Gemeinderätin Eva Mayrhofer-Dötsch berichtet von Erfahrungen mit irakischen Zuwanderern
„Nicht im luftleeren Raum lassen“

Sieben Iraker, darunter zwei Kurden, wohnen seit vergangenem Monat in Trabitz. Gemeinderätin Eva Mayrhofer-Dötsch (rechts) beschrieb in der Gemeinderatssitzung die Arbeit des Helferkreises. Bild: bjp
Politik
Trabitz
17.03.2016
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"Diese Männer warten nur darauf, endlich Deutsch lernen und arbeiten zu können." Von populistischen Klischees will Gemeinderätin Eva Mayrhofer-Dötsch (Freie Wähler Weihersberg-Zessau) nichts hören, wenn das Gespräch auf die sieben irakischen jungen Erwachsenen kommt, die seit gut drei Wochen in der Gemeinde wohnen. In der Gemeinderatssitzung sprach die Sozialpädagogin über die Zuwanderern und den von ihr initiierten "Helferkreis für Flüchtlinge".

Vernetzer Helferkreis


"Als die sieben Männer in ihr Quartier einzogen, wurden sie von den Nachbarn mit Kuchen begrüßt." Kurz darauf habe sich der Helferkreis gebildet, der ein "bestens eingespieltes, motiviertes Team" und gut vernetzt sei. Eine kontinuierliche Betreuung gebe es für die zwischen 18 und 24 Jahre alten, und damit volljährigen, Schutzsuchenden nicht: "Umso wichtiger ist es, dass eine Gemeinschaft da ist, die den Gästen aus dem Mittleren Osten das Einleben erleichtert und sie nicht im luftleeren Raum belässt", erklärte Mayrhofer-Dötsch. Leider sei das Angebot an Integrationskursen knapp: "Wir haben uns von Anfang an bemüht, Kursplätze für die Flüchtlinge zu finden, doch die nächstgelegenen Kurse, in denen noch Plätze frei wären, sind weitab in Eslarn und Vohenstrauß." Ab April starteten aber zwei Integrationskurse bei der Weidener Europa-Berufsschule, und auch die Volkshochschule Eschenbach habe beantragt, einen Kurs anbieten zu dürfen. Einstweilen führten zwei Lehrer aus dem Helferkreis die Männer an die Sprache ihres Gastlands heran: "Sprache ist der Schlüssel zur Integration, und das wissen sie auch genau." Vorrangiges Ziel sei, dass die Migranten die deutsche Sprache erlernen, um eine Berufsausbildung beginnen zu können, führte Mayrhofer-Dötsch aus. "Für die beiden unter-21-Jährigen bestünde noch Berufsschulpflicht, aber auch die Älteren könnten mit Sondererlaubnis eine Berufsschule besuchen. Wegen der großen Zuwandererzahl sind aber wohl nur für die Schulpflichtigen Plätze verfügbar."

Ein-Euro-Job bei Kommune


Bürgermeisterin Carmen Pepiuk ließ wissen, dass die Gemeinde den Irakern voraussichtlich ab April Ein-Euro-Jobs bei der Grünanlagenpflege bieten könne: "Derartige gemeinnützige Arbeit ist erlaubt, das Arbeitsentgelt wird vom Landratsamt getragen." Mayrhofer-Dötsch zeigte sich erfreut: "Man merkt den Männern an, dass sie darauf warten, arbeiten zu können, und ein gewisser fester Rahmen für ihre Lebensgestaltung würde ihnen den Start erleichtern." Auch Gemeinderat Konrad Bauer (CSU) begrüßte Pepiuks Ankündigung: "Man darf diesen guten Willen nicht 'im Sand verlaufen lassen', denn der Weg in Gleichgültigkeit und Resignation ist manchmal kurz."
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