Faurecia: Gespräche in Weiden
Belegschaft baut Frust ab

Martin Stüttem (Dritter von rechts) stellt sich: Der "Vice President Europe Division - Faurecia ECT" diskutiert mit Faurecia-Mitarbeitern vor der Agentur für Arbeit. Bild: Götz
Wirtschaft
Trabitz
29.04.2016
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Das Aus für den Faurecia-Standort ist unumkehrbar. Das ergab ein Gespräch von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner mit einem Topmananger. Für die IG Metall war der Termin am Freitag in Weiden trotzdem sinnvoll - aus mehreren Gründen.

Trabitz/Weiden. (wüw/cf) IG-Metall-Sekretär Udo Fechtner gibt zu: "Das hat den Leuten gut getan": Am Freitag bot sich einem Teil der Faurecia-Beschäftigten die Gelegenheit, einem Verantwortlichen die Meinung zu sagen zum Aus für ihren Standort. Mit Martin Stüttem war der für die Abgas-Sparte zuständige Europa-Vizepräsident nach Weiden gekommen. In der Arbeitsagentur besprach er mit Bayerns Wirtschaftsministerien Ilse Aigner die Situation in Trabitz.

Beim Gespräch bezeichnete der Faurecia-Topmanager die Werkschließung als "unumkehrbar", wie Aigner anschießend erklärte. Gegenüber unserer Zeitung rückte sie deshalb die Hilfe für die Mitarbeiter in den Fokus. Hier gehe es im Zusammenwirken mit der Arbeitsagentur besonders um die Qualifizierung. Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, der das Spitzentreffen initiiert hatte, hält es für wichtig, politischen "Druck" aufzubauen.

Aus diesem Grund hält Fechtner solche Gesprächstermine für wichtig. "Es geht darum, die Faurecia-Führung in die Pflicht zu nehmen." Der Konzern stehe weiter in der Verantwortung. Es sei gut, wenn das den Verantwortlichen von verschiedenen Seiten klar gemacht werde.

Der Termin in der Arbeitsagentur hatte für die Faurecianer noch einen positiven Effekt: "Sie konnten Frust abbauen." Stüttem bewies ein dickes Fell und stellte sich vor dem Termin mit der Ministerin dem Gespräch mit der Belegschaft. Diese habe die Diskussion nicht unbedingt sachlich geführt. "Die Leute nutzten die Chance, Frust abzubauen", sagt Fechtner. Stüttem sei gefragt worden, wieso er nie am Standort war, weshalb es keine Erklärungen für die Belegschaft gab und natürlich haben ihn die Kollegen auch an den Lohnverzicht der Belegschaft erinnert, für den sie keine Gegenleistung erhielt.
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