Lagerhaus eröffnet
Verdienstvolles Werk fortführen

"Wir wären froh, wenn sich Zusammenarbeit überall so elegant, konstruktiv und zielorientiert gestaltete": Mit einem Lob an alle am Lagerhausbau Beteiligten krönte Wilfried Schomäker von der Baufirma AM Technik die symbolische Schlüsselübergabe an Josef Scheidler (Raiffeisen Markt Waren) und Hermann Ott (Raiffeisenbank Weiden) (von rechts). Bild: bjp
Wirtschaft
Trabitz
22.06.2016
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"Wir wären froh, wenn sich Zusammenarbeit überall so elegant, konstruktiv und zielorientiert gestaltete": Mit einem Lob an alle am Lagerhausbau Beteiligten krönte Wilfried Schomäker von der Baufirma AM Technik die symbolische Schlüsselübergabe an Josef Scheidler (Raiffeisen Markt Waren) und Hermann Ott (Raiffeisenbank Weiden) (von rechts). Bild: bjp

Da staunte die fünfköpfige Storchenfamilie auf dem Speicherturm: Den ganzen Sonntag tummelten sich Hunderte Besucher beim "Tag der offenen Tür" auf dem Raiffeisengelände in Trabitz. Anlass war die Eröffnung des neuen Mehrzwecklagers - und damit der Abschluss der Lagerhausmodernisierung.

"Nach nur wenigen Monaten Bauzeit ist hier ein Referenzmarkt der Raiffeisenmärkte entstanden", würdigte Bürgermeisterin Carmen Pepiuk die "Runderneuerung" des nicht nur für die Landwirte in und um Trabitz wichtigen Dienstleisters. Die Gemeinde sei dankbar für die Entscheidung der Raiffeisenbank Weiden und der Erbendorfer "Raiffeisen Markt Waren GmbH" (RMW), das Lagerhaus und seine Arbeitsplätze durch beträchtliche Investitionen langfristig zu sichern.

Den zweijährigen Weg von den ersten Gesprächen zwischen der Bank als Eigentümerin und der RMW als potenzieller Pächterin bis zum "heutigen großen Tag" zeichnete RMW-Geschäftsführer Josef Scheidler nach. Ziel sei von Anfang an eine "langfristige Partnerschaft" gewesen, für die der auf 20 Jahre geschlossene Pachtvertrag eine verlässliche Grundlage schaffe. Am 1. Oktober 2015 habe sein Unternehmen das bisher von der Baywa betriebene Lagerhaus übernommen, doch schon anderthalb Monate zuvor hätten die Bauarbeiten mit dem ersten Spatenstich für die Palettenhalle an der Kurbersdorfer Straße ihren Anfang genommen.

Nach deren Fertigstellung im Oktober sei die alte Lagerhaushalle von 1934 abgerissen worden, die Baugenehmigung für die neue Mehrzwecklagerhalle habe man im Dezember erhalten. "Rund 1,8 Millionen Euro hat die Raiffeisenbank Weiden in den Standort investiert - in ein zukunftsweisendes Werk vieler Köpfe und Hände", sagte Scheidler. Ansporn sei auch das Bewusstsein gewesen, mit dem Lagerhaus ein verdienstvolles Werk fortzuführen, das im Sinne Friedrich Wilhelm Raiffeisens die Landwirtschaft seit 90 Jahren durch wechselvolle Zeiten begleitet habe und dies auch weiterhin tun wolle.

Lange Tradition


Auf die geschichtliche Bedeutung der vor gut anderthalb Jahrhunderten gegründeten "Genossenschaftsbewegung" ging auch Raiffeisenbank-Vorstandssprecher Hermann Ott ein. In einer wirtschaftlichen Krisenzeit, einer Zeit des "Versagens der Märkte", hätten die Initiatoren Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch die von Verarmung bedrohte Landbevölkerung zu Solidarität ermuntert: "Gerade Freiheit und individuelle Verantwortung, Eigentum und Wettbewerb bergen die Chance auf Wohlstand in sich. Der Zusammenschluss Gleichgesinnter ermöglicht, was der Einzelne nicht schaffen kann." Dabei stimmten die ethischen Werte genossenschaftlichen Handelns mit denen einer sozialen Marktwirtschaft überein, die gleichermaßen vor "Auswüchsen des Kapitalismus wie des Sozialismus" schützen könne.

Wachsende Zahl


Wachsende Zahl und zunehmende Branchenvielfalt genossenschaftlicher Unternehmen belegten, wie zeitgemäß, flexibel und vertrauensstiftend das auf "Hilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung" gestützte Modell sei, meinte Ott: "Die Genossenschaftsidee ist weiter auf dem Vormarsch und erlebt eine neue Blüte." Genossenschaften stärkten die Region, ihre Identität und ihr Gewicht in größeren ökonomischen Zusammenhängen: "Weltwirtschaft ist nichts als die immer engere Vernetzung von Millionen regionaler Wirtschaftskreisläufe." Indes müsse sich die Größe einer Genossenschaft an die Zeitverhältnisse, namentlich die zunehmende Vernetzung und die größere Beweglichkeit der Menschen anpassen.

Turm wird renoviert"Unsere Wurzeln liegen in der Landwirtschaft, weil die Landwirtschaft ein Fundament des ländlichen Raums ist und zu uns steht, halten wir zu ihr", resümierte Hermann Ott, Vorstand der Raiffeisenbank Weiden, beim Tag der offenen Tür im Lagerhaus. Der Speicherturm als Wahrzeichen werde renoviert, sobald die Störche zum Flug nach Süden aufgebrochen seien.

Die "elegante, konstruktive und zielorientierte" Zusammenarbeit mit allen an Planung und Bau Beteiligten lobte Geschäftsführer Wilfried Schomäker von der Baufirma AM Technik, der den symbolischen Schlüssel an Ott und RMW-Geschäftsführer Josef Scheidler übergab. Ein Dank widmete Scheidler den Trabitzer Feuerwehren und den Lagerhausmitarbeitern für die Organisation der Veranstaltung, die von den "Schwarzenbacher Schenkelzinterer", der"Tretter-Band" und kurzweiligen Angeboten für die kleinen Besucher umrahmt wurde.

Gottes Segen fürs Lagerhaus erbaten Burkhardsreuth katholischer Pfarrer Werner Kaspindalin und sein evangelischer Kollege Hartmut Klausfelder aus Neustadt am Kulm. Für die Mehrzwecklagerhalle übergaben sie ein Kruzifix an Josef Scheidler. Klausfelder beschrieb das Kreuz als Sinnbild für fruchtbare Arbeit im christlichen Geist: "Man kann das Kreuz als Pluszeichen deuten, das sich aus dem waagrechten Balken menschlichen Arbeitens und Planens und dem himmelwärts deutenden senkrechten Balken des Segens Gottes zusammensetzt." So möge auch das Lagerhaus seine Arbeit zum Segen vieler Menschen gestalten.


Hilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.Hermann Ott zu den Grundsätzen genossenschaftlicher Arbeit
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