Familiengottesdienst am Pichlberg
Mot "Börsenatmosphäre" aufgeräumt

Unter dem vor elf Jahren aufgerichteten Pichlberger Kreuz zelebrierten Pfarrer Werner Kaspindalin (Zweiter von links) und Diakon Georg Hösl (links, bei der Predigt) den traditionellen Familiengottesdienst zum Kreuzerhöhungsfest. Bild: bjp
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Trabitz
30.08.2016
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Beim letzten Gottesdienst in der Burkhardsreuther Pfarrei nahm Pfarrer Werner Kaspindalin Abschied. Mit einer Geste überraschte er die anwesenden Gläubigen.

Pichlberg. Traditionell gut besucht sind die spätsommerlichen Familiengottesdienste am Pichlberger Kreuz. So versammelten sich auch am Sonntag mehr als 150 Gläubige auf dem höchsten Punkt des Trabitzer Gemeindegebiets, um die letzte Freiluftmesse dieser Art in der Amtszeit von Werner Kaspindalin mitzufeiern.

Gebet für Erdbebenopfer


Dass der scheidende Pfarrer von Burkhardsreuth zu diesem Anlass darauf verzichtete, die Predigt selbst zu halten, und diese Aufgabe Diakon Georg Hösl übertrug, dürfte viele überrascht haben. Passend zum Ort und zum bevorstehenden Kreuzerhöhungsfest wählte Hösl die Kreuzigung Jesu und das Pilatuswort "Ecce homo" (Seht doch, welch ein Mensch) als Thema.

Der Sohn Gottes habe frei und ohne faule Kompromisse zu seiner Botschaft gestanden, die ein "Kontrastprogramm zu Unauffälligkeit und Mittelmaß" gewesen sei. Er habe sich von den Privilegierten und formalistisch "Gesetzestreuen" distanziert, die ihn gern für sich instrumentalisiert hätten, und die Gesellschaft der Benachteiligten und Ausgegrenzten gesucht, um das Menschsein in allen Facetten zu erleben.

Jesus habe einen Gott verkündet, "der Menschen nicht knechtet, der weder für eine starre Gesetzlichkeit steht noch käuflich ist" und dessen Liebe ein Gnadengeschenk ohne Gegenleistung sei, unterstrich der Diakon. Besonders sinnenfällig sei all dies geworden, als er mit der "Börsenatmosphäre" im "Haus seines Vaters", dem Jerusalemer Tempel, aufgeräumt habe. Für seine Unbeugsamkeit habe man Jesus in einem Intrigenspiel buchstäblich "auf seine Worte festgenagelt" und "aufs Kreuz gelegt", doch seine Auferstehung habe die Wahrheit seiner Heilsbotschaft besiegelt.

Nicht vergessen wurden Fürbittgebete für die Toten und Geschädigten der Erdbebenkatastrophe in Mittelitalien sowie für den im Juni verstorbenen Josef Pausch, der den Bau des Pichlberger Kreuzes angeregt hatte.
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