Feuerwehren Burkhardsreuth und Feilersdorf veranstalten Großreinemachen am Straßenrand
"Für einen Dreck" Freizeit geopfert

25 Abfallsammler der Feuerwehren Burkhardsreuth und Feilersdorf sammelten auf, was manche Mitmenschen irrigerweise anscheinend für einen "Beitrag zur Landschaftsverzierung" halten. Alexander Bayer (links) von den Burkhardsreuther Brandschützern übernahm die Organisation, als Aktiver des Feilersdorfer Löschzugs war unter anderem Vizebürgermeister Franz Groß (Zweiter von rechts) mit von der Partie. Bild: bjp
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Trabitz
04.04.2016
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Sie opferten einen Ferienvormittag - und das buchstäblich "für einen Dreck": 13 jugendliche und 12 erwachsene Aktive der Feuerwehren Burkhardsreuth und Feilersdorf sammelten im ganzen Trabitzer Gemeindegebiet auf, was sorglose Zeitgenossen längs der Kreis- und Gemeindestraßen sowie der B 470 an Abfall "vergessen" hatten.

"Wir hätten nicht erwartet, dass so viel Müll anfallen würde", schüttelte der Organisator der "Rama-dama"-Aktion, Alexander Bayer, danach den Kopf. Zwölf Säcke voller Unrat füllten die "Saubermänner und -frauen" bei ihrem dreistündigen Großreinemachen, für das sie sich in vier Gruppen aufgeteilt hatten.

Hinzu kamen ein Staubsauger, zwei Reifen sowie eine Wanne voller Flaschen und Dosen: "Einige davon hätten im Geschäft gegen Pfand zurückgegeben werden können - manchen Leuten geht es offenbar zu gut", staunte einer der fleißigen Ausputzer.

Gefährlicher Problemmüll sei nicht aufgestöbert worden. Dennoch sei es richtig gewesen, jeden der vier Suchtrupps mit einem Pack Einweghandschuhe auszustatten, erklärte Alexander Bayer: "Benutzte Papiertaschentücher will niemand mit bloßer Hand anfassen, und ganz eklig wird es bei einem Sack voll benutzter Katzenstreu. Da wäre auch eine Geruchsmaske willkommen gewesen."

Doch auch für die wilde Entsorgung scheinbar unspektakulärer "Andenken" aus Papier, Blech, Alufolie, Glas oder Plastik brachten die Freizeit-Landschaftspfleger kein Verständnis auf. Dergleichen sei nicht nur eine Vergeudung wiederverwertbarer Rohstoffe, sondern auch hässlich und umweltbelastend: Denn der Unrat verrotte, wenn überhaupt, oft erst nach vielen Jahren. Selbst ein Zigarettenstummel sei erst nach drei Jahren zersetzt.

Robert Schwemmer, der Vorsitzende der Burkhardsreuther Wehr, sah die Aktion auch als wertvolle Erfahrung für den Feuerwehrnachwuchs: "Der Teamgeist wird gefestigt. Vor allem aber wird jeder, der einige Stunden fürs Aufsammeln von Unrat drangegeben hat, als Führerschein-Inhaber gewiss nicht mehr so bedenkenlos Müll aus dem Autofenster werfen."

Der Gemeinde, die den Einsatz organisatorisch unterstützte und eine Brotzeit spendierte, und dem Landkreis, der die Entsorgung kostenlos übernimmt, galt der Dank der Feuerwehren. Voraussichtlich in zwei Jahren wollen die "Floriane" wieder zum "Rama-dama" ausschwärmen. Aber das soll niemand als Einladung missverstehen, bis dahin die Straßenränder aufs Neue zu "verzieren": Denn für "Zivilisationsrelikte" aller Art sind Mülltonnen, Papierkörbe und Wertstoffcontainer da.
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