Kein Friede ohne Barmherzigkeit

Ehrensache war es für die Trabitzer Vereine, der Gefallenen und Vermissten zu gedenken. Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und Pater Antony D'Cruz mahnten zu Geschichtsbewusstsein, Wachsamkeit und Besinnung auf die Friedensbotschaft Jesu. Bild: bjp
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Trabitz
15.11.2016
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"Wo Barmherzigkeit und Liebe fehlen, da fehlt auch der Friede", eine Verbindung zwischen dem ausklingenden "Jahr der Barmherzigkeit" und dem Volkstrauertag knüpfte Pater Antony John D'Cruz im Gedenkgottesdienst für die Kriegsopfer.

Burkhardsreuth/Trabitz. Am Samstagabend erinnerten die Gemeinde Trabitz und die Pfarrgemeinde Burkhardsreuth am Volkstrauertag an ihre Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten. Die Friedensbotschaft des Evangeliums mahne die Christen, Friedlosigkeit und Hass vertrauensvoll zu überwinden: "Christus hat uns das Reich des Friedens und der Liebe verheißen, das schon mitten unter uns ist", so der Geistliche. Es sei an den Gläubigen Gott Platz zu geben: "In unseren Herzen und zwischen uns." D'Cruz rief zum Gebet für alle auf, die "für Frieden und Verständigung eintreten und so ihren Glauben bezeugen".

Annäherung statt Missgunst


Die Aktualität der "Frage nach Krieg und Frieden" unterstrich auch Bürgermeisterin Carmen Pepiuk beim Gedenkakt am Gefallenenehrenmal: "Auch jetzt, während wir uns zu einer stillen Stunde des Innehaltens, der Trauer und des Erinnerns versammelt haben, kämpfen woanders Menschen um ihr Leben oder sind in ihrer Freiheit bedroht. Dass deutsche Soldaten im Ausland kämpfen und ihr Leben riskieren, ist im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent." Dass es möglich sei, Feindseligkeit und Vorurteile zu überwinden, habe die jüngere Vergangenheit gezeigt: "Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Untergang der Nazidiktatur hat man auf Annäherung und Aussöhnung gesetzt.

Dieser Weg war oft nicht leicht, erwies sich aber als gangbar und hat unserem Kontinent die längste Friedensepoche seiner Geschichte gebracht." Paradox und beschämend wirke es da, wenn mancherorts "roher Streit und Missgunst wegen nichtiger Anlässe aufkommen". Pepiuk appellierte, sich gegen solche Entwicklungen zu stellen. Vor allem gelte es, sich "der Geschichte zu stellen", um Bedrohungen oder Verharmlosung von Gewalt rechtzeitig zu erkennen.

Zum Schluss spielte die Stadtkapelle Grafenwöhr das "Lied vom guten Kameraden" und die Nationalhymne.

Dass deutsche Soldaten im Ausland kämpfen und ihr Leben riskieren, ist im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent."Bürgermeisterin Carmen Pepiuk
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