Augen auf beim Erdenkauf
Torffrei eintopfen

Wo Gartenerde draufsteht, ist oft Torf drin: Für einen schonenden Umgang mit Mooren warb Naturschutz-Gruppenvorsitzender Günter Klein. Bild: bjp
Vermischtes
Trabitz
01.04.2016
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Augen auf beim Kauf von Garten- und Blumenerde. "Wenn auf der Verpackung 'Bio' oder 'hergestellt aus nachwachsendem Rohstoff' steht, besteht der Inhalt häufig aus Torf", informierte Vorsitzender Günter Klein bei der Jahreshauptversammlung der Naturschutzgruppe Trabitz.

"Der über Jahrtausende in Mooren entstandene Torf ist zu kostbar, um ihn für einen kurzen Sommer als Blumenerde in Pflanzgefäße zu füllen und nach einmaligem Gebrauch als Abfall zu entsorgen", griff Klein eine Empfehlung des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) auf. Die Moore seien nicht nur einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere, sondern hätten zudem enorme Mengen an Kohlendioxid in Kohlenstoff verwandelt und gebunden: "Nach der Entwässerung der Moore und bei der Verrottung des verwendeten Torfs wird dieser Kohlenstoff wieder in Kohlendioxid zurückverwandelt, das in die Atmosphäre entweicht."

Etwa acht Prozent der Emissionen des als "Treibhausgas" und Klimawandel-Mitverursacher verrufenen Kohlendioxids gingen auf Moor-Entwässerung und Torfverwertung zurück, gab Günter Klein zu bedenken. Umso wichtiger sei es, Moore zu erhalten und durch Neu-Vernässung wiederherzustellen: "Jeder Gartenbesitzer kann durch Verwendung torffreier Erde hierzu beitragen. Alle namhaften Hersteller bieten auch torffreie Erdsubstrate mit entsprechender Kennzeichnung an, die den torfhaltigen Erden ebenbürtig sind." Ferner stellte der Naturschutzgruppen-Vorsitzende den Stieglitz vor, den der LBV zum Vogel des Jahres 2016 kürte. Seine rote Gesichtsmaske und sein Wispern machten den "Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe", der sich mit Vorliebe von Kratzdistel- und anderen Korbblütlersamen ernähre und deshalb auch "Distelfink" genannt werde, unverwechselbar. In Deutschland zähle der Stieglitz noch nicht zu den gefährdeten Arten, doch weil es immer weniger verwilderte Brachflächen mit Staudenbewuchs gebe, die sein Lieblings-Nahrungsbiotop seien, habe sich der Bestand in den letzten 25 Jahren halbiert. Zudem werde der buntgefiederte Finkenvogel trotz EU-Verbots noch immer für die Käfighaltung gefangen: "Das geschieht vor allem im Mittelmeerraum, aber leider auch bei uns."

Günter Klein kündigte eine Vogelstimmenwanderung am 22. Mai an, und auch die im Vorjahr ausgefallene Orchideenwanderung soll nachgeholt werden. Zudem plane die LBV-Naturschutzgruppe, einen Modell-Biotopverbund in Unterfranken zu besuchen. Die Kindergruppen "Kleine Störche" (Mädchen) und "Kernbeißer" (Buben) besuchen am 23. April eine Mühle in Eisersdorf und am 21. Mai den Obersee bei Eschenbach, außerdem stehen Erkundungstouren im Waldnaabtal und auf dem Pressather Waldlehrpfad und ein Kartoffelfest auf dem Programm.

Lob für ihre Arbeit als "Anwälte der Natur" erhielt die Trabitzer Ortsgruppe vom LBV-Kreis-Ehrenvorsitzenden Adolf Küblböck. So sei es richtig gewesen, auf den nicht sachgerechten Rückschnitt einer als Ausgleichsmaßnahme geschützten Hecke bei Preißach hinzuweisen.
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