitzer Faurecia-Belegschaft unterstreicht Tarifforderungen der IG Metall - "Branche verdient ...
Solidarität soll Zeichen setzen

Die Zukunft des Trabitzer Faurecia-Werks ist noch immer ungewiss: Deshalb verstanden die Gewerkschafter die solidarische Teilnahme der Belegschaft am Warnstreik auch als Zeichen, dass man im Kampf um den Arbeitsplatz nicht klein beigeben wolle. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
31.01.2015
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Die "Faurecianer" geben den Startschuss: Im Trabitzer Werk des französischen Automobilzulieferers begannen am Donnerstag die von der Industriegewerkschaft Metall (IGM) initiierten Warnstreiks in nordoberpfälzischen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (wir berichteten). Nicht nur um 5,5 Prozent mehr Lohn geht es, auch um die Fortführung der Altersteilzeitregelungen und um die tarifvertragliche Verankerung einer "Bildungsteilzeit".

Letzteres bedeutet, dass sich Mitarbeiter in der Arbeitszeit weiterbilden können, ohne komplett auf ihr Einkommen verzichten zu müssen. Gerade dieser Punkt sei umstritten, sagte Betriebsratsvorsitzender Karl Boemmel bei der Nachmittagskundgebung: "Die Arbeitgeber sind auf den Vorschlag der IG Metall nicht eingegangen. Doch berufliche Qualifikation ist das A und O, um im Berufsleben zu bestehen und vor allem die Wiedereinstellungschancen zu steigern, wenn in einem Betrieb Arbeitsplätze wegfallen."

Nicht weniger wichtig ist der Gewerkschaft die Optimierung der Altersteilzeit. Als flexibler Übergang in den Ruhestand erspare sie vielen älteren Beschäftigten prekäre Zeiten der Arbeitslosigkeit oder der Zeitarbeit, betonte Udo Fechtner, Zweiter Bevollmächtigter der IGM-Verwaltungsstelle Amberg. Verschlechterungen, wie sie die Arbeitgeber anscheinend erwögen, seien nicht diskutabel. Auch die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn wolle man den von der Gegenseite gebotenen 2,2 Prozent weiterhin entgegenhalten.

"Die wirtschaftliche Lage dieser Branche ist gut, die Konjunktur floriert. Deshalb trauen wir uns zu sagen: Wir haben mehr verdient als das, was man uns jetzt bietet", meinte Fechtner, und Betriebsratssprecher Boemmel ergänzte, dass auch Faurecia "in letzter Zeit sehr ordentlich verdient" habe.

Über die fast geschlossene Teilnahme der Belegschaft freuten sich beide Gewerkschafter: "Die Öffentlichkeit, vor allem die Arbeitgeber nehmen diese Solidarität sehr wohl wahr, und gerade hier in Trabitz ist es auch wichtig zu sehen, dass ihr zusammensteht und nicht resigniert", appellierte karl Boemmel. Udo Fechtner zeigte sich ebenso überzeugt, dass die Aktionen "Druck aufbauen werden, um etwas zu bewegen".
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