Französischer Automobilzulieferer schließt Ende 2016
Bei Faurecia geht Licht aus

Den Mitarbeitern ist der Schock anzusehen: Am Freitagmorgen kam die Nachricht, dass der französische Automobilzulieferer Faurecia seine Niederlassung in Trabitz Ende 2016 schließt. Bild: Götz
Wirtschaft
Trabitz
22.04.2016
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Damit haben die Mitarbeiter von Faurecia nicht gerechnet: Auf weitere Ausstellungen waren sie vorbereitet. Dass das Werk aber zum Ende des Jahres schließt, war für Belegschaft und Betriebsrat eine Überraschung.

Am Freitagmorgen überbrachte Helmut Freiermuth, Operations Leiter Nord-Europa, den 280 Angestellten die Nachricht, dass der Trabitzer Standort Ende 2016 schließt. "Alle waren geschockt", erzählt Udo Fechtner, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, am Freitagmittag im Schützenheim Preißach.

Dahin ist auch gut die Hälfte der Mitarbeiter gekommen, um den Schock erst einmal zu verdauen. Auch wenn die Belegschaft bei einem Bier zusammensitzt und sich unterhält - der Schrecken ist den Gesichtern anzusehen. Dabei hätte die Trabitzer Niederlassung des französischen Unternehmens heuer 75-jähriges Bestehen feiern können. Die Lust am Feiern ist den Mitarbeitern nach der Hiobsbotschaft aber vergangen.

Fechtner und Betriebsratsvorsitzender Karl Boemmel versprechen den Kollegen: "Wir werden unseren Arbeitsplatz nicht ohne Kampf aufgeben." Die 21 Auszubildenden können ihre Lehre entweder noch bei Faurecia beenden, Fechtner weiß aber auch um die Solidarität anderer IG-Metall-Betriebsräte, die in solchen Situationen helfen.

Besonders verärgert sind Fechtner und Boemmel über das Auftreten von Freiermuth: Kein Dank sei ihm über die Lippen gekommen, die Nachricht über die Schließung sei missverständlich gewesen. Richard Wittmann, katholischer Betriebsseelsorger, fordert von den Faurecia-Verantwortlichen den Anstand, etwas für die Mitarbeiter zu tun.

"Es trifft uns alle sehr", sagt Bürgermeisterin Carmen Pepiuk. "Das ist als Gemeinde sehr hart, einen solchen Arbeitgeber zu verlieren." Auch sie verspricht vonseiten der Gemeinde und der Politik Hilfe auch in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit für die Mitarbeiter.
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