Gasthaus Memory einsturzgefährdet: Gemeinderat beschließt Schließung
Historische "Bruchbude"

Mehr als nur Schönheitsfehler sind die Risse im Mauerwerk des "Memory"-Ostflügels. Bild: bjp
Politik
Trabitz
12.03.2016
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Musikpartys, Geburtstags- und Familienfeiern: Als Treffpunkt und Veranstaltungsort wurde das vor sechs Jahren von der "Kulturbanausen"-Gruppe hergerichtete einstige Gasthaus "Memory" gern genutzt. Doch nun muss die Gemeinde als Eigentümerin die Notbremse ziehen: Ein statisches Gutachten des Amberger Büros ALS warnt vor Einsturzgefahr.

Fundament solide


Vor allem in der Decke des als "Diskothek" bekannten Ostflügels zeichneten sich besorgniserregende Risse ab, informierte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk in der Gemeinderatssitzung. Ursache seien nicht etwa Verwerfungen im Fundament, das sehr solide sei. Vielmehr seien bei früheren Umbauten Innenwände in einer Weise entfernt oder versetzt worden, die die Stabilität des Gebäudes beeinträchtige: "Die Dachkonstruktion drückt das Haus langsam auseinander, so dass Risse in den Außenwänden, der Gewölbedecke des Disko-Flügels und der Decke des früheren Klubraums im Obergeschoss entstehen." An eine Weiternutzung des historischen Bauwerks bis zur geplanten Generalsanierung, die nach Abschluss der noch laufenden Begutachtungs- und Vorplanungsarbeiten beginnen soll, sei somit nicht zu denken, urteilte Pepiuk: "Wir sind durch das Gutachten gewarnt und müssen im Interesse der Menschen und auch mit Blick auf unsere Haftungspflichten die Konsequenzen ziehen." Der Gemeinderat teilte diese Einschätzung. Die von den "Kulturbanausen" für April geplante Plattenparty "Rock im Memory" sei bereits abgesagt, ließ die Bürgermeisterin noch wissen.

Einstimmig bejahten die Ratsmitglieder die Beteiligung der Gemeinde Trabitz am neuen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept für die zehn Vierstädtedreieck-Kommunen. Auf Basis eines von den Büros UMS Plank in Leipzig und Blank Landschaftsarchitektur in Pfreimd erstellten und vom Freistaat mit einem 70-Prozent-Zuschuss geförderten Konzepts wollen die Gemeinden des westlichen Kreises Neustadt ihre Zusammenarbeit in den kommenden sieben Jahren fortführen. Für Trabitz bliebe ein Eigenanteil von rund 1000 Euro an den Konzeptkosten zu tragen.

Spende an "Donum Vitae"


Auch den von den Beratern angebotenen "Vitalitäts-Check" will die Gemeinde nutzen. Hierbei, so Pepiuk, handele es sich um eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und demografischen Situation einschließlich einer Entwicklungsprognose für die kommenden Jahre. Der Kostenanteil für Trabitz belaufe sich auf etwa 300 Euro. Den jährlichen Spendenaufruf der Weidener Schwangerenberatungsstelle "Donum Vitae" beantwortete der Rat mit einer 150-Euro-Spende, wobei das Gremium die sexualpädagogische Arbeit für Jugendliche würdigte.
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