Pichlberger feiern Patrozinium der Mariä-Himmerlfahrt-Kapelle
Menschen in ihrer Würde achten

Bei strahlendem Sonnenschein zelebrierte Pfarrer Gerhard Pausch vor einer "dreistelligen" Festgemeinde die Messe zum 35. Weihetag der Pichlberger Kapelle. Dabei lobte er die "seltene Kombination von Kapelle und Feuerwehrhaus" in einem im "Oberpfälzer Baustil" gehaltenen gemeinsamen Gebäude, zu dessen Errichtung die ganze Dorfgemeinschaft mit Eigenleistung und Spenden beigetragen habe. Bild: bjp
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17.08.2016
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Pichlberg. Fingerzeig und Ruhepol, Treffpunkt und Mahnerin: Vor 35 Jahren, am 15. August 1981, weihte Generalvikar Fritz Morgenschweis die Pichlberger Mariä-Himmelfahrt-Kapelle. Bei der Patroziniumsmesse auf dem Dorfplatz sprach der Weidener Stadtpfarrer Gerhard Pausch über die ernsten Botschaften, die das kleine Gotteshaus seinen Besuchern sinnbildlich nahebringen wolle.

Pausch, der selbst in Pichlberg geboren wurde, erinnerte daran, dass sein im Juni verstorbener Bruder Josef den von der ganzen Dorfgemeinschaft mitgetragenen Bau dieser "heiligen Stätte" angeregt habe. Auf Josef Pauschs Vorschlag gehe auch das Marienpatrozinium zurück, das bestens zu einem Bauerndorf passe.

Turm als Zeigefinger


Der inmitten der Erntezeit gefeierte Festtag Mariä Himmelfahrt sei traditionell ein Tag des Dankes für eine gesegnete Ernte und des Lobpreises für die "Schönheit der Schöpfung". Das spiegele sich nicht zuletzt in den zu diesem Fest gebundenen Kräutersträußen wider.

Viel zu sagen habe auch die Architektur der Kapelle, erklärte Gerhard Pausch. So sei das Glockentürmchen "ein zum Himmel, auf Gott, deutender Zeigefinger", die Glocke eine Einladung "zum Innehalten inmitten der Alltagshektik". Beides mahne dazu, den "Reichtum an den inneren Werten Glaube, Hoffnung und Liebe" einem gottfernen, konsumfixiert-materialistischen Zeitgeist vorzuziehen: "Wo man Gott achtet und ehrt, da wird auch der Mensch in seiner Würde geachtet und geehrt."

Im Innenraum ermuntere das Kruzifix, "unser Leid, unsere Enttäuschungen, unser tägliches Kreuz vor dem Gekreuzigten abzuladen. Am Kreuz können wir uns anhalten, wenn alles haltlos und bodenlos scheint."

Das Heilig-Geist-Fenster beschwöre die stärkende, lenkende, schützende und tröstende "Kraft von oben", die Skulptur "Maria mit dem Jesuskind" bringe zum Ausdruck: "Maria hält uns ihren Sohn entgegen und will sagen: Auf ihn sollt ihr hören, seine Liebe verändert euer Leben."

Dies schlage einen Bogen zum Mariä-Himmelfahrt-Fest, das als Hochfest der Erntezeit auch ins Bewusstsein rufe, "dass wir mit der Ernte unseres Lebens bei Gott ankommen dürfen, wo uns nicht der Tod, sondern das ewige Leben blüht". Auf diesem Weg sei Maria den Christen vorausgegangen. Besondere Freude empfand Pfarrer Pausch über die große Zahl der Festbesucher.

"Selbstläufer"


Hierüber, so der Geistliche, hätte sich auch Josef Pausch gefreut: "Er ist unsichtbar bei uns, und was er angeregt hat, wird fortdauern." Davon war auch der Pichlberger Kapellenvereinsvorsitzende Josef Nickl überzeugt, der den bewährten Zusammenhalt aller Generationen bei der Festvorbereitung lobte: "Das ist zu einem Selbstläufer geworden." Nach der Messe trafen sich die Besucher zum Weißwurstfrühschoppen, mit einer nachmittäglichen Marienandacht klang das Patroziniumsfest aus.
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