Requiem für Josef Baumann
Salut für Kameraden

Nicht nur in Trabitz war Josef Baumann geschätzt: Die Ehrenzeichen des Bayerischen Soldatenbundes wurden bei der Trauerfeier gezeigt. Bild: bjp
Vermischtes
Trabitz
29.03.2016
72
0

Die ganze Gemeinde Trabitz drängte sich in die Jakobuskirche, um Josef Baumann zu verabschieden. "Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nicht leicht zu schließen sein wird", brachte Josef Hader es auf den Punkt.

Burkhardsreuth. Am 21. März war der Preißacher Josef Baumann überraschend verstorben. "Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht." Dieses Wort des Schauspielers Ewald Balser begleitete ihn durch sein Leben. Pfarrer Werner Kaspindalin war anzumerken, dass Baumanns Tod ihn bewegt. "Wir haben einen guten und stets hilfsbereiten Menschen, einen Kameraden verloren", beschrieb er den 68-Jährigen. Er habe "zu unserem Leben gehört". Seine Jugend als "typisches Nachkriegskind, das vieles entbehren musste", legte den Grundstein für Verantwortungsbewusstsein.

Mit drei Jahren habe Josef Baumann seine Mutter verloren: "Doch es gab in Preißach Menschen, die ihm Liebe und Zuneigung entgegenbrachten." Der Eintritt des 18-Jährigen in die Bundeswehr habe sein Leben geprägt: "Er blieb immer Soldat, der seine Uniform mit Stolz trug, und wie ihm die Soldatenkameradschaft Burkhardsreuth, der Volkstrauertag, der Erhalt des Kriegerdenkmals und die Bewahrung der Soldatenfriedhöfe in ganz Europa am Herzen lagen, ist vorbildlich." Dies habe auch der Bayerische Soldatenbund zu schätzen gewusst: "Er hat Josef Baumann höchste Ehrenzeichen verliehen, die wir heute in unserer Kirche zeigen."

Nicht unerwähnt ließ Kaspindalin Baumanns Wirken als Gemeinderat von 1996 bis 2008 und seine Arbeit im Leistritz/Faurecia-Werk. Er sei Wegbereiter und Vorbild gewesen. Mit den ersten und letzten Textzeilen des Liedes vom "Guten Kameraden", das später auch zusammen mit der Weise "'s ist Feierabend" am Grab erklang, schloss der Geistliche.

Vizevorsitzender Josef Hader ehrte im Namen der Soldaten- und Kriegerkameradschaft seinen Vorstandskollegen. Wie ein "Keulenschlag" habe die Todesnachricht den Verein getroffen: "Ja, wir trauern. Und wir sagen ganz einfach: Danke, Sepp - danke." Nach Ende seines Dienstes im Gärmersdorfer Panzerbataillon 123 sei Baumann 1971 in die Soldatenkameradschaft eingetreten, 1992 zum zweiten und 1995 zum ersten Vorsitzenden gewählt worden: "Dieses Amt versah er mit großer Freude und Hingabe." Mit drei Schuss Salut erwiesen die Kameraden dem Verstorbenen bei der Beisetzung die letzte Ehre.

Als Menschen, für den "Kameradschaft eine besondere Bedeutung hatte", würdigte auch Robert Schwemmer in der Jakobuskirche den Verstorbenen. "Er baute ein neues Feuerwehrhaus und sorgte sich um ein neues Einsatzfahrzeug", nannte der Feuerwehr-Vorsitzende zwei von vielen Verdiensten, die sich Baumann in 52 Jahren als Mitglied, 20 Jahren als Kommandant und zwölf Jahren als Kassenprüfer erwarb. Hierfür habe seine Wehr ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

An Baumanns 54-jährige Zugehörigkeit zur Schützengesellschaft Preißach erinnerte Hans Hey. "Josef war mitverantwortlich für Planung und Bau des Schützenheims von 1975 bis 1977, die Bauausschusssitzungen in seinem Keller waren legendär, als Schützenwirt leistete er mit seiner Familie über zehn Jahre hervorragende Arbeit." Zudem habe Baumann die Pistolenmannschaft mitgegründet. In ihre Dankesworte schlossen Pfarrer Werner Kaspindalin und die anderen Redner Ehefrau Marianne ein, mit der Baumann 47 Jahre verheiratet war. Auch den Kindern Markus und Petra galt Dank.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.