Finanzausschuss Trabitz
Weniger als 300 Euro

Die finanzielle Perspektive der Gemeinde Trabitz beurteilt Kämmerer Josef Stock auch für die nächsten Jahre positiv. Bild: bjp
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Trabitz
18.06.2016
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Jedem Trabitzer werden 50 Euro genommen, und das feiert der Gemeinderat dann auch noch. Zurecht: Geht es doch um die Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger, die mit dem neuen Haushalt auf einen weiteren Tiefstand sinkt.

"Mit euch zusammenzuarbeiten macht Freude, denn wir ziehen alle an einem Strang." Das Lob von Kämmerer Josef Stock galt nicht nur dem "konstruktiven Klima" bei den Finanzausschusssitzungen in Trabitz, sondern der "konsequenten Haushalts-Konsolidierungspolitik in den vergangenen Jahren", die "nachhaltige Wirkung" zeige. Ohne an notwendigen Investitionen zu sparen, reißt die Gemeinde heuer die 300-Euro-Marke bei der Pro-Kopf-Verschuldung - nach unten, versteht sich.

Nur noch 293,81 Euro wird jeder Gemeindebürger zum Jahresende 2016 statistisch an kommunalen Verbindlichkeiten schultern: fast 50 Euro weniger als ein Jahr zuvor. "Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 679 Euro, und Ende 2004 lasteten sogar noch gut 1600 Euro auf jedem Einwohner", ergänzte Stock in der Gemeinderatssitzung. Noch mehr sage allerdings die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt über die kommunale Finanz- und Investitionskraft aus. 184 300 Euro könnten heuer in den Etat für langfristige Investitionen umgebucht werden: fast dreimal so viel wie gesetzlich geboten.

Vorsichtig wolle man auch in den nächsten Jahren wirtschaften, betonten Kämmerer Stock und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk. Die Rahmenbedingungen seien nicht ungünstig: Zwar stünden umfangreiche Investitionen ins Haus, und die schwankenden Gewerbesteuereinnahmen seien ein Unsicherheitsfaktor bei der Etatplanung. Andererseits habe man dank Umschuldungen und Niedrigzinsen die Zinszahlungen für die bestehenden Darlehen auf 21 000 Euro drücken können. Der Anteil an der Einkommenssteuer erweise sich seit Jahren als wichtigste Steuereinnahme, und die Senkung der Kreisumlage um einen Prozentpunkt entlaste die Finanzen zusätzlich.

Kredite müssen laut Stock und Pepiuk nicht neu aufgenommen werden, angesichts der geplanten Investitionen sei allerdings eine Rücklagenentnahme von 67 800 Euro nicht zu vermeiden. Gewichtigste Ausgabenposten seien Kindergartensanierung, Breitbanderschließung, Planungs- und erste Bauarbeiten am Heindlhof, der Erwerb von Baugrund und die Befahrung der Kanalisationsleitungen. Erst für 2018 sei die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Drahthammer-Grünbach ins Auge gefasst, doch müssten heuer für Gutachten und Architektenentgelte bereits 10 000 Euro angesetzt werden.

Allerdings würden Breitbanderschließung, energetische Sanierung des Kindergartens und Heindlhofsanierung aus verschiedenen Förderprogrammen von Land und Bund bezuschusst. Besonders erfreulich sei die Aufnahme in das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) des Bundes, aus dem die Kindergartensanierung gefördert werde. Das Haushaltsvolumen bezifferte Kämmerer Josef Stock auf 3 748 200 Euro (Ansatz 2015: 3 557 400), wovon 2 402 500 (2015: 2 308 300) auf den die laufenden Kosten abdeckenden Verwaltungshaushalt und 1 345 700 (2015: 1 249 100) auf den für Investitionen und Rücklagen bestimmten Vermögenshaushalt entfallen. Der Schuldenstand werde bis Jahresende um fast 70 000 auf 379 016,53 Euro sinken.

Weitere Zuschüsse erwartetIn Sachen Sanierung der katholischen Kindertagesstätte informierte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk den Gemeinderat, dass die Gemeinde zusätzlich zum KIP-Zuschuss (siehe Hauptartikel) mit weiteren Fördermitteln rechnen könne, die über die energetische Sanierung hinausgingen. Dies schließe einen Zuschuss für die Errichtung einer Krippengruppe ein. Wie gesetzlich vorgeschrieben, trägt die Gemeinde den 80-prozentigen Pflichtanteil am Betriebskostendefizit des Kindergartens, das sich im vergangenen Jahr auf 53 710,95 Euro belief. Der Gemeindeanteil beträgt mithin 42 968,76 Euro. Ferner ließ Pepiuk wissen, dass die Anbringung von Hausnummernwegweisern so gut wie abgeschlossen sei. (bjp)
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