Zukunftsmodell findet Nachahmer

Seit 1974 leitete Josef "Jupp" Sloot den Männergesangverein Trabitz. Bild: bjp
Lokales
Trabitz
08.05.2015
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Die Ära Sloot beim Männergesangverein Trabitz ist engültig vorbei. Bei der Hauptversammlung blickte der auf seine 40 Dirigentenjahre zurück. Er hinterlässt ein intaktes Ensemble - und ein Modell, das auch anderen Chören die Zukunft sichern könnte.

Gut vier Jahrzehnte brachte Josef Sloot seinen Sangesbrüdern im Männergesangverein den guten Ton bei. Bei der rege besuchten Jahreshauptversammlung im Sportheim verabschiedeten die Mitglieder den Chorleiter und begrüßten Konrad Dippel als Nachfolger.

Wehmut war Jupp Sloot anzumerken, als er auf die seit 1974 verflossenen Jahre zurückblickte. Damals habe er einen Chor übernommen, der "total am Boden lag", und ihm in langwieriger Aufbauarbeit zu neuem Ansehen verholfen. Ab 2008 leitete der gebürtige Emsländer auch den "Kulmianer"-Männerchor in Neustadt am Kulm und formte aus den beiden Gruppen eine perfekt "eingesungene" Chorgemeinschaft: "Wir hatten gemeinsam viel Freude." Seinem jüngeren Nachfolger wünschte Sloot eine glückliche Hand und Erfolg bei der Sängernachwuchswerbung, "damit wir weiterhin einen starken Chor vorweisen können".

Der Leiter der aus elf nordoberpfälzischen und oberfränkischen Gesangvereinen bestehenden "Sängergruppe Max Reger" im Fränkischen Sängerbund, Siegmar Bräutigam, wertete das Miteinander der Chöre aus Trabitz und Neustadt als gelungenes Zukunftsmodell, das mit der Chorgemeinschaft Pullenreuth/Lochau Nachahmer gefunden habe. Noch wünschenswerter wäre freilich ein größeres Interesse jüngerer Musikfreunde, den traditionellen Chorgesang aktiv mitzupflegen. Dass es der Trabitz-Neustädter Chorallianz zumindest nicht an Publikumsgunst fehlt, belegte Vorsitzender Konrad Bauer in seinem umfangreichen Jahresbericht.

Als Höhepunkte des letzten Vereinsjahres nannte er das Dreikönigssingen in der Burkhardsreuther Kirche, die Mitwirkung am Neustädter Weihnachtskonzert, die musikalische Umrahmung eines Gottesdienstes in Burkhardsreuth und die Teilnahme am 160-Jahr-Jubiläum des Wirbenzer Männergesangvereins: "Wir hatten uns ein anspruchsvolles Programm vorgenommen, das sehr gut ankam." Beim Gedenkabend zum 70. Jahrestag des Bombenangriffs auf Neustadt am 19. April habe Konrad Dippel sein öffentliches Dirigentendebüt gegeben.

Künstlerischen Ehrgeiz dürfe sich der Chor leisten, zumal sich seine Probendisziplin sehen lassen könne: Von den 16 Trabitzer Aktiven hätten durchschnittlich 75 Prozent an den Singstunden teilgenommen, bilanzierte Bauer. Josef Sloots Arbeit würdigte er mit den Worten: "Man kann die Stunden, die du für den Verein aufgewendet hast, nicht mit Geld aufwiegen." Bürgermeisterin Carmen Pepiuk schloss sich an: "Du hast dein Herzblut in diese Aufgabe fließen lassen." Mit Konrad Bauer war sich Pepiuk einig, dass der Chor in Konrad Dippel einen idealen Nachfolger für Sloot gefunden habe.

Dem Männergesangverein wünschte sie eine weiterhin erfolgreiche Arbeit: "Die Gemeinde braucht euch und weiß eure Auftritte zu schätzen, mit denen ihr eine wertvolle Musiktradition weiterführt." Konrad Bauer vergaß nicht zu erwähnen, dass die Chorgemeinschaft gemeinsam mit weiteren Musikern aus Neustadt am Kulm bald auf einer CD zu hören sein werde. Am 19. September wollen die Sänger am Gemeindeabend in Zessau mitwirken, der für 20. September geplante Vereinsausflug soll nach Würzburg oder Veitshöchheim führen. Mit dem Lied "Ein Bier" und einem "Prost mit harmonischem Klange" beschloss der Männergesangverein seine Versammlung.
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